Die Geschichte unserer Kirchengemeinde skizziert Peter Heidtmann-Unglaube (Landeskirchliches Archiv in Kassel) im Vorwort zum Findbuch unseres Pfarrarchivs:
Hundelshausen im Tal der Gelster wurde erstmals im Jahr 969 in einer Urkunde erwähnt. Ob die Kirche am Ort schon zu dieser Zeit bestand, ist nicht bekannt, doch für ihr hohes Alter spricht das 1517 belegte Martinspatrozinium. Die Pfarrei Hund
elshausen gehörte vor der Reformation zum Archidiakonat Heiligenstadt und in ihm vermutlich zum Dekanat Witzenhausen. Sie war auch für Berge und den Hof Rückerode zuständig, der noch 1616 eine Kapelle hatte. Für den Hof Carmshausen, der 1613 zum Kirchspiel Hundelshausen gehörte, wurde 1420 und 1469 eine Kirche urkundlich genannt. Sie verschwand vermutlich nach der Reformation. Die Patronatsrechte an der Pfarrei hatte ab 1543 die ortsadlige Familie von Hundelshausen inne, die sie 1836 dem kurfürstlichen Landesherrn im Tausch gegen die Rechte an der Pfarrei Harmuthsachsen überließ. Dohrenbach wurde 1199 als Durebach erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde gehörte um 1570 zum Kirchspiel Kleinalmerode. 1585 hatte sie eine eigene Pfarrei. Die Patronatsrechte hatte die Familie von Berlepsch inne. Nach dem Verlust der Pfarrei vermutlich im frühen 17. Jahrhundert wechselte mehrmals die kirchliche Zuständigkeit für Dohrenbach und den eingepfarrten Hof Fahrenbach. Vom Kirchspiel Hundelshausen kamen sie zur Parochie Wendershausen. 1636 und von 1671 bis 1683 bestand wieder eine Pfarrei Dohrenbach, 1670 war Ermschwerd zuständig, nach 1683 das Konrektorat Witzenhausen, 1702 die Pfarrei Hundelshausen, 1748 die erste Pfarrei Witzenhausen, 1765 das dortige Rektorat, 1767 erneut Hundelshausen, 1806 Uengsterode und 1817 die Hilfspfarrei Kleinalmerode. Seit 1818 gehört Dohrenbach dauerhaft als Vikariat zum Kirchspiel Hundelshausen. Nach der Reformation waren Hundelshausen und Dohrenbach der Pfarreikasse des Metropolitans von Witzenhausen im Sprengel des Superintendenten von Rotenburg bzw. Allendorf zugeordnet. Mit dem Aufbau selbstverwalteter Strukturen der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das Kirchspiel zum Kirchenkreis Witzenhausen im Nordsprengel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchspiel Hundelshausen mit dem Kirchenkreis Witzenhausen dem Sprengel Hersfeld zugeordnet.
[Anm. CS: Heute gehört die evangelische Kirchengemeinde Hundelshausen-Dohrenbach im Kirchenkreis Werra-Meißner dem Sprengel Kassel an.]
Die Pfarrkirche in Hundelshausen ist einheitlich von der Außenfassade bis zu Details am Inventar neugotisch gestaltet. Geplant hat sie Georg Gottlob Ungewitter, (1820-1864) der führende frühe Architekt des Historismus in Kurhessen.
Über den Vorgängerbau ist wenig bekannt. Laut Inschriften war er 1595 und 1611 erneuert worden. Ab 1863 wurde er durch einen Neubau ersetzt, der 1867 fertiggestellt war und rund 60.000 Mark kostete. In Gebrauch genommen wurde das Gebäude mit einem feierlichen Gottesdienst am 20. Oktober 1867. Dabei erklang vermutlich ein eigens gedichtetes Lied, das im Pfarrarchiv erhalten blieb. Das Äußere der Kirche wird besonders durch die frühgotischen Zierformen und den Wechsel von rotem und gelbem Sandstein bestimmt, den Ungewitter nur hier einplante. Das Langhaus ist durch drei Fensterachsen gegliedert, die mit Zwerchgiebeln bis ins Dach reichen. Dem entspricht im Inneren ein offener, bretterverkleideter Dachstuhl. Im Osten schließt sich der rechteckige, gewölbte Chor an. Seine Seitenwände sind mit Bogen gegliedert, die an der Südseite den Aufgang zur Kanzel aufnehmen. Sie wurde ebenso von Ungewitter entworfen wie die Glasmalereien im dreiteiligen Ostfenster. Westlich ist dem Langhaus der Turm mit Westportal, Eingangshalle und seitlichem Treppenturm vorgelagert. Der Turm trägt einen gemauerten Spitzhelm mit vier Giebeln und Schultermauern. Die Orgel auf der Westempore baute 1880 Carl Conrad Christian Wilhelm aus Kassel. Die Kirche in Dohrenbach ist ein spätklassizistisches Fachwerkgebäude. Am gleichen Ort befand sich ein kleinerer Vorgängerbau, der im Frühjahr 1853 abgerissen wurde. Erhalten blieb von ihm nur eine vermutlich 1658 gegossene Glocke. Die neue Kirche kostete etwa 2.200 Taler und wurde nach gut einjähriger Bauzeit am 1. Oktober 1854 in Gebrauch genommen. Es handelt sich um einen schlichten Rechtecksaal mit rundbogig geschlossenen Fenstern. Seine Außenwände und der Turm, der zur Hälfte in die Westwand eingestellt ist und unten den Kirchenzugang aufnimmt, sind teilweise mit Brettziegeln verkleidet. Der von einer Flachdecke abgeschlossene Innenraum ist an drei Seiten von Emporen umgeben. 1954/55 wurde die Südempore verkürzt und an der freien Ostseite eine neue Kanzel aufgestellt. Die Orgel auf der Westempore wurde 1966 von der Firma Bosch in Kassel-Sandershausen gebaut. Sie ersetzte ein Instrument, das der Orgelbauer Ziese aus Ellingerode 1855 für die im Jahr zuvor fertiggestellte Kirche geschaffen hatte. Aus: Peter Heidtmann-Unglaube, Vorwort zum Findbuch für das Pfarrarchiv Hundelshausen (1657-2018), Landeskirchliches Archiv Kassel (Hg.), Kassel 2018, II-V.