12/06/2026
Heute erster Tag der Frühjahrssynode unseres Kirchenkreises in Bottrop. Auf der Tagesordnung stand der Bericht des Superintendenten, Finanzangelegenheiten, einige einige Anpassungen unserer Finanzsatzung, ein Zwischenbericht über den Stand der Präventionsmaßnahmen sexueller Übergriffe in unserem Kirchenkreis und die Verabschiedung des Klimaschutzkonzeptes in unserer Region. Hier einige Impressionen des Tages. Und die Zusammenfassung des Berichtes unseres Superintendenten:
"Zukunft der Kirche im Blick
Mit einem bildhaften Einstieg hat Superintendent Steffen Riesenberg seinen Bericht vor der Kreissynode am Freitagabend eröffnet. Ausgehend von der aktuellen Diskussion um Parkplätze in Bottrop übertrug er das Bild des „Parksuchverkehrs“ auf die Situation der Kirche: „Wie lange fährst du rum, kurvst du durch die Stadt, auf der Suche nach einem guten und sicheren Ort zum Bleiben?“
Riesenberg verband diese Beobachtung mit einer grundsätzlichen Frage: „Wie viel Zeit und Mühe investieren wir, um eine gute und sichere Form für die Zukunft zu finden?“ Damit setzte er den Rahmen für seinen Bericht, der aktuelle Entwicklungen aufnahm und zugleich Perspektiven für die kommenden Jahre entwarf.
Zu Beginn erinnerte der Superintendent an den Neujahrsempfang in Gladbeck unter dem Motto „Wohlfahrt wirkt!“. Dort sei deutlich geworden, wie wichtig die Arbeit von Kirche und Diakonie für die Stadtgesellschaft ist. Der Beitrag der Wohlfahrtsverbände erlebe eine hohe Wertschätzung, betonte Riesenberg, und sei unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
In diesem Zusammenhang griff er auch den Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Dorsten auf. Dessen Würdigung des kirchlichen Engagements gab er ausdrücklich weiter: Die Arbeit der Kirchen sei „so wertvoll, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Halt und nach Gemeinschaft suchen“. Dieses Engagement trage wesentlich zur Stabilität der Demokratie bei.
Raum nahm zudem das Gedenken an den verstorbenen Pfarrer Martin Rödel ein. Riesenberg würdigte ihn als „langjährigen Kollegen und Freund“, der die Entwicklung des Kirchenkreises über viele Jahre mitgeprägt habe. Sein Wirken sei geprägt gewesen von „Ausgewogenheit und Gründlichkeit“, insbesondere in der Pfarrstellenplanung. Der gemeinsame Abschied mit zahlreichen Teilnehmenden habe die Verbundenheit im Kirchenkreis eindrücklich gezeigt.
Im zweiten Teil seines Berichts wandte sich der Superintendent den Zukunftsfragen der Kirche zu. Dabei betonte er eine neue Dringlichkeit: „Wie wollen wir evangelische Kirche in unseren drei Städten sein – im Jahr 2040?“ Diese Frage müsse jetzt beantwortet werden. Ein bloßes „Weiter so, nur mit weniger Ressourcen“ werde nicht ausreichen.
Mit Blick auf die Entwicklung von Mitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen machte Riesenberg deutlich, dass grundlegende Veränderungen notwendig seien. Zugleich warnte er davor, notwendige Entscheidungen aufzuschieben: Das wäre „keine christliche Haltung zur Zukunft und verantwortungslos gegenüber denen, die das dann gestalten müssen“.
Zur geplanten Vereinigung der Kirchenkreise stellte er einen veränderten Ansatz vor. Statt den Zusammenschluss in den Mittelpunkt zu stellen, solle zunächst ein gemeinsames Arbeitsprogramm entwickelt werden. „Wir schlagen vor, den Druck aus der Frage der Vereinigung zu nehmen und uns zuerst den dringenden Fragen zu widmen“, erklärte Riesenberg. Eine Vereinigung allein löse keine strukturellen Probleme, da sie weder mehr finanzielle Mittel noch zusätzliche Stellen schaffe.
Inhaltlich skizzierte der Superintendent mehrere Arbeitsfelder für die kommenden Jahre. Dazu zählt die Weiterentwicklung pastoraler Teams und interprofessioneller Zusammenarbeit, ebenso wie die Förderung ehrenamtlichen Engagements. Zugleich betonte er die Bedeutung interkultureller Öffnung: Diese sei „kein Zusatz“, sondern gehöre zum Kern kirchlichen Handelns in einer von Migration geprägten Gesellschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Strukturmodellen wie der „regiolokalen Kirchenentwicklung“. Dabei sollen lokale Verantwortung und regionale Kooperation stärker miteinander verbunden werden. Ziel sei es, kirchliches Leben vor Ort zu stärken und zugleich gemeinsame Angebote in der Region auszubauen.
Abschließend griff Riesenberg das eingangs genannte Bild erneut auf und verband es mit einer theologischen Perspektive. Die Suche nach einem tragfähigen Weg für die Kirche sei notwendig – zugleich sei das Entscheidende bereits gegeben: „Alles, was wir suchen, haben wir schon. Es ist schon da, mitten unter uns.“
Mit diesem Zuspruch ermutigte er die Synodalen, die anstehenden Veränderungen aktiv und gemeinsam zu gestalten.