04/03/2024
„Lasst uns jubeln und fröhlich sein“
Christian Pestel als neuer Pastor eingeführt
Mit dem Song „Hallo, schön, dass Du heut da bist“ gaben die Kinder das Motto des Gottesdienstes vor. Der schwungvolle Song begrüßte zahlreiche Gäste, vor allem aber den neuen Pastor Christian Pestel und seine Frau Dörthe in der Gemeinde. Nach rund zweijähriger Vakanz haben wir wieder einen Pastor, der in dem Festgottesdienst in seinen Dienst eingeführt und für seine Aufgabe gesegnet wurde.
Christian Pestel ist ausgebildeter Forstingenieur und studierte anschließend an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen. Er war 15 Jahre Pastor der Baptistengemeinde in Weinheim und arbeitete zuletzt zwei Jahre für die evangelische Stadtmission in Swakopmund (Namibia). Moderatorin Margarethe Hühnerbein stellte den Gottesdienst unter das Bibelwort „Lasst uns heute jubeln und fröhlich sein“ und begrüßte besonders die Christen in Namibia, die über den Video-Livestream die Einführung ihres ehemaligen Pastors in die neue Aufgabe verfolgten.
„Wir freuen uns und sind gespannt, was Gott mit Euch und uns gemeinsam vorhat“, sagte der neue Pastor und verschwieg nicht, dass der Wechsel von Swakopmund nach Deutschland nicht ganz einfach gewesen sei. „Dort hatten wir zwei Jahre lang nur Sonne – hier regnet es gefühlt seit einigen Wochen.“ Andererseits stehe für ihn und seine Frau fest: „Egal ob in Afrika oder in Deutschland - wir leben aus der Freude und dem Vertrauen auf Jesus Christus, er ist die Antwort auf die großen Lebensfragen - und das gilt überall.“
Christian Frevel aus Weinheim beglückwünschte die Haigerer Christen: „Sie bekommen einen bodenständigen und wahrhaftigen Hirten, einen Prediger mit Tiefgang, der immer für eine Überraschungen gut ist.“ Pestel vertrete seine Glaubensüberzeugung stets offen. „Du bist und warst ein Praktiker und bist uns in Weinheim zu einem Bruder und Freund geworden“, sagte der Gemeindeleiter. Auch die Gemeinde aus Namibia grüßte per Video und bedankte sich für die gemeinsame Zeit mit dem Ehepaar Pestel.
Friedemann Volke vom Christusforum, einem Netzwerk von freikirchlichen Gemeinden, erinnerte daran, dass „Menschen von der Liebe Gottes berührt werden sollen. Dazu ist Gemeinde da.“ Der „Geburtshelfer“, der den Kontakt zwischen Pestel und unserer Gemeinde hergestellt hatte, erklärte, das lange Warten habe nun ein Ende. Dem Pastor gab er Verse aus dem 100. Psalm mit auf den Weg: „Es ist eine Aufforderung zu einem frohen Dienst und tiefer Dankbarkeit. Gott ist gut, er ist treu und gnädig.“
„Es ist schön, dass Ihr ab sofort ein Teil der Gemeinde seid“, sagte Gemeindeleiter Gerd Lellek. Er wünsche Christian Pestel, „dass es Dir gelingt, die Gemeinde zu prägen“. In seiner kurzen Begrüßung zitierte Lellek König David aus dem Alten Testament: „Was für ein Gott, sein Handeln ist vollkommen und was er sagt, ist durch und durch wahr.“
Bürgermeister Mario Schramm freute sich, „dass die Familie Pestel den Weg vom afrikanischen Namibia mitten nach Deutschland gefunden hat“. Für einen Forstingenieur sei es nicht unwesentlich, dass die Stadt einen Waldanteil von 67 Prozent habe, scherzte Schramm. Menschen aus 74 Nationen lebten in Haiger friedlich zusammen, meinte der Rathaus-Chef. „Viele suchen Halt und Hilfe, das ist täglich festzustellen.“ In diesem Zusammenhang leiste die Gemeinde in der Schillerstraße seit Jahren sehr gute Arbeit. Er sei überzeugt, dass Pestel die Gemeinde auf ihrem Weg voranbringen werde, meinte Schramm: „Ich wünsche Ihnen ein gutes Ankommen, stets ein sicheres Herkommen aus dem Wohnort Donsbach und ein schnelles Einleben.“
Thorsten Seefeldt, Mitglied der Gemeindeleitung, überreichte dem bekennenden Radfahrer Pestel einen Rucksack, gefüllt mit Haigerer Honig, Haigerer Senf, Bauernbrot und einem „Energieriegel“ in Form eines „Aubacher Viertels“.
In seiner Predigt unter dem Thema „Den aufrechten Gang wiederfinden“ konstatierte Pestel, die Menschen ließen sich durch vieles niederbeugen. „Aber unsere Bestimmung ist es eigentlich, aufrecht und klar durchs Leben zu gehen, zu wachsen, zu reifen und das zu überwinden, was uns fesselt und unfrei macht“.
Am Beispiel einer von Jesus geheilten Frau, die im Lukas-Evangelium als „gekrümmt“ beschrieben wird, machte Pestel deutlich, „dass Gott uns von den Verbiegungen lösen möchte, die uns behindern“. „Gott will nicht, dass wir gebeugt herumlaufen - wir sollen ihm zutrauen, dass er uns da herausführen und seine Freiheit an Dir sichtbar werden kann“. Die wahre Herausforderung für Gott sei nicht das Wunder, sondern „uns dafür bereit zu machen“. „Es ist ein Entschluss erforderlich, das, was uns niederbeugt, an Gott abzugeben“, schloss Pestel seine erste Predigt als Pastor unserer Gemeinde.
Text/Fotos: Ralf Triesch