Bahá'í Hardegsen
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Der Bahá'í-Glaube ist die jüngste monotheistische Weltreligion mit ca. 8 Millionen Anhängern weltweit. Weitere Informationen unter: www.bahai.de
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DIE ZWÖLF GRUNDPRINZIPIEN DER BAHÁ'Í-LEHRE
1. DIE GANZE MENSCHHEIT IST ALS EINHEIT ZU BETRACHTEN. Einheit und Vielfalt stellen für die Bahá'í dabei keinen Widerspruch dar. Kulturelle Vielfalt wird begrüßt und gefördert, die Menschheit zugleich als Einheit betrachtet, da alle Menschen (und Religionen) durch das Wirken desselben Gottes erschaffen wurden. Bahá'u'lláh formulierte: "Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger."
2. ALLE MENSCHEN MÜSSEN DIE WAHRHEIT SELBSTSTÄNDIG ERFORSCHEN. Der Glaube eines Menschen hängt nur von ihm selbst ab. Es gibt daher keinen Klerus, der den Glauben vermittelt. Die Heiligen Schriften sollen von allen Gläubigen selbst gelesen und interpretiert werden. Das Menschenbild erzieht zu Mündigkeit und Selbstbestimmtheit.
3. ALLE RELIGIONEN HABEN EINE GEMEINSAME GRUNDLAGE. Die Bahai lehren, dass sich derselbe Gott in allen Religionen offenbart. Jede Religion hat zeitbezogene und ewige Aspekte. Während sich soziale Gebote unterscheiden, weil sie der Zeit und dem Kulturkreis angepasst sind, ist der mystische Kern der Religionen immer derselbe, obwohl er in unterschiedliche Worte gefasst wird.
4. DIE RELIGION MUSS DIE URSACHE DER EINIGKEIT UND EINTRACHT UNTER DEN MENSCHEN SEIN. Religion, die zu Zwietracht oder gar Gewalt führt, gilt als Missbrauch der Religion. Wenn Religion zu Zwist und Uneinigkeit führt, so 'Abdu'l-Bahá, ist es besser, auf sie zu verzichten.
5. DIE RELIGION MUSS MIT VERNUNFT UND WISSENSCHAFT ÜBEREINSTIMMEN. Nach dem Glauben der Bahá'í erklärt die Religion Zusammenhänge, die jenseits des wissenschaftlich Erfahrbaren liegen. Wissenschaften und Religionen sollten sich daher ergänzen und nicht widersprechen. Religion ohne Wissenschaft führt zu Aberglaube, Wissenschaft ohne Religion zu Materialismus. Beides wird abgelehnt.
6. MANN UND FRAU SIND GLEICHBERECHTIGT. Die Bahai sehen die Menschheit mit der Offenbarung Baha'ullahs in ein neues Zeitalter eintreten, in welchem „Gewalt ihr Gewicht verliert“ und „die männlichen und weiblichen Elemente der Kultur besser ausgeglichen sein werden“. Das „neue Zeitalter“ wird weniger männlich und mehr von „weiblichen Leitbildern“ – wie zum Beispiel Intuition und Fürsorge – durchdrungen sein. Innerhalb der Gemeindeordnung der Bahai hatten Frauen von Anfang an aktives und passives Wahlrecht.
7. VORURTEILE JEGLICHER ART MÜSSEN ABGELEGT WERDEN. Damit sind sowohl rassistische wie religiöse Vorurteile gemeint. So gibt es bei den Bahá'í zum Beispiel keinen Erlösungsglauben, der die Menschen in 'Gläubige' und 'Ungläubige' einteilt.
8. DER WELTFRIEDEN MUSS VERWIRKLICHT WERDEN. Weltfriede ist für die Bahá'í keine rein eschatologische Erwartung, sondern bedarf des menschlichen Bemühens. Weltfriede impliziert Religionsfriede und die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen, gleich welcher Rasse oder Klasse. Abrüstung und die Etablierung eines Völkerbundes sind die ersten Schritte auf diesem Weg.
9. BEIDE GESCHLECHTER MÜSSEN DIE BESTE GEISTIGE UND SITTLICHE BILDUNG UND ERZIEHUNG ERFAHREN. Damit ist nicht nur die Erziehung in der Familie gemeint, sondern die allgemeine Schulpflicht. Reichen die Mittel nicht für alle Kinder aus, werden Mädchen als "erste Erzieher der nächsten Generation" bevorzugt.
10. DIE SOZIALE FRAGE MUSS GELÖST WERDEN. 'Abdu'l-Bahá bezog sich mit dieser Aussage auf die sozialpolitischen Probleme des Industriezeitalters und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen. Die Bahá'í engagieren sich in wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Hinsicht für Ausgleich und Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess.
11. ES MUSS EINE WELTHILFSSPRACHE UND EINE EINHEITSSCHRIFT EINGEFÜHRT WERDEN. Schon Bahá'u'lláh betonte die Notwendigkeit einer Sprache, die die Völker der Erde gemeinsam wählen sollten, um sich damit weltweit verständigen zu können. Diese soll neben der Muttersprache erlernt werden. Faktisch ist dies innerhalb der Bahá'í-Gemeinde inzwischen Englisch.
12. ES MUSS EIN WELTSCHIEDSGERICHTSHOF EINGESETZT WERDEN. Trotz der zahlreichen Friedensprophezeiungen Bahá'u'lláhs gehen die Bahá'í nicht davon aus, dass sich alle lokalen und globalen Konflikte künftig von allein lösen werden. Zur Klärung solcher Konflikte bedarf es nach Auffassung der Bahá'í nicht nur eines internationalen Gerichtshofes, sondern darüber hinaus einer international akzeptierten Polizei, die bei Bedarf berechtigt ist, in gewaltsame Konflikte friedensbewahrend einzuschreiten.
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