28/02/2021
Im vergangenen Jahr war der Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März weltweit gefeiert wird, die letzte Veranstaltung vor dem Corona-Lockdown, die noch wie gewohnt stattfinden konnte. Im Jahr 2020 war das problembeladene Simbabwe das Land, das den Weltgebetstag vorbereitet hatte.
In diesem Jahr ist Vanuatu das gastgebende Land, aber die wenigsten von Euch werden auf Anhieb wissen, wo es sich auf der Weltkarte befindet. Vanuatu ist ein Südseearchipel und liegt zwischen der Ostküste Australiens und den Fidschiinseln, der Inselstaat gehört zu den „Neuen Hebriden“ und zum sogenannten südpazifischen Feuerring. Die Landschaft ist geprägt von Vulkanen, Sandstränden und tropischer Vegetation, außerdem gibt es vorgelagerte Korallenriffe. Vanuatu hat ca. 300.000 Einwohner und ist eine parlamentarische Republik. Man könnte meinen, die Menschen leben dort in einem Paradies, aber dieses Paradies ist bedroht durch den Klimawandel. Mehr als einmal wurde Vanuatu verwüstet von starken Wirbelstürmen. Zuletzt hat der Zyklon Pam im März 2015 weite Teile des Landes zerstört, damals musste der nationale Notstand ausgerufen werden. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h war Pam einer der stärksten, je gemessenen Wirbelstürme. In der Hauptstadt Port Vila sind mehr als 90% des Häuserbestandes zerstört worden, über 3.000 Menschen haben ihr Obdach verloren, andere verloren gar ihr Leben.
Die Sorge um die Zukunft spiegelt sich auch im diesjährigen Motto des Weltgebetstages wieder, es lautet: „Worauf bauen wir?“. Diese Frage hatte Jesus bereits in einem Gleichnis aufgeworfen, das wir heute im Kapitel 7 des Matthäusevangeliums nachlesen können. Jesus ging es hier nicht nur darum, ob wir unsere Häuser auf Sand oder Felsen bauen, vielmehr lag ihm daran, dass wir bei allem, was wir tun, auch die Zukunft im Auge behalten sollen. Es handelt sich wohl um eine der ältesten Überlieferungen, die sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ auseinandersetzt.
Ein Weltgebetstags-Gottesdienst, wie wir ihn aus den letzten Jahren kennen, ist im März 2021 leider nicht möglich. Die Corona-Pandemie hat die gesamte Welt noch fest im Griff, die Menschen müssen nach wie vor auf sehr Vieles verzichten. Aber weltweit waren sich die mit der Vorbereitung befassten Frauen darüber einig, dass der Weltgebetstag trotzdem nicht ausfallen soll. Auch im Landkreis Gotha haben sich engagierte Menschen dazu Gedanken gemacht, das Ergebnis ist ein einzigartiges Projekt. 5 Frauen katholischer und evangelischer Konfession aus Goldbach, Gotha und Sonneborn haben sich zusammengetan, und einen Online-Gottesdienst gestaltet, der am 5. März 2021 um 19:30 Uhr über Oscar-TV ausgestrahlt wird. Diese etwa 30-Minuten lange Sendung kann auch über You Tube und auf den Internetseiten der einzelnen Kirchengemeinden abgerufen werden. Natürlich gibt es auch wieder eine erstklassige musikalische Begleitung durch die in Gotha schon seit Jahren bekannte Weltgebetstags-Band, der Jens Goldhardt sowie Robert und Jochen Franz angehören.
Für viele war aber auch das Miteinander nach den Gottesdiensten sehr wichtig. Es gab da immer interessante Gespräche und Informationen, außerdem wurden kulinarische Kostproben aus der Küche des jeweiligen Landes angeboten. Deswegen werden in den Sommermonaten Weltgebetstags-Feste im Freien organisiert werden. Die konkreten Termine dafür stehen noch nicht fest und werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Die Frauen aus den einzelnen Gemeinden gehen davon aus, dass es im Sommer wieder möglich sein wird, zusammen zu sitzen, zu feiern, die Lieder gemeinsam zu singen und auch ein Büffet mit landestypischen Speisen und Getränken aufzubauen.
Im Jahr 2022 werden Frauen aus England, Wales und Nordirland den Weltgebetstag vorbereiten. Keine Angst, die britische Küche ist erfahrungsgemäß doch etwas besser als ihr Ruf. Das Motto aus dem Alten Testament (Buch Jeremia, Kapitel 29) wird dann lauten: “I know the plans I have for you“ (Ich kenne (meine) Pläne, die ich für Euch habe.) In der Hoffnung auf diese Botschaft gehen wir davon aus, dass dieser Weltgebetstag wieder ganz normal stattfinden kann.