03/09/2026
Nach den Sommerferien erleben wir Tage mit boomenden Gottesdiensten: die Einschulungsgottesdienste. Gegen den Trend erfreuen sie sich steigender Beliebtheit. Mancherorts sprechen die Verantwortlichen sogar von einem „Heiligabendgefühl“.
Die genauen Besucherzahlen werden nicht offiziell erfasst - weder vom Schulministerium noch von der Kirche. Klar ist aber: Eingeschult wurden nach den Sommerferien in NRW 170.000 Erstklässler. Erfahrungsgemäß nimmt die überwiegende Mehrheit der Kinder und deren Familien das Angebot eines ökumenischen oder interkulturellen Gottesdienstes an – unabhängig von der eigenen Kirchenmitgliedschaft. Geht man von rund 80 % der Familien aus, betrifft dies etwa 135.000 Schulkinder. Die Kinder kommen nicht allein. In der Regel werden sie von den Eltern (meist zwei Personen) begleitet. Sehr häufig kommen noch Geschwister, Großeltern oder Paten hinzu. Im Schnitt kann man mit drei bis vier Begleitpersonen pro Kind rechnen. Dazu kommen Lehrkräfte oder höhere Klassen der Schule, die den Gottesdienst mitgestalten. Schätzungsweise haben also 500.000 bis 600.000 Personen an den Einschulungsgottesdiensten in ganz NRW teilgenommen.
Ein typischer ökumenischer Einschulungsgottesdienste wurde in der St.-Josef-Kirche in Gladbeck gefeiert. Mit gut dreihundert Teilnehmenden war sie bis auf die letzte Bank gefüllt. Die Gartenarbeit wurde als ein Beispiel genommen, was vor den Kindern liegt: In jeden und jede hat Gott Talente wie Samenkörner hineingelegt. Sie sollen aufgehen, wachsen und einmal gute Früchte tragen. Mitgestaltet wurde der Morgen vom Schulchor, und die Erstklässler wurden einzeln gesegnet. Das Schlusslied mit Bewegungen fasste das Anliegen des Gottesdienstes zusammen: „Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag. Halt' die Hände über mich, was auch kommen mag..."