Prignitzdorf Kunow, Einrichtungen & Vereine

Prignitzdorf Kunow, Einrichtungen & Vereine Zuhause in der Prignitz (Brandenburg); in 16866 Gumtow OT Kunow (mit GT Beckenthin & Krams). Um diese Zeit liegt auch der erste Kirchenbau. und 18. Mai 1851.

Zur geschichtlichen Entwicklung des Dorfes Kunow

Aus dem Heft: ''700 Jahre Kunow - 1305 bis 2005"

Im heutigen Land Brandenburg, inmitten der Prignitz, von den vier Städten Perleberg, Pritzwalk, Kyritz und Havelberg, ca. 20 km entfernt, liegt unser heutiges Dorf Kunow. Sein Name sagt schon, dass es eine ehemalige wendische Siedlung ist. Erstmalige Hinweise auf die Gründung von Kunow deuten auf da

s Jahr 946 hin. Auch wenn der Ortsname Kunow im Laufe der Zeiten mehrfach verschieden geschrieben wurde, wie 1305 Kunaw, 1484 Konow, 1581 Kunow, 1592 Konow, 1652 Cunow, 1686 Cuno und zuletzt Kunow, so führt der Ortsname Kunow auf wendische Wort Kunowa zurück. Laut ''Brandenburgisches Namensbuch - Herausgeber: Sophie Wauer - Band 6 - Weimar 1989", findet Kunow folgende Erklärung: Kon'ov - Ort, wo es Pferde gibt bzw. Ort eines - Kon", kon" - Pferd. Eine andere Erklärung deutet auf C**a hin, was soviel wie Marder bedeutet. Für diese Deutung spricht die Tatsache, daß einst das Siegel der Gemeinde einen springenden Marder trug. Wie dem auch sei: Der nödliche Teil des Dorfes deutet noch heute die Gestalt eines offenen wendischen Rundlings an, in dessen Mitte die Kirche erbaut wurde. Der Volksmund nennt diesen Teil den Ort. Das spricht dafür, dass hier das eigentliche Wendendorf gestanden hat. Daran wurde dann im Laufe der Zeiten die westliche Straßenzeile gebaut. Das Wendendorf hatte schon im Jahre 946 die östliche Nachbarsiedlung Beckenthin oder einfach nur Benthin genannt. Dicht hinter dem Dorfbach der Beke hat man beim Pflügen Mauerreste dieser ehemaligen Siedlung gefunden, die dem Domkapitel zu Havelberg zinspflichtig war. In alten Akten heißt es: "... und endlich hat das Domkapitel beigebracht, daß die halbe Feldmark Bäckenthin (das heutige Beckenthin) ihr schon bei ihrer Stiftung vom Kaiser Otton dem 1. als frexe Gebür übergeben worden". Bald vereinigten sich die Ortschaften Kunow und Beckenthin zu einer Gemeinde. Auch darüber geben die Akten Auskunft, wenn sie erzählen, "dass nun Beckenthin und Kunow seit uralten Zeiten sich miteinander combinirt haben oder in eines gezogen worden sind", oder wie ein Quitzowsches Erbregister aus dem Jahre 1625 berichtet, ,,dass bei Cunow eine Feldmark liegt, so Beckenthin genannt wurde, welche Feldmark die Cunowschen von jeher und so lange Menschen gedenken können im Gebrauch haben". Die Feldmark Beckenthin umfasste 27 Hufen, die Feldmark Kunow 38 Hufen, sodass die gesamte Kunower Feldmark 65 Hufen groß war (1 Hufe = 45 - 60 Morgen oder soviel, wie für eine Familie ausreichend; ab 1900: 1 Hufe = 30 Morgen). Die Kunower - Beckenthiner Bauern waren außer dem Dom zu Havelberg noch den Quitzows auf Burg Kletzke, die die Gerichtsbarkeit über den Ort hatten, zinspflichtig. Schon 1376 aber verpfändeten die Quitzows dem Bischof zu Havelberg Hebungen von dem Schulzengerichte und dem halben Dorf Kunow - Beckenthin. Der Bischofsdomrat zu Havelberg beleiht im Jahre 1448 Philipp Priggenitz mit 7 Hufen einen Viertel auf der Feldmark Beckenthin (Riedel, Codex). Im Jahre 1424 hatte Hans Prignitz den armen Leuten zu Kunow zwei Schock Kühe gewaltsam und widerrechtlich genommen (Riedel, Codex). Kunow schien ein begehrtes einträgliches Lehen zu sein; denn auch den "von Saldern" auf Plattenburg hatten die Kunower 1713 Zins zu entrichten. "Es zeigen die Lehnbriefe des Appellaten (des Grafen Alexander Friedrich von Kameke zu Kletzke) als derer von Quitzow von 1581, 1600, 1658, 1688 und 1713, dass selbige mit 3 ½ Hufe auf der Feldmark Beckenthin beliehen sind. Ferner zeigt der Lehnbrief vom 16. September 1713, dass die von Saldern mit ¼ der quaste Feldmark beliehen sind". Eine alte adlige Prignitzer Familie ist die der Herren von Kunow. Als namensgebender Stammsitz ist zweifellos unser Dorf anzusehen. Es ist anzunehmen, dass Kunow von einem Familienmitglied der großen Familiengruppe Quitzow (Kletzke) in Besitz genommen wurde, die von dem neuen Besitz wiederum einen neuen Familiennamen ableitete. Das alte, von der Familie Konow (Kunow) übernommene Stammwappen, wurde beibehalten. Bei der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes im Jahre 1305 sind die Herren "von konow" nicht mehr Besitzer des Ortes, sondern die Markgrafen, die Dorf und Kirche dem Stift Havelberg schenkten. Die "von konow" behielten jedoch anderweitig Lehnbesitz in ihrer Stammheimat; bis zu ihrem Aussterben. Schon 1295 erscheinen die "von konow" als Urkundenzeugen, wie Riedels Urkundensammlung ausweist, neben denen "von Wardenburg" und einem "von Quitzow". Aus unserem Ort soll die gleichnamige Pritzwalker Bürgermeisterfamilie stammen. Vor 1385 - 1872 hatte Kletzke die Herrschaft über Kunow und Beckenthin. Im Jahre 1576 waren 28 Hüfner, 9 Kossäthen, darunter ein Schmied vorhanden. Der für ganz Deutschland verheerende Dreißigjährige Krieg machte aus unserem Dorf fast einen Trümmerhaufen. Plündernde Söldner, Hunger und Pest ließen das Dorf zusammenschrumpfen. Im Jahre 1652, vier Jahre nach Beendigung des Krieges, finden wir ein Protokoll des Landreiters Samuel Rose, der den Einwohnerstand beider Prignitzer Kreise aufzustellen hatte. Es hatten sich bereits zu dieser Zeit 16 Hofwirte mit 48 Personen, davon 9 Hüfner und 7 Kossäthen. Während der jahrelangen langsamen Erholung und Ruhe des Landes, kam dann die Fahrpost. Kunow lag an der Strecke Berlin - Hamburg. Am Nordende des Dorfes war die Schenke. Dort wurden nach kurzer Rast die ermüdeten Pferde gewechselt. Dann kamen die unglücklichen Jahre 1806 und 1807. Durchziehende Truppen und ungeheure Kontributionen stellten wiederum ungeahnte Anforderungen an das Dorf. Doch der Fleiß und die Zähigkeit der Bauern ließ auch diese schwere Zeit vorübergehen. Durch die Aufhebung der Hörigkeit der Bauern (Steinsche Reformen am 09.10.1807) machte auch unsere Hofwirte im Laufe von Jahrzehnten zu freien Bauern. Tätigen Anteil nahmen auch unsere Gemeindemitglieder an den Befreiungskriegen. Die Blutopfer blieben unserer Gemeinde nicht erspart. In den Jahren 1839 und 1850 wurde Kunow von zwei großen Bränden heimgesucht. Mehrere damals neu errichtete Fachwerkbauten tragen Inschriften von diesem Unglück: >> Bauherr Johann Christian Schulz / Frau Maria Dorothea; geborene Marth / abgebrannt am 18.09. 1839 / aufgebaut am 25.04.1840 >> Bauherr Joachim Granzow / Frau Marie Elisabeth Braband; "Unser müh und arbeit richt nicht aus, wo Gott der Herr nicht baut das Haus." Durch Brand vernichtet; den 17. Juni 1850; wieder aufgerichtet den 5. Die Häuser konnten nur dadurch soll schnell aufgebaut werden, da die Leute aus umliegenden Dörfern aufeinander angewiesen waren. So haben die Fuhrwerkshalter Steine, Kies usw. angefahren und sich untereinander geholfen. Die Chaussee von Berlin nach Hamburg wurde in den Jahren 1829/1830 gebaut. Geplant war auch der Bau von Groß Welle - alter Postweg - nach Döllen. Die Friedenseiche fand ihren Platz vor der Kirche 1871 und die Linden an der Dorfstraße pflanzte jeder vor seinem Grundstück im Jahre 1882/1883. Dazu ernannte der Gemeindevorsteher Lüdeke einen Bestimmten Tag, damit alle Bäume in einer Flucht gepflanzt werden konnten. Die Bahnverbindung zwischen Lindenberg und Glöwen wurde im Jahre 1912 dem Verkehr übergeben. "Unser Pollo" war als reine Wirtschaftsbahn gedacht; die Personenbeförderung kam erst später hinzu. Kunow war bis 1914 zu einem blühenden wohlhabenden Dorf von ca. 500 Seelen gewachsen. Die schweren Opfer des 1. Weltkrieges; 16 Gefallene in der Gemeinde, den Verlust des gesamten angesammelten Vermögens, hat auch Kunow schwer erschüttert. Die nun folgenden Jahre des dauernden Niedergangs der deutschen Wirtschaft haben weiter dazu geführt, dass viele Bauern stark verschuldeten. Die Mutlosigkeit griff immer wieder um sich. Zu Ehren der 16 gefallenen Helden hat man nach dem 1. Weltkrieg ein Denkmal mit deren Namen gesetzt. Es stand bis in die 60er Jahre am Giebel nahe der Raiffeisenbank. Für die 16 Gafallenen pflanzte die Gemeinde zusammen mit dem Kriegerverein 16 Eichen auf diesem dreieckigen Platz und alljährlich ihrer Kriegstoten. Das Kriegerdenkmal fand bei der Neugestaltung des Kirchhofs in den 60er Jahren - während der Amtszeit von Pfarrer Dahms - seinen Platz an der Ostmauer. Kunow ist ein typisches Straßendorf mit einem Dorfanger, auf dem die Kirche steht. Die Bebauung ist überwiegend eingeschossig, vereinzelt zweigeschossig. Die Wohnhäuser stehen zumeist in Traufstellung, einige wenige auch in Giebelstellung zur Straße. Nur am Schrepkower Weg befindet sich ein 18 WE- Block in des gesamten Dachbodens. 24 Wohnhäuser, die man als typische Bauernhäuser bezeichnen kann, befinden sich im Ort Kunow. Sie bestehen meist aus dem Jungen- und dem Altenteil und sind 1840, 1850/1851, vor dem 1. Weltkrieg und ein Haus vor dem 2. Weltkrieg gebaut worden. Auch im Ort Beckenthin gibt es zwei solcher Bauernhäuser. Zur Gemeinde Kunow gehört die Siedlung Beckenthin und das Dorf Krams; die heutigen Gemeindeteile. Krams wurde 1974 eingemeindet. Die 1882/1883 gepflanzten Linden der Dorfstraße sind in den 60er Jahren und die letzten fünf in den 70er Jahren abgeholzt worden. Der jetzige Altbaumbestand, vorrangig aus Eichen und Linden, beginnt erst ab der Friedenseiche und auf den Freiflächen zwischen Postweg und Lindenberger Weg. Auf der rechten Seite des Lindenberger Weges stehen die 16 Eichen, wovon zwei seit längerem der Säge zum Opfer fielen und eine vom Sturm im Dezember 1993 mit der Wurzel abgeknickt ist. Am Postweg stehen Linden als Alleebäume. Die Friedenseiche vor der Kirche (gepflanzt 1871) ist als Naturdenkmal ausgewiesen (Diese existiert nicht mehr!)

In Beckenthin herrschte ab 1860 das "Kohlefieber". Die Kossäthen, die damals zwischen 1 ha und 3 ha besaßen, gingen dem Gewerbe der Braunkohlenförderung für etwa 30 Jahre. Dann wurde die Kohlenförderung eingestellt, da es sich nicht mehr lohnte. Das elektrische Licht wurde im Jahre 1922/1923 in den Häusen installiert. Das erste Telefon hatten die Gastwirtschaften Haase in Kunow und Benn in Beckenthin. Das erste Auto im Ort besaß der Viehändler Benno Wolff. Den ersten Traktor (oder im Volksmund auch "Trecker" genannt) des Fabrikats Deutz schaffte sich der Bürger Emil Breddin an.

Adresse

An Der Friedenseiche 4
Gumtow
16866

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