25/12/2021
Am 23.12.2021 wurde ein Zeitungsartikel unter dem Titel „Lagenser Pastor formiert 3G-Protest von 25 Freikirchen“ veröffentlicht. In dem Artikel geht es unter anderem darum, dass die Freikirchen jemanden, der keinen aktuellen Testnachweis mit sich führt, nicht ausschließen werden, da es nicht mit ihren Überzeugungen vereinbar sei.
Unsere Gemeinde trifft sich ebenfalls in Lage. Und wir distanzieren uns von der in diesem Artikel und auf der dazugehörigen Internetseite formulierten Rebellion gegen die Maßnahmen der Regierung. Unsere Beweggründe dafür werden wir hier in Bezug zu dem Zeitungsartikel darlegen und hoffen so, einen anderen Blickwinkel für Christen auf das Thema schaffen zu können.
Zu Beginn des Artikels wird aufgeführt, dass die 3G-Regel als Bedingung zur Teilnahme am Gottesdienst das biblische Mandat und das Grundrecht auf freie Religionsausübung massiv angreifen würden. In Bezug zu letzterem haben wir das Verständnis, dass die Glaubensfreiheit durchaus eingeschränkt werden darf, wenn sonst die Gesundheit anderer gefährdet ist, sprich, wenn Grundrechte Dritter gefährdet werden.
Dies ist durch die aktuelle Pandemie mit Blick auf die Hospitalisierungsrate, die Infektionsrate und die Todeszahlen der Fall.
Im Hinblick auf das Gebot der Nächstenliebe, das auch an Rücksichtnahme appelliert, ist es uns deshalb wichtig, unsere Besucher bestmöglich zu schützen. Die Durchführung eines Tests, der niemandem schadet und der Erhöhung des Schutzes aller am Gottesdienst Beteiligter dient, ist für uns folglich eine Mindestvoraussetzung. Wer keinen Test hat, wird von uns darauf aufmerksam gemacht, dass er einen benötigt. Aufgrund der vielen Testmöglichkeiten und der guten Informationsweitergabe unserer Mitglieder war es uns deshalb bisher möglich, dass die Besucher rechtzeitig einen Test hatten. Wir sehen in der Ausschließung aufgrund einer Schutzmaßnahme auch keinen willkürlichen Ausschluss. Die Leute haben immer die Möglichkeiten zu unseren Gottesdiensten Live zugeschaltet zu werden.
In der Einschränkung der Teilnahme am Gottesdienst liegt unserer Auffassung nach kein Verstoß gegen biblische Prinzipien oder dergleichen. Im Gegenteil sogar: wir sind der Auffassung, dass das Gebot der Nächstenliebe und die Aufforderung Licht zu sein ein solches Verhalten fordern. Über jegliche Schriften der Bibel hinweg galt das Prinzip, dass das Leben des Menschen über allen Geboten und Verordnungen steht.
Während der Pandemie hat die Regierung den Freikirchen immerzu eine Sonderstellung eingeräumt. Während andere Veranstalter zu schließen hatten, durften wir uns weiter treffen. Und das, obwohl es genug Möglichkeiten gibt, den Gottesdienst bspw. online durchführen zu lassen. Dadurch kam es häufig zu weitreichenden Infektionsgeschehen. Und trotzdem wurde das Forum Externum der Religionsausübung gewährleistet. Die Regierung hat immer wieder bewiesen, dass sie alles in ihrer Macht stehende tut, damit wir weiter unseren Glauben mit Glaubensgeschwistern ausüben dürfen.
Doch nun sehen wir, dass einige Gemeinden in Lage sich widerspenstig gegen Schutzmaßnahmen wehren, die niemandem schaden. Und von einer 2G-Pflicht zu sprechen, ist an dieser Stelle unsinnig, da es eine solche für Gottesdienste nicht gibt.
Wir verstehen, dass diese Zeiten beängstigend sind, dass die sich ständig verändernden Verordnungen verwirrend und oft überfordernd sind. Aber dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir ein Vorbild sein sollten. Wir sollten mit Liebe unter Beweis stellen, dass wir mit Gottes Hilfe alles in unserer Macht stehende tun, um unsere Mitmenschen zu schützen. Und es ist ja nicht so, als würde man bei einer überall geltenden 3G- oder gar 2G-Pflicht Leute willkürlich ausschließen. Die Pandemie betrifft nicht nur die Gemeinden. Alle müssen sich zurücknehmen!
Es ist verantwortungslos, ein Infektionsgeschehen zu riskieren, weil manche sich aufgrund von Lügen und Verschwörungen nicht testen lassen wollen. Wer davon ausgeht, dass das ein vorbildliches christliches Verhalten ist, sagt damit indirekt aus, dass es mit den Prinzipien Gottes vereinbar wäre, wenn dadurch andere infiziert würden.
Wir hoffen, einen anderen Blick aus Sicht einer Lagenser Gemeinde auf die Thematik werfen zu können. Für Rückfragen und Austausch stehen wir gerne zur Verfügung. Zudem wollen wir an dieser Stelle hervorheben, dass wir uns nicht von den Glaubensgeschwistern distanzieren, sondern lediglich von dieser Rebellion. Beleidigende Kommentare werden nicht beantwortet oder gar gelöscht.
Shalom
Andrej Beritski
Vereinsvorsitzender des Gesher LaSelah e. V.
Eduard Sudermann
Pastor
1Pt 2:13-14: "Seid untertan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem König als dem Oberhaupt, oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lobe derer, die Gutes tun."