08/09/2026
"Die Hoffnung der Kirche muss weitergehen" - Feierliche Ordination von Andre Schmidt in der Ev. Kirche Ev. Kirchengemeinde Hülsenbusch-Kotthausen
Die Kirche in Hülsenbusch war voll besetzt, als Andre Schmidt am Sonntagnachmittag, dem 6. September 2026, zum Pfarrer ordiniert wurde. Gäste aus dem Kirchenkreis und darüber hinaus, sowie ein fröhlicher Chor unter der Leitung von Johannes Meyer, begleiteten den Gottesdienst.
In seiner Ansprache skizzierte Superintendent Michael Braun den Lebensweg des Ordinierten: über Waldbröl, Schnellenbach, Köln und Marburg führte er ihn schließlich nach Hülsenbusch-Kotthausen. Humorvoll und dankbar hielt Braun fest: „Es wächst neues Leben in Hülsenbusch-Kotthausen. Das größte Geschenk für Andre Schmidt wären doch sechs neue Personen für das Presbyterium (BVA), oder?"
In seiner Predigt erzählte Andre Schmidt von seinen Kraftorten und von seiner Liebe zum Gottesdienst – und davon, dass er sich bei der Gestaltung seine Spontaneität erhalten wolle. Das Studium theologischer Schriften sei zwar eines seiner größten Talente, Gottesdienste aber sollten lebensnah, humorvoll und kurzweilig sein. Ein „meldepflichtig langweiliger Gottesdienst" sei ihm ein Graus. Leitbild ist ihm dabei Psalm 27: „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten."
Grundelemente jedes Gottesdienstes seien Singen, Beten und Schriftauslegung. „Beim Singen erleben wir die Sinnlichkeit Gottes, die Schrift eröffnet uns seine Schönheit, und das Gebet festigt beides", so Schmidt.
Ebenso betonte er die Bedeutung guter Gemeinschaft und das Geschenk der Vergebung, auf das alle angewiesen seien – er selbst eingeschlossen. Letztlich sei der Gottesdienst eine Gegenkultur zur Gesellschaft: „Raus aus der eigenen Bubble, hin zur Gemeinschaft, in der ich Gott näherkomme." Auch die Auslegung der Schrift kenne kein pauschales Ja oder Nein, kein Für oder Gegen, keine Null oder Eins – in ihr werde die wundervolle Mehrdeutigkeit Gottes erkennbar. Abschließend zitierte Schmidt den im März verstorbenen, in Gummersbach aufgewachsenen Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas. Der Gottesdienst sei eine Erinnerung daran, dass Christen mitten in der Welt stünden und doch nicht von dieser Welt seien, so Schmidt.
Begleitet wurde die Ordination vom Bevollmächtigten Ausschuss der Kirchengemeinde sowie von vielen Pfarrkolleginnen und -kollegen, Freunden und der Familie. An der Orgel spielte Michael Otto, die Gitarrenbegleitung übernahm der Ordinierte selbst, ein leidenschaftlicher Musikliebhaber.
Weitere Bilder hier: www.ekagger.de | nh | Text und Foto: Pfrin. Anneke Ihlenfeldt