29/01/2017
Liebe Freunde des Knabenchores Hannover, liebe aktive Mitglieder, liebe Ehemalige. Heute vor genau 15 Jahren starb der Gründer des Knabenchors Hannover, Heinz Hennig, der seinen Chor mehr als fünfzig Jahre lang geleitet hat.
Ausschnitte aus der Gedenkrede für Prof. Heinz Hennig vor fünf Jahren im Gottesdienst in der Marktkirche Hannover. Dr. Eike Christian Hirsch sprach Worte des Gedenkens.
[…] Ein stiller, eindringlicher, vorbildlicher Mensch. Ja, in vielem ist er für seine Knaben, ob sie es nun wussten oder nicht, zu einem Vorbild geworden, das sie später oft unbewusst nachahmten, bis in die Gesten hinein, bis in seine Sprechweise. Indem er als väterlicher Freund seine Knaben begleitete auf dem Wege des Erwachsenwerdens, hat er sie geprägt, ihr Leben mitgestaltet durch seine Güte, seinen Feinsinn, seine zarte Heiterkeit, seinen unbedingten Ernst. Ganz nebenbei haben seine Chormitglieder von ihm auch die Kunst des Umgangs miteinander lernen können und damit ein Stück Kunst des Lebens überhaupt.
Manchmal soll er gesagt haben: „In einer richtigen Chorprobe muss mehrfach gelacht werden.“ Sein Humor war Charme, war zart und voller Achtung für andere. Sein Scherzen zeigte auch, dass er sich selbst nicht ganz ernst nehmen wollte, nur das Werk. Diese Stimmung war es, die manchen Knaben, der eigentlich eher die Popmusik im Kopf hatte, dennoch in diesen Kreis zog. „Ich möchte einfach dabei sein“, sagten sie dann, als sei dieser Chor eine zweite Heimat. Ein Ehemaliger drückte es so aus: Er war für mich – wie für so viele – ein „Zauberlehrer“ meiner Kindheit: Er lehrte mich das Staunen und die nie versiegende Freude über das, was er – jenseits aller Töne – mit ein paar Knabenstimmen zum Klingen brachte. „Ein Zauberlehrer“, man kann ihn sich durchaus so vorstellen.
Auch wenn siebzig Sänger vor ihm standen, konnte Heinz Hennig ihre Stimmen unterscheiden. Sein feines Gehör erlaubte es ihm, genau herauszuhören, ob einer etwas abgewichen war, und er konnte ihn darauf ansprechen. Meist recht nachsichtig tat er das und blieb gütig. „Er war für mich“, erinnerte sich ein Ehemaliger, „in vielem so, wie ich mir einen Vater wünschte.“ Immer blieb er ein Mann der minimalen Mittel. Sein Dirigieren zeigte Ruhe, keine Handbewegung war unnötig, kein Fingerzeig zu viel. Er wirkte, wenn man ihm zusah, so bescheiden, wie er wirklich gewesen ist. Weil er seiner selbst sicher war, brauchte er nichts zur Schau zu stellen. Und seine Interpretation war eher nüchtern, als dass sie in den Verdacht geriete, nach Effekt zu haschen. […] Heinz Hennig war ein Verkündiger himmlischer Musik, einer Musik, die selbst wiederum eine Verkündigerin des Glaubens ist.
Heinz Hennig – unvergessen!
https://www.youtube.com/watch?v=s67li9RqLdQ
https://www.youtube.com/watch?v=PCv3nMtDlW0
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