Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland

Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland Offizielle Facebook Präsenz der Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau Vorstand, Niko Deeg

Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau am Main

Am Start steht die Verwirklichung eines kulturell übergreifenden Projektes – ein Projekt, das an zwei bekannte Persönlichkeiten aus Hanau anknüpfen soll. In Hanau wurden Geschichten gesammelt, umgeschrieben und neu aufgesetzt. Die Gebrüder Grimm machten Hanau zu einer Märchenstadt, die so dann um die Welt gingen. D

ie Vorstandsmitglieder der 2017 neu gegründeten Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland sammelten im Vorfeld der Gründung die Geschichte der jüdischen Gemeinden seit Gründung der Stadt Hanau. Hanau war soweit, um neue jüdische Geschichte zu schreiben...

Man machte sich zum Ziel, dass Gedankengut von Rabbi Nachman aus Breslev nach Hanau zu holen. Die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland versteht sich seitdem als die offizielle Vertretung für Rabbi Nachman aus Breslev. In unseren Gemeindehäusern können Besucher und Mitglieder neben den zahlreichen Vorträgen, Toralesungen, Schabbatons und Feiertagen, die wertvolle Lektüre von Rabbi Nachman studieren und erwerben, wie z.B.:
"Der leere Stuhl" oder auch: "Rabbi Nachman - Sprich mit Gott, wie mit Deinem besten Freund". Denn Hanau ist bekanntlich die Stadt der Brüder Grimm, deren meisterhafte Märchen bis heute noch allerorts Wellen schlagen. Deshalb haben wir uns Gedanken darüber gemacht, ein Projekt umzusetzen, das der Märchenstadt einen neuartigen kulturellen Anstrich verleiht, indem wir dieses Vorhaben mit dem beeindruckenden Hanau verbinden: die Gründung einer jüdisch chassidischen Breslev-Gemeinde in Deutschland. Rabbi Nachman ist der Urenkel vom Begründer des Chassidismus, Rabbi Israel, Baal Shem Tov. In seinem Buch der Erzählungen "Sipurey Hamaasijot" offenbarte Rabbi Nachman die verborgensten Geheimnisse des Universums und lieferte Antworten auf die tiefsten Rätsel des Lebens. Seine tiefgründigen Worte sind noch heute inspirierende Antriebskraft vieler Menschen. Er sagte einmal: "Überall auf der Welt erzählt man sich vor dem Schlafengehen Geschichten. Ich aber erzähle Geschichten, um aus dem Schlaf gestärkt zu erwachen." Diese einzigartige Mischung aus den Zutaten der Brüder Grimm und der ergänzenden Würze Rabbi Nachmans runden zu einer märchenhaften Erzählung in voller Lebendigkeit ab. Mit den zauberhaften Märchen und Dank Rabbi Nachmans tiefgreifenden, lehrreichen Erzählungen geht in Hanau die Post ab. Mit der Gründung einer jüdisch chassidischen Kultusgemeinde in Hanau wollen wir märchenhafte Träume und meisterhafte Erzählkunst in einer frischen Lebendigkeit aufblühen und die Wirkungsstätte der Brüder Grimm in einem völlig neuen Licht erstrahlen lassen.

14/06/2026

Shavua tov. Eine gute Woche wünschen wir an unseren gemeinen Mitgliedern weltweit

Am Dienstag durften wir als Gemeinde und Bildungspartner an der Verabschiedung von Pfarrerin Helga Czysewski in den Beru...
11/06/2026

Am Dienstag durften wir als Gemeinde und Bildungspartner an der Verabschiedung von Pfarrerin Helga Czysewski in den Beruflichen Schulen Gelnhausen teilnehmen.

Unter dem Vers aus Psalm 36,10 „Bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in Deinem Lichte sehen wir das Licht“ wurde sie im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Es war eine warmherzige und schöne Verabschiedung, mit ehrenden Worten, bewegenden Momenten, Tränen, Schmunzeln und viel Dankbarkeit. Man spürte, wie viele Menschen sie mit ihrer Arbeit, ihrer Haltung und ihrer Menschlichkeit berührt hat.

Wir danken herzlich für die Einladung und dafür, dass wir diesen besonderen Moment miterleben durften. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir Pfarrerin Helga Czysewski von Herzen alles Gute, Gesundheit, Freude und viele gesegnete Wege.

Niko Deeg

Botschafter der Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau.

Geschäftsführer des Bildungswerks PINOT - Jüdische Bildungsbausteine

𝗘𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗻, 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗺𝗺𝗲𝗻 𝘃𝗲𝗿𝘀𝘁𝘂𝗺𝗺𝗲𝗻: 𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗕𝗲𝗴𝗲𝗴𝗻𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗛𝗼𝗹𝗼𝗰𝗮𝘂𝘀𝘁-𝗭𝗲𝗶𝘁𝘇𝗲𝘂𝗴𝗲𝗻 𝗳ü𝗿 𝗷𝘂𝗻𝗴𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘂𝗻𝘃𝗲𝗿𝘇𝗶𝗰𝗵𝘁𝗯𝗮𝗿 𝘀𝗶𝗻𝗱...
07/06/2026

𝗘𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗻, 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗺𝗺𝗲𝗻 𝘃𝗲𝗿𝘀𝘁𝘂𝗺𝗺𝗲𝗻: 𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗕𝗲𝗴𝗲𝗴𝗻𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗛𝗼𝗹𝗼𝗰𝗮𝘂𝘀𝘁-𝗭𝗲𝗶𝘁𝘇𝗲𝘂𝗴𝗲𝗻 𝗳ü𝗿 𝗷𝘂𝗻𝗴𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘂𝗻𝘃𝗲𝗿𝘇𝗶𝗰𝗵𝘁𝗯𝗮𝗿 𝘀𝗶𝗻𝗱

In einer Zeit, in der Antisemitismus, Hass, Hetze, Extremismus und Gewalt wieder sichtbarer werden, gewinnt eine Aufgabe besondere Dringlichkeit: junge Menschen müssen Geschichte nicht nur aus Schulbüchern kennen.

Sie müssen ihr begegnen.
Sie müssen zuhören können.
Sie müssen verstehen, dass die Shoa kein abstraktes Kapitel der Vergangenheit ist, sondern ein Menschheitsverbrechen, das aus Worten, Ausgrenzung, Gleichgültigkeit, Propaganda und gesellschaftlicher Verrohung erwachsen ist.

Für die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau und das Bildungswerk PINOT – Jüdische Bildungsbausteine mit Sitz in Hanau steht diese Arbeit seit Jahren im Mittelpunkt.

In Schulen, Universitäten, öffentlichen Veranstaltungen, Unternehmen und Bildungsprojekten werden Begegnungen geschaffen, die nicht nur informieren, sondern prägen.

Der pädagogische Kern dieser Arbeit liegt darin, Geschichte persönlich erfahrbar zu machen und daraus Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.

Besonders wichtig ist dabei die Begegnung mit Holocaust-Zeitzeuginnen und Holocaust-Zeitzeugen.

Ihre Lebensgeschichten eins zu eins zu hören, ist durch kein Lehrbuch, keinen Film und keine digitale Darstellung vollständig zu ersetzen. Wenn ein Mensch erzählt, wie Entrechtung begann, wie Nachbarn wegsahen, wie Familien auseinandergerissen wurden, wie Angst, Hunger, Verfolgung und Verlust das Leben bestimmten, dann entsteht ein anderer Zugang.

Jugendliche hören nicht von Zahlen, sondern von Menschen. Nicht von einer fernen Vergangenheit, sondern von erlebtem Leid, von Überleben, von Erinnerung und von der Verpflichtung, niemals gleichgültig zu werden.

Diese Begegnungen sind pädagogisch von unschätzbarem Wert. Gerade junge Menschen wachsen heute in einer Medienwelt auf, in der Gewalt häufig inszeniert, überzeichnet oder konsumierbar gemacht wird. Videospiele, Actionfilme und digitale Inhalte können Gewalt entkoppeln von ihren realen Folgen.
Deshalb ist es so wichtig, dass Jugendliche die Realität des Grauens erzählt bekommen: nicht als Schockpädagogik, sondern als ernsthafte, menschliche und verantwortungsvolle Bildungsarbeit.

Die Shoa war kein Film. Sie war keine Szene. Sie war die systematische Vernichtung jüdischen Lebens und unzähliger weiterer Opfergruppen. Wer das durch die Stimme eines Überlebenden hört, begreift Geschichte tiefer.

Doch diese Stimmen werden weniger. Die Generation der Holocaust-Zeitzeuginnen und Zeitzeugen stirbt aus. Umso dringlicher ist es, diese letzten direkten Begegnungen zu ermöglichen und gleichzeitig neue Formen der Erinnerungsarbeit zu stärken. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die sogenannte zweite Generation: die Söhne und Töchter von Überlebenden. Sie tragen die Geschichten ihrer Familien weiter, berichten von den Folgen der Verfolgung über Generationen hinweg und zeigen, dass die Shoa nicht 1945 einfach endete. Traumata, Verlust, Schweigen, Angst und Identitätsfragen wirkten in Familien weiter. Auch diese Perspektive ist pädagogisch hoch bedeutsam, weil sie Jugendlichen vermittelt, dass Geschichte Folgen hat – bis heute.

Die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland organisiert seit Jahren solche Veranstaltungen, Begegnungen, Workshops und Projekte. Gemeinsam mit dem Bildungswerk PINOT wurden pädagogisch ausgearbeitete Konzepte erfolgreich an Schulen umgesetzt. Dabei geht es nicht nur um historische Wissensvermittlung, sondern um Haltung, Empathie, demokratische Bildung und gesellschaftliche Verantwortung.

An Schulen arbeitet die Gemeinde mit ganzen Jahrgangsstufen, Klassenverbänden und Projektwochen. In einzelnen Wochen wurden bereits rund 600 Schülerinnen und Schüler erreicht. Diese Zahl zeigt nicht nur die Reichweite der Arbeit, sondern auch den Bedarf. Jugendliche bringen Fragen mit. Sie bringen Unsicherheiten mit. Manche bringen Vorurteile mit, die sie aus sozialen Medien, familiären Prägungen oder gesellschaftlichen Debatten übernehmen. Genau dort setzt die Bildungsarbeit an: nicht mit Belehrung von oben, sondern mit Begegnung, Gespräch, Zuhören und pädagogisch geleiteten Reflexionsräumen.

Ein zentraler Mehrwert für Schulen liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten lernen, sondern in einen Dialog treten. Sie erfahren, was Antisemitismus bedeutet, wie Vorurteile entstehen, warum Sprache gefährlich werden kann und wie schnell Ausgrenzung normalisiert wird, wenn niemand widerspricht. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie lernen, dass Demokratie nicht nur ein politisches System ist, sondern eine tägliche Haltung im Umgang miteinander.

Für Universitäten eröffnet diese Arbeit einen vertieften Zugang zu Erinnerungskultur, Antisemitismusforschung, Sozialer Arbeit, Pädagogik, Religionswissenschaft, politischer Bildung und interkultureller Praxis. Studierende, die später in Schulen, Verwaltung, Medien, Sozialarbeit, Justiz, Sicherheitsbehörden oder Unternehmen tätig sein werden, brauchen ein fundiertes Verständnis dafür, wie Antisemitismus funktioniert. Sie müssen erkennen, dass Antisemitismus nicht nur in offenem Hass sichtbar wird, sondern auch in Codes, Verschwörungserzählungen, Schuldumkehr, Israelbezogenem Antisemitismus, Schweigen und Relativierung.

Das Bildungswerk PINOT setzt darüber hinaus Ausstellungen zum jüdischen Leben heute, Konzertveranstaltungen, Begegnungsformate und Bildungsprojekte um. Diese Arbeit verbindet Erinnerungskultur mit Gegenwartsfragen.

Jüdisches Leben wird nicht nur über Verfolgung, Leid und Shoa dargestellt, sondern auch als lebendige, religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Realität heute. Genau dieser Zugang ist wesentlich: Wer jüdisches Leben nur aus der Perspektive der Vergangenheit kennt, versteht nicht, was jüdisches Leben heute braucht – Sichtbarkeit, Sicherheit, Respekt und gleichberechtigte Teilhabe.

Die Projekte von PINOT und der Jüdisch Chassidischen Kultusgemeinde Breslev schlagen dabei eine Brücke zwischen Demokratiebildung, Antisemitismusprävention, Extremismusprävention, Antiziganismus, Rassismus, Gewalt gegen Frauen, queerfeindlichen Übergriffen und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Der pädagogische Ansatz macht deutlich: Diese Phänomene sind nicht identisch, aber sie haben gemeinsame Mechanismen. Sie beginnen häufig mit Abwertung, mit Sprache, mit Gerüchten, mit Bildern im Kopf, mit dem Satz: „Die anderen sind anders, gefährlich oder weniger wert.“

Bildungsarbeit gegen Antisemitismus ist deshalb immer auch Bildungsarbeit für Menschlichkeit. Sie stärkt demokratische Kompetenzen, Konfliktfähigkeit und Empathie. Sie hilft jungen Menschen, einfache Feindbilder zu hinterfragen. Sie zeigt, dass Respekt nicht bedeutet, keine Unterschiede zu haben, sondern mit Unterschieden verantwortungsvoll umzugehen.

Ein zunehmend wichtiger Arbeitsbereich sind Unternehmen. Gerade dort treffen Menschen unterschiedlicher Religionen, Herkunftsländer, Kulturen und politischer Prägungen täglich aufeinander. In Zeiten des Nahostkonflikts entstehen auch in Betrieben Spannungen, Missverständnisse und Konflikte. Kolleginnen und Kollegen bringen persönliche Betroffenheit, politische Meinungen, religiöse Identitäten oder familiäre Geschichten mit an den Arbeitsplatz. Wenn solche Konflikte nicht begleitet werden, können sie eskalieren.

PINOT hat hierfür Konzepte zur Konfliktbearbeitung und Prävention entwickelt. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen über Religion, Identität, Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus, gegenseitige Ängste und respektvollen Umgang gesprochen werden kann. Gerade im Verhältnis zwischen jüdischen und muslimischen Mitarbeitenden braucht es Sensibilität, Wissen und klare Regeln. Der Arbeitsplatz darf kein Ort von Hass, Provokation oder Ausgrenzung werden. Er muss ein Raum bleiben, in dem Menschen unabhängig von Religion, Herkunft oder politischer Lage respektvoll zusammenarbeiten können.

Dabei ist wichtig: Konfliktbearbeitung bedeutet nicht, alles gleichzusetzen oder Antisemitismus zu relativieren. Im Gegenteil. Professionelle Bildungsarbeit benennt Antisemitismus klar, schützt Betroffene und schafft gleichzeitig Gesprächsformate, in denen Menschen lernen können, Konflikte sachlich, respektvoll und ohne Feindbilder auszutragen. Genau darin liegt der pädagogische und gesellschaftliche Wert dieser Arbeit.

Die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland und das Bildungswerk PINOT haben sich gerade in den schwierigen Zeiten des Nahostkonflikts durch zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Seminare ausgezeichnet. Während vielerorts Unsicherheit, Sprachlosigkeit oder Polarisierung zunahmen, wurden hier Bildungsräume geschaffen. Räume, in denen nicht Hass und Parolen im Mittelpunkt standen, sondern Aufklärung, Begegnung und Verantwortung.

Besonders eindrücklich zeigt sich der Erfolg solcher Arbeit oft erst Jahre später. Ein Erlebnis von Niko Deeg, Vorstand der Jüdisch Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland, macht dies deutlich. Eines Tages betrat er einen Baumarkt. Dort wurde er von einem jungen Mitarbeiter an der Information laut und freudig begrüßt: „Hey, ich kenne dich, du bist doch der Jude.“

Der Satz hätte im ersten Moment irritieren können. Doch dann entwickelte sich ein Gespräch. Der junge Mann erklärte, dass er als Schüler an einem Konzert gegen Antisemitismus und Rassismus teilgenommen habe. Das sei sechs oder acht Jahre her. Trotzdem könne er sich genau erinnern. Diese Begegnung habe ihm etwas für sein Leben mitgegeben. Er habe gelernt, sachlich, respektvoll und tolerant mit seinem Gegenüber umzugehen.

Für Niko Deeg war dieser Moment ein nachhaltiger Beweis für die Wirkung der Bildungsarbeit. Denn echte Pädagogik zeigt sich nicht nur in einem ausgefüllten Arbeitsblatt, nicht nur in einer Teilnahmebescheinigung und nicht nur am Projekttag selbst. Sie zeigt sich Jahre später, wenn ein junger Mensch im Alltag anders denkt, anders spricht und anders handelt. Wenn er sich erinnert. Wenn er verstanden hat. Wenn aus einem Workshop eine Haltung geworden ist.

Genau darin liegt der Erfolg der Arbeit der Gemeinde und des Bildungswerks. Die Veranstaltungen erreichen nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz. Sie vermitteln Wissen, aber sie fördern zugleich Empathie. Sie schaffen Begegnung, aber sie verlangen auch Verantwortung. Sie machen deutlich, dass Antisemitismus nicht erst dort beginnt, wo Gewalt ausgeübt wird. Er beginnt viel früher: in Witzen, in Gerüchten, in Verschwörungserzählungen, in Gleichgültigkeit, in Schweigen.

Für Schulen bedeutet diese Arbeit eine wichtige Ergänzung zum Unterricht. Lehrkräfte leisten täglich wertvolle Arbeit, stehen aber angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen oft vor großen Herausforderungen. Externe Bildungsprojekte durch jüdische Gemeinden und spezialisierte Bildungswerke bringen authentische Perspektiven, gelebte Erfahrung und fachliche Kompetenz in den Schulalltag. Sie ermöglichen Jugendlichen, Fragen zu stellen, die sie im regulären Unterricht vielleicht nicht stellen würden. Sie eröffnen Gesprächsräume, die nachhaltig wirken können.

Für Schülerinnen und Schüler entsteht dadurch ein Lernprozess, der weit über Geschichte hinausgeht. Sie lernen, wie Diskriminierung funktioniert. Sie lernen, wie Vorurteile abgebaut werden können. Sie lernen, warum Demokratie Schutz braucht. Sie lernen, dass jüdisches Leben nicht nur erinnert, sondern heute respektiert und geschützt werden muss.

Für die Allgemeingesellschaft sind solche Veranstaltungen ebenso bedeutsam. Denn Antisemitismus ist kein Problem einzelner Gruppen und kein Randphänomen. Er betrifft die gesamte Gesellschaft. Wenn jüdische Menschen sich in Deutschland unsicher fühlen, dann ist das ein demokratisches Alarmsignal. Wenn Hass im Netz, auf Schulhöfen, in Betrieben oder auf der Straße normalisiert wird, dann braucht es klare, sichtbare und kontinuierliche Gegenarbeit.

Die Arbeit der Jüdisch Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland und von PINOT zeigt, dass Prävention nicht erst nach einem Vorfall beginnen darf. Sie muss vorher ansetzen. Sie muss Wissen vermitteln, Begegnungen ermöglichen, Konflikte bearbeiten und Menschen befähigen, Haltung zu zeigen. Antisemitismus, Hass, Hetze und Gewalt entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie wachsen dort, wo Unwissen, Vorurteile und Gleichgültigkeit aufeinandertreffen.

Darum ist Bildungsarbeit eine der stärksten Antworten auf Menschenfeindlichkeit. Sie verhindert nicht jedes Problem sofort. Aber sie verändert Perspektiven. Sie erreicht junge Menschen in einer prägenden Lebensphase. Sie stärkt Lehrkräfte, Schulen, Unternehmen und Kommunen. Sie schafft Brücken, wo andere spalten wollen. Und sie bewahrt Erinnerung, bevor die Stimmen der Zeitzeugen endgültig verstummen.

Die Botschaft dieser Arbeit ist klar: Erinnern ist keine Pflichtübung. Erinnern ist Verantwortung. Begegnung ist kein Zusatzangebot. Begegnung ist Prävention. Und jüdische Bildungsarbeit ist kein Randthema, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil demokratischer Kultur.

Gerade heute braucht es diese Arbeit mehr denn je. In Schulen, an Universitäten, in Unternehmen, in Kommunen und in der gesamten Gesellschaft. Denn wer jungen Menschen zuhört, wer ihnen Geschichte nahebringt, wer ihnen Begegnung ermöglicht und ihnen zeigt, wie gefährlich Hass werden kann, der investiert nicht nur in Bildung. Er investiert in eine friedlichere, demokratischere und menschlichere Zukunft.

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Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland

International Jüdisches Zentrum für Menschlichkeit und Toleranz

PINOT- Jüdische Bildungsbausteine
Bildungswerk - Begegnungsstätte in Hanau, Berlin, Michelstadt und Selb
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Kontakt:

E-Mail: [email protected]
Telefon: 01717438882

DEUTSCHLAND:
Steinheimerstr 47
63450 Hanau
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Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland

Internetpräsenz: www.jckbd-hanau.de
Facebook: www.Facebook.com/jckbd
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International Jüdisches Zentrum für Menschlichkeit und Toleranz - MUT
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PONOT- Jüdische Bildungsbausteine
Bildungs- und Begegnungsstätte in Hanau.
Bundesweit aktiv.
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10 Jahre Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in HanauChassidim • Hanau und die WeltDas Cha...
06/06/2026

10 Jahre Jüdisch- Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau

Chassidim • Hanau und die Welt

Das Chassidentum ist für uns nicht nur eine religiöse Richtung innerhalb des Judentums. Es ist ein lebendiger Weg des Herzens, der Freude, der Verantwortung und der Nähe zu G_tt.

Wer das Chassidentum verstehen möchte, muss seine Wurzeln nicht allein in Büchern suchen, sondern auch in der Frage, wie ein Mensch lebt, wie er anderen begegnet, wie er betet, wie er hilft, wie er Hoffnung schenkt und wie er trotz aller Dunkelheit Licht in diese Welt bringt.

Die chassidische Bewegung entstand im 18. Jahrhundert in Osteuropa, in einer Zeit, in der viele jüdische Menschen unter Armut, Ausgrenzung, Verfolgung und innerer Not litten. In diese Zeit hinein trat Rabbi Israel ben Elieser, der als Baal Shem Tov bekannt wurde. Der Baal Shem Tov war kein Lehrer, der das Judentum schwerer machen wollte.

Er wollte es den Menschen wieder nahebringen. Er lehrte, dass jeder Mensch G_tt dienen kann, nicht nur der große Gelehrte, nicht nur der Rabbiner, nicht nur derjenige, der viele Bücher gelesen hat. Auch der einfache Mensch, der mit einem aufrichtigen Herzen betet, der einem anderen Menschen hilft, der ehrlich lebt und G_tt vertraut, ist vor dem Himmel kostbar.

Das war eine revolutionäre und zugleich tief jüdische Botschaft. Der Baal Shem Tov stellte nicht die Tora infrage, nicht den Talmud, nicht die jüdischen Gesetze und nicht die Heiligkeit der Überlieferung. Im Gegenteil. Er öffnete den Blick dafür, dass die Tora nicht nur studiert, sondern gelebt werden muss. Er zeigte, dass die Gebote nicht nur äußere Handlungen sind, sondern Wege, durch die der Mensch sein Herz, seine Seele und seinen Alltag mit G_tt verbindet. Für den Baal Shem Tov war die Welt nicht gottlos, sondern voller göttlicher Funken. Jeder Moment, jede Begegnung, jedes gute Wort und jede helfende Tat kann ein Ort sein, an dem Heiligkeit sichtbar wird.

Aus dieser geistigen Wurzel heraus entstand das Chassidentum als eine Bewegung der Freude, der Liebe, der inneren Stärke und der Nähe zu den Menschen.

Es ging niemals darum, sich über andere zu erheben. Es ging darum, den Menschen aufzurichten.

Das Chassidentum sagt: Ein Mensch ist nicht verloren. Auch wenn er gefallen ist, kann er aufstehen. Auch wenn er zweifelt, kann er beten. Auch wenn er gebrochen ist, kann aus ihm Licht hervorgehen.

Diese Haltung prägt bis heute unser Verständnis als Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau.

Besonders verbunden fühlen wir uns mit der Lehre von Rabbi Nachman von Breslev, dem Urenkel des Baal Shem Tov. Rabbi Nachman hat die chassidische Botschaft auf eine ganz eigene, tiefe und bis heute sehr aktuelle Weise weitergetragen. Er sprach über Freude, über Hoffnung, über das persönliche Gespräch mit G_tt, über die Kraft der Seele und über den Mut, niemals aufzugeben. Seine Lehre ist nicht oberflächlich fröhlich, sondern ehrlich.

Rabbi Nachman kannte die Dunkelheit des menschlichen Lebens, aber gerade deshalb lehrte er, dass der Mensch sich nicht von Verzweiflung beherrschen lassen darf. Sein Weg ist ein Weg der inneren Rückkehr, der Teschuwa, der persönlichen Verantwortung und der lebendigen Beziehung zu G_tt.

Für uns als Breslev-Chassidim bedeutet das: Wir glauben an die Kraft des Gebets. Wir glauben an die Kraft der Freude. Wir glauben daran, dass ein Mensch mit G_tt sprechen kann, ehrlich, direkt und ohne Maske. Wir glauben daran, dass jeder Mensch einen Punkt des Guten in sich trägt. Und wir glauben daran, dass es unsere Aufgabe ist, diesen Punkt des Guten im anderen Menschen zu sehen, zu stärken und sichtbar zu machen.

Als jüdische Strömung in der Lehre von Rabbi Nachman stehen wir für Menschlichkeit, Freude und die Flamme des Lebens. Wir möchten Licht verbreiten. Wir möchten etwas Gutes in das Herz unseres Gegenübers pflanzen. Für uns ist es eine Mizwa, jedem Menschen, der uns begegnet, freundlich, offen und mit Respekt gegenüberzutreten. Und zwar so, dass dieser Mensch sich freut, uns wiederzusehen.

Das ist für uns kein nebensächlicher Gedanke, sondern ein tiefes religiöses Verständnis: Ein Mensch, der einem anderen Menschen Freude schenkt, bringt Licht in die Welt.
Auch der Baal Shem von Michelstadt, Rabbi Seckel Löb Wormser, gehört zu den bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten, die besonders im deutschen Raum mit Frömmigkeit, Weisheit, Wohltätigkeit und geistiger Tiefe verbunden werden. Er steht für eine Form jüdischer Gelehrsamkeit, die nicht kalt oder abgehoben ist, sondern den Menschen zugewandt bleibt. Seine Erinnerung zeigt, dass auch auf deutschem Boden jüdische Mystik, Frömmigkeit, Tora-Treue und praktizierte Nächstenliebe tiefe Wurzeln haben. Für uns ist das wichtig, weil wir unser chassidisches Leben nicht als fremd in Deutschland verstehen, sondern als Teil einer langen jüdischen Geschichte, die auch hier Spuren hinterlassen hat.

In Hanau organisieren, vertreten und leben wir chassidische Menschen der Breslev-Bewegung. Wir verstehen uns in Hanau, ebenso wie in Dresden, als liberale Chassidim. Damit meinen wir nicht, dass wir unsere religiösen Wurzeln aufgeben. Im Gegenteil. Wir stehen auf dem festen Fundament der Tora, des Talmuds, der jüdischen Überlieferung und der chassidischen Lehre. Wir nehmen unseren Glauben ernst. Wir nehmen jüdische Gesetze, Traditionen, Gebet, Feiertage, Lernen und religiöse Verantwortung ernst. Zugleich leben wir offen, dialogbereit und mitten in der Gesellschaft.

Für uns ist es kein Widerspruch, tief religiös zu sein und zugleich offen auf andere Menschen zuzugehen. Es ist kein Widerspruch, chassidisch zu leben und sich in die Stadtgesellschaft einzubringen. Es ist kein Widerspruch, die eigene jüdische Identität zu bewahren und gleichzeitig Brücken zu anderen Religionen, Kulturen und Minderheiten zu bauen. Im Gegenteil: Gerade aus unserem Glauben heraus sehen wir die Verpflichtung, Menschen nicht auszugrenzen, sondern ihnen mit Respekt, Würde und Menschlichkeit zu begegnen.

Breslev ist mit Musik, Tanz, Freude, Gesang und gemeinsamem Gebet verbunden. Es wird getanzt, es wird sich gefreut, es wird gesungen, und es wird gemeinsam gebetet. Noch wichtiger ist für uns jedoch das persönliche Gespräch mit G_tt. Dieses ehrliche Sprechen mit G_tt, mit eigenen Worten, mit offenem Herzen, mit allem, was den Menschen bewegt, ist ein wesentlicher Teil unseres religiösen Lebens.

Es verbindet den Menschen nicht nur mit dem Himmel, sondern auch mit seiner eigenen Seele.

Auch unsere Kleidung kann sich von anderen jüdischen Strömungen unterscheiden. Manche von uns tragen traditionell Schwarz-Weiß, andere heller, moderner und freundlicher. Manche tragen Herrenschuhe, andere Turnschuhe. Entscheidend ist nicht die äußere Form allein, sondern das Herz, das dahintersteht. Wichtig ist uns, dass Kippa und Zizit sichtbar bleiben, denn sie erinnern uns an unsere jüdische Identität, an unsere Verantwortung und an unsere Verbindung zu G_tt. Ob modern oder traditionell, ob hell oder schwarz-weiß: Unser Ziel bleibt dasselbe. Wir möchten mit Freude, Glauben und Würde jüdisches Leben sichtbar machen.

Unsere jüdische Community in Hanau ist voll integriert und setzt sich im Alltag aktiv mit Gesellschaft, Vielfalt und Verantwortung auseinander. Wir sind im interreligiösen Dialog tätig, nicht nur lokal, sondern im gesamten Bundesgebiet. Wir suchen das Gespräch mit Christinnen und Christen, Musliminnen und Muslimen, mit anderen Religionsgemeinschaften, mit Vereinen, Schulen, Kommunen, Bildungsstätten und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Wir tun das nicht als Show und nicht aus taktischen Gründen. Wir tun es, weil wir überzeugt sind, dass Menschen einander begegnen müssen, wenn Vorurteile abgebaut werden sollen.

Die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland in Hanau setzt sich nicht nur für jüdische Anliegen ein, sondern auch für andere Minderheiten, darunter Sinti, Roma und Jenische. Aus unserer eigenen jüdischen Erfahrung wissen wir, was Ausgrenzung, Vorurteile, Abwertung und falsche Zuschreibungen bedeuten können. Deshalb können und wollen wir nicht schweigen, wenn andere Minderheiten abgewertet werden. Wer jüdisches Leben ernst nimmt, muss auch die Würde anderer Menschen ernst nehmen.

In der Zusammenarbeit mit vielen Religionsgemeinschaften und Partnern gelingt es uns, Vorurteilen gegenüber jüdischen Menschen, dem Judentum und besonders gegenüber chassidischem Leben entgegenzutreten. Viele Menschen kennen Chassidim nur aus Bildern, Filmen oder Klischees. Sie sehen Kleidung, Schläfenlocken, Kippa, Gebet und Tradition, aber sie kennen oft nicht das Herz dahinter. Sie wissen nicht, dass chassidisches Leben von Freude, Gastfreundschaft, Lernen, Gebet, Musik, Familie, Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft geprägt ist. Genau deshalb öffnen wir unsere Türen.

Wir laden nichtjüdische Menschen zu Veranstaltungen, Kulturreihen, Ausstellungen, Konzerten, Bildungsangeboten und jüdischen Feiern ein. Wir grenzen nicht aus. Wir erklären. Wir begegnen. Wir sprechen. Wir hören zu. Wir antworten auf Anfragen per E-Mail oder Telefon, und wir nehmen Menschen ernst, die Interesse am Judentum haben. Wer mit ehrlichem Herzen fragt, soll eine ehrliche Antwort bekommen. Wer jüdisches Leben kennenlernen möchte, soll nicht vor verschlossenen Türen stehen.
In den letzten zehn Jahren haben wir in der Hanauer Innenstadt aufgebaut, gestaltet, erklärt, eingeladen und Verantwortung übernommen. Wir haben jüdisches Leben sichtbar gemacht, nicht als abgeschlossene Welt, sondern als lebendige, aktive Stimme innerhalb der Stadtgesellschaft. Wir haben Veranstaltungen durchgeführt, Bildungsarbeit geleistet, Dialogräume geschaffen, Kultur sichtbar gemacht und Begegnungen ermöglicht.

Diese Arbeit ist nicht immer leicht. Wer sichtbar ist, wird auch bewertet. Wer religiös ist, wird manchmal missverstanden. Wer eigene Wege geht, wird nicht selten vorschnell beurteilt.

Wir erleben leider, dass freie jüdische Gemeinden und besonders chassidische Gemeinschaften manchmal falsch bewertet oder verurteilt werden. Häufig geschieht das gerade deshalb, weil wir an der jüdischen Lehre, an der Tora, am Talmud, an den heiligen Schriften, an Traditionen und an jüdischen Gesetzgebungen festhalten.

Gleichzeitig wird unsere Offenheit gegenüber der Gesellschaft manchmal missverstanden. Doch offen zu sein ist kein Mangel an Glauben. Menschlich zu sein ist kein Bruch mit der Tradition.

Dialogbereit zu sein ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist eine Stärke. Es ist Liebe.

Selbst Kritik, Ablehnung oder verletzende Bezeichnungen, wie zum Beispiel die Benennung als „Sekte“, nehmen wir nicht mit Hass, Bitterkeit oder negativen Gefühlen auf. Wir tragen keine schlechten Gedanken in uns. Neid und Missgunst sind uns fern. Wir antworten nicht mit Dunkelheit auf Dunkelheit, sondern mit Freude, Liebe und Glauben. Die Flamme von Rabbi Nachman brennt in unserem Herzen. Diese Flamme heißt Emuna: Vertrauen auf G_tt, innere Stärke, Hoffnung und die Gewissheit, dass Freude stärker sein kann als Kränkung.

Wir sehen unsere freie Gemeinde als tief religiös und stark im Glauben. Unsere Offenheit kommt nicht aus Beliebigkeit, sondern aus Verantwortung. Wir wollen nicht gegen Menschen stehen, sondern mit Menschen sprechen. Wir wollen nicht Mauern bauen, sondern Verständnis ermöglichen. Wir wollen nicht durch Streit wachsen, sondern durch Wahrheit, Haltung und gute Taten.
Darum distanzieren wir uns klar von Streit, übler Nachrede, Hass, Hetze und Gewalt. Wir möchten nicht schlecht übereinander reden, sondern als Freunde miteinander sprechen. Wir glauben, dass auch schwierige Fragen mit Würde, Respekt und Anstand behandelt werden müssen.

Gerade in einer Zeit, in der Menschen schnell urteilen, schnell verletzen und schnell spalten, braucht es religiöse Stimmen, die verbinden und beruhigen, ohne ihre Wahrheit aufzugeben.

Wir distanzieren uns auch von politischem Streit im Inland wie im Ausland, soweit er Menschen gegeneinander aufhetzt und religiöse Gemeinschaften zu Gegnern machen will. Wir sind frei im Glauben. Wir sind nicht das Gegenüber für Streit, sondern der Partner für Gebet, Dialog und Menschlichkeit. Wir sind Freunde der Religionen und nicht Feinde der eigenen Herkunft. Unsere jüdische Identität ist fest, und gerade deshalb müssen wir niemanden abwerten, um selbst zu bestehen.

Unser Chassidentum in Hanau ist geprägt von Tradition und Offenheit, von Glaube und Verantwortung, von jüdischer Verwurzelung und gesellschaftlicher Verbundenheit. Wir stehen in der Linie des Baal Shem Tov, der den einfachen Menschen erhoben hat. Wir stehen in der Lehre von Rabbi Nachman von Breslev, der Hoffnung und Freude auch in schweren Zeiten lehrte. Wir erinnern an Persönlichkeiten wie den Baal Shem von Michelstadt, die zeigen, dass jüdische Frömmigkeit und Menschennähe auch in Deutschland tiefe Wurzeln haben.

Wir möchten, dass Menschen verstehen: Chassidisches Judentum ist kein Rückzug aus der Welt. Es ist ein Weg, die Welt mit mehr Seele zu betrachten. Es ist ein Weg, G_tt im Alltag zu dienen. Es ist ein Weg, Menschen mit Würde zu begegnen. Es ist ein Weg, Freude nicht als Leichtigkeit, sondern als geistige Kraft zu leben. Es ist ein Weg, Minderheiten zu schützen, Vorurteile abzubauen und Brücken zu bauen.

Als Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland mit Sitz in Hanau stehen wir für ein jüdisches Leben, das tief im Glauben verwurzelt ist und gleichzeitig offen in die Gesellschaft hineinwirkt. Wir stehen für Tora, Gebet, Tradition, Lernen, Dialog, Hilfsbereitschaft und Frieden. Wir stehen gegen Hass, gegen Hetze, gegen Gewalt und gegen jede Form von Menschenverachtung und Ausgrenzung. Wir stehen für das Gute, das Verbindende und das Heilige im Menschen.

Denn genau darin liegt für uns der Kern des Chassidentums: G_tt mit Freude zu dienen, dem Menschen mit Liebe zu begegnen, Licht weiterzugeben, die Flamme des Lebens zu bewahren und in einer oft zerrissenen Welt ein Ort des Friedens, des Glaubens, der Emuna und der Hoffnung zu sein.

Shalom, Niko Deeg

Botschafter der Jüdisch Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland

Geschäftsführer des jüdischen Bildungswerk PINOT - Jüdische Bildungsbausteine

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