03/04/2020
Gedanken zur Losung für Gründonnerstag:
„Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen.“ Sacharja 8,21
Weit brauchen wir nicht zu gehen.
Wir können unsere Wege und Ausflüge derzeit auf dem Grundriss unserer Wohnungen planen.…
und wieder wird einmal mehr deutlich:
Es kommt auf die kleinen Schritte an!
Wollen wir also zu Gott, haben wir es in diesen Tagen leicht:
Sich hinsetzen,
Kerze anzünden - zwar nicht nötig, aber ein schönes Zeichen -
zur Ruhe kommen…
Mehr braucht es nicht.
„Lasst uns…“!
Es ist eine Aufgabe für uns, als Gemeinschaft.
Uns als eine Gemeinschaft zu verstehen,
die diese Aufgabe gemeinsam angeht…,
das ist verteilt über die Wohnzimmer des Landes nur schwerlich spürbar.
Und dennoch sollten wir uns als Gemeinde verstehen
im Geiste vereint,
weil es eben zur Zeit nicht anders geht.
Übrigens: Zur Not geht auch so etwas Spezielles wie Abendmahl zuhause. Auch allein!
Unlängst erzählte jemand von einer tief spirituellen Erfahrung beim Sonntagsfrühstück vor dem Fernseher:
Als während des Essens die Einsetzungsworte im Fernsehgottesdienst gesprochen wurden,
wandelte sich der Charakter der Mahlzeit.
Und Gott war fühlbar anwesend,
zuhause.
Also: Wirklich niemand muss am Gründonnerstag auf das Abendmahl verzichten.
Dass dann kein ordinierter Gemeinhelfer zugegen ist, der die Einsetzungsworte spricht… macht nichts!
Denn die Einsetzungsworte hat Jesus gesprochen. Wir können sie lesen und bei diesem Mahl an das Leiden und Sterben Jesu denken - und daran, dass er das Leid überwunden hat und lebt.
Deckt euch einen schönen Abendbrottisch, mit Oliven, Brot, Wein und anderen Zutaten, entzündet eine Kerze und lest beim Mahl die Geschichte vom Abendmahl mit den Einsetzungsworten (Matthäus 26,17-29) mit anschließendem Vaterunser
- und zum Abschluss der Mahlzeit lest Psalm 111 und sprecht ein Segenswort: „Gott ist bei uns!“, das mit „In Jesu Namen. Amen“ beantwortet werden kann.
Wenn wir nur kleine Schritte machen können, macht Gott die kleinen Schritte zu großen.
Wir teilen allesamt das gleiche Schicksal und müssen daheim bleiben.
Aber es eint uns eben dieses Schicksal zu einer Gemeinschaft im Geist.
Und Gott ist bei uns - heute und alle Tage. „Gelobet sei der da kommt im Namen des Herrn!“
Die Aussicht, dass Gott sich auf ewig mit uns verbindet,
macht Mut und gibt Hoffnung, dass das letzte Wort über unser Leben Gott hat.
Der lebendige Gott.
Die Macht des Todes gerät ins Wanken allein schon dadurch,
dass wir darauf hoffen - und trotz der schwierigen Umstände kleine Schritte machen können!
Stefan Richter