29/07/2026
Hass darf nicht das letzte Wort haben
Der Terroranschlag beim Berliner CSD erschüttert und macht uns tief betroffen. Eine Frau wurde getötet, viele Menschen wurden verletzt und traumatisiert.
Warum tun Menschen so etwas? Was haben Menschen einem Täter getan, nur weil sie homosexuell, transgeschlechtlich oder q***r sind? Sie haben nichts getan. Sie wollten leben, lieben, feiern und ohne Angst sichtbar sein.
Antisemitismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und der Hass auf q***re Menschen nehmen spürbar zu. Viele Angehörige von Minderheiten fühlen sich in Deutschland nicht mehr sicher. Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Unsere freiheitliche Demokratie ist nicht selbstverständlich. Wir dürfen nicht zulassen, dass extremistische Kräfte – ob rechtsextrem, linksextrem, islamistisch oder anders ideologisch geprägt – unsere Freiheit und die Würde des Menschen mit Füßen treten.
Die Worte unseres Diakons Franz-Josef Kempen sollten uns nachdenklich machen:
„… alle gehören zu denen, die Gott nach seinem Bilde geschaffen hat.“
Das ist unser christlicher Maßstab. Nicht richten, sondern lieben. Nicht ausgrenzen, sondern einander als Menschen begegnen.
Unsere Gedanken und Gebete gelten der getöteten Frau, ihren Angehörigen, allen Verletzten und Traumatisierten sowie den Rettungs- und Einsatzkräften.
Doch unser Gebet muss Folgen haben: Wir müssen widersprechen, wenn Menschen herabgewürdigt werden. Wir müssen denen beistehen, die Angst haben. Und wir müssen unsere Demokratie und die Freiheit jedes Menschen entschlossen verteidigen.
Hass darf nicht das letzte Wort haben.
Heinz Intrau
Leitender Pfarrer
Pastoraler Raum Herzogenrath