08/10/2024
Was für ein Tag! Schon vor dem Frühstück ging es los - völliger Stress. Die Kinder trödelten besonders viel. Die Kaffeemaschine hatte vergessen, automatisch den Kaffee zu kochen. In der Post lag eine Mahnung und im Büro ging es drunter und drüber. Als Mittagessen diente eine Tiefkühlpizza. An Mittagsschlaf war nicht zu denken. Am späten Nachmittag dann eine Pause – eigentlich – denn nun ging das Telefon. Eine Freundin brauchte seelischen Beistand. Mir ging es selbst nicht gut, aber ich hörte zu: Eine halbe Stunde – eine dreiviertel Stunde – eine ganze Stunde. Die Kinder wollten mit mir zu Abend essen. Mit einer abwinkenden Handbewegung schickte ich sie aus dem Zimmer. Alle hatten Hunger – alle waren genervt. Schlussendlich aßen alle irgendwie irgendwas für sich alleine und gingen unzufrieden ins Bett. Der Moment der absoluten Ruhe ist nach so einem Tag unbezahlbar – aber auch unbefriedigend. Nun lag ich also im Bett – müde und erschöpft! Jetzt ganz gemütlich einkuscheln und gleich die Augen zu machen – nichts mehr hören und nichts mehr sehen. Aber HALT!
Im Dunkeln taste ich nach meinem Handy. Wo ist es denn? Ah – hier: meine Dankbarkeits-App! So! Jetzt mal überlegen: Wofür war ich denn heute eigentlich dankbar? Und dann fallen mir die kleinen, unscheinbaren Momente ein. Da war dieser kleine, schlichte Kuss von meiner Tochter auf meine Wange, ehe sie zur Schule ging – trotz allem Stress am Morgen. Da war das Eis, das mir mein Sohn brachte und was wir dann gemeinsam zwischen all dem Trubel schleckten. Da war der Satz Wäsche, den meine große Tochter für mich aufgehängt hatte, ohne dass ich sie darum bat. Da war der kleine Konflikt im Büro, der dazu geführt hatte, dass unausgesprochene Dinge endlich geklärt wurden. Da war das kaum hörbare „Danke“ von meiner Freundin am Ende des Telefonats. Ach ja – und da waren die dicken Hummeln, die ich in der Mittagssonne beobachtete und die ich so liebe. Wie dankbar bin ich, dass es sie gibt!
Sind das nicht alles kleine Gotteserfahrungen? Begegnet mir nicht vielleicht gerade in solchen Momenten Gott in meinem Gegenüber? Ich spüre Gottes Gegenwart und das lässt mich dankbar sein. Wenn ich dann am Abend die schönen Momente des Tages R***e passieren lasse und dafür danke, schlafe ich mit einem guten Gefühl ein.