R.O.S.E. Regional Organisierte Seelsorge Ehrenamtlicher

R.O.S.E. Regional Organisierte Seelsorge Ehrenamtlicher R.O.S.E. ist eine Initiative des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten.

16/08/2026

Manche Dinge werden weniger, wenn man sie teilt. Ein leckerer Kuchen zum Beispiel. Jeder kriegt was ab, aber je mehr man teilt, desto weniger bekommt der einzelne. Bei anderen Dingen ist es genau umgekehrt. Sie werden mehr, wenn man sie teilt.

Freude gehört dazu. Wer eine gute Nachricht nicht teilt und für sich behält, freut sich zwar. Aber das ist allein nicht so schön. Erzählt man sie weiter, wächst die Freude. Ähnlich ist es mit Erfahrungen, Ideen, Aufmerksamkeit oder Zeit. Sie folgen nicht der Logik der materiellen Dinge.

Es gibt da in der Bibel die Geschichte von der Brotvermehrung. Fünftausend Menschen sind gekommen, um Jesus zu hören. Alle haben Hunger. Die Jünger rechnen schon mal aus, warum das nicht funktionieren kann. Zu teuer, zu viele, zu spät. Jesus interessiert sich erstaunlich wenig für diese Logik. Da kommt einer mit fünf Broten und zwei Fischen. Jemand gibt das Wenige her, und plötzlich reden alle nicht mehr über Mangel, sondern es reicht für alle. Für fünftausend Menschen!

Es ist eine Wundergeschichte. Aber ich glaube, das Wunder beginnt nicht erst mit der Brotvermehrung. Sondern damit, dass einer aufhört, sein Bisschen festzuhalten. Manchmal reicht genau das, damit aus „zu wenig“ etwas wird, das für alle genügt und sogar darüber hinaus geht. Die Geschichte erzählt von einer Haltung des Teilens. Von der Bereitschaft, das, was da ist, zur Verfügung zu stellen. Nicht auf den Mangel zu schauen, sondern auf die Möglichkeit.

Denn oft denken wir: Das reicht doch nicht. Meine Zeit ist zu knapp. Meine Ressourcen sind zu wenig. Was soll schon ein kurzer Anruf oder ein offenes Ohr bewirken? Aber genau da setzt die Sache an: Das Kleine ist nicht wertlos. Es kann etwas in Bewegung bringen. Ein geteiltes Brot wird nicht weniger. Ein gutes Wort nimmt niemandem etwas weg. Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe verlieren ihren Wert nicht, wenn wir sie verschenken – sie vermehren sich auf eine andere Weise.

/ Sebastian Fiebig in "Die Morgenandacht" auf NDR Info & NDR Kultur

14/08/2026

Schon wenn ich morgens noch im Halbschlaf bin, nehme ich Geräusche wahr: die Vogelstimmen vor dem Fenster, leider auch die Bagger auf der Baustelle nebenan, irgendwann das Handygepiepse, das mich weckt. Meine Ohren sind ständig auf Empfang. Hören geschieht automatisch.

Zuhören ist dagegen etwas ganz anderes. Zuhören ist eine bewusste Entscheidung. Vielleicht ist es eines der wertvollsten Geschenke, die Menschen machen können: Einander wirklich zuhören. Es tut gut, das zu erleben: Nicht unterbrochen werden. Nicht sofort einen guten Rat bekommen. Nicht erleben, dass das Gegenüber gedanklich schon bei der nächsten Antwort ist. Sondern die Erfahrung machen: Da ist jemand, der sich wirklich für das interessiert, was ich sage.

Schon die Bibel beschreibt Zuhören als eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Menschen. Als der junge König Salomo am Beginn seiner Regierungszeit steht, erscheint ihm Gott im Traum und fragt nach einen Wunsch, den er ihm erfüllen will. Salomo bittet weder um Reichtum noch um Macht oder ein langes Leben. Stattdessen sagt er: „Verleih mir ein hörendes Herz“ . Salomo hat erkannt: Wer Verantwortung für andere Menschen trägt und gute Entscheidungen treffen will, braucht vor allem die Fähigkeit, aufmerksam hinzuhören – auf Gott und auf die Menschen. Ein hörendes Herz ist offen für den anderen, es will verstehen und urteilt nicht vorschnell.

Menschen, die echt zuhören können, scheint es seltener zu geben als die, die jederzeit und überall etwas ganz Wichtiges zu sagen haben. Dabei beginnt Verständnis füreinander oft nicht mit Worten, auch nicht mit gut gewählten Worten, sondern mit einem offenen Ohr. Wer zuhört, schenkt dem anderen Zeit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Ein hörendes Herz verändert deshalb nicht nur Gespräche. Es verändert Beziehungen. Es kann näher zusammenbringen, was auseinanderdriftet. Es verbindet uns miteinander.

Der Tag heute wird viele Stimmen mit sich bringen. Manche laut, manche leise. Vielleicht begegnet Ihnen ein Mensch, der darauf wartet, dass ihm endlich jemand wirklich zuhört. Vielleicht beginnt das Geschenk an ihn schon mit einer einfachen Entscheidung: Heute will ich weniger reden und mehr zuhören.

/ Sebastian Fiebig in "Die Morgenandacht" auf NDR Info & NDR Kultur

14/08/2026

In den ersten Stunden nach einem Unfall, einem Suizid oder einer Gewalttat stehen unsere Notfallseelorger:innen Menschen bei, deren Leben sich von einer Sekunde auf die andere verändert: Wir leisten ⛑️ Erste Hilfe für die Seele – unabhängig von Religion oder Weltanschauung. 🙏
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🤗 Hast du Interesse, dich bei der Notfallseelsorge MEO ehrenamtlich zu engagieren? Oder möchtest herausfinden, ob die Ausbildung für dieses qualifizierte Ehrenamt etwas für dich ist? Dann laden wir dich im November und Dezember zu drei ℹ️ Infoveranstaltungen in den Städten 📍Mülheim (18.11.), 📍Essen (24.11.) und 📍Oberhausen (02.12.) ein! Die Termine, wie du dich anmelden kannst und noch einige Infos mehr findet du auf unserer 🖥️ Homepage (👉 Link in Bio).

26/07/2026

Die Frage lässt mich aufhorchen. Es ist ein Gedankenspiel eines Threads im Internet, aber zu einem Thema, das viele von sich fernhalten. Es geht um Abschied, Trauer, Beziehung. Die Frage heißt: "Du hast eine Stunde Zeit im Himmel – zu wem gehst du?"

Die Antworten darauf sind total unterschiedlich. Es geht um Menschen, die fehlen, um schöne Erinnerungen, auch um verpasste Gelegenheiten und um Lücken, die entstanden sind. Manche möchten eine geliebte Person wiedersehen. Andere wollen jemandem noch etwas sagen. Einige haben Fragen an Gott.

Wehmütig, aber glücklich schreibt eine junge Frau: "Ich gehe zu meiner Oma. Ich würde einfach eine Stunde mit ihr in der Küche sitzen, nach ihrem Apfelstrudelrezept fragen und mit ihr ‚Mensch ärgere dich nicht‘ spielen – wie früher." Unsicher klingt diese Antwort eines jungen Mannes: "Bei mir wäre es Papa. Ich weiß nicht, wie das Gespräch laufen wird." Ein Witzbold hat eine Idee: "Ich frage Petrus nach den Lottozahlen der nächsten Woche." Und eine Frau schreibt: "Ich würde Gott fragen: Wie sieht die Welt aus, wenn ich sie mit deinen Augen ansehe?"

Ich glaube ja daran, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Für mich ist der Himmel ein Ort, an dem Beziehungen heil werden. Was zerbrochen ist, findet dort einen neuen Anfang. Ich glaube auch daran, dass dort jemand wartet, der jeden Menschen längst kennt – mit allen Brüchen, Erfolgen und Fragen: Gott selbst. Einer, der nie bloß die Oberfläche sieht, sondern immer das Herz.

Eine Stunde im Himmel und dann wieder zurück, das ist ein Gedankenspiel. Aber wenn eine Stunde im Himmel so wertvoll sein könnte – wie viel Bedeutung könnten dann die Stunden haben, die heute noch vor uns liegen?

/ Sebastian Fiebig in "Kirchenleute heute" auf NDR Hamburg

26/07/2026

Manchmal wünsche ich mir eine Person, die einfach nur präsent ist. Jemand, der mir das Gefühl vermittelt, unterstützt zu werden.

24/07/2026
24/07/2026

Während die digitale Welt um unsere ständige Aufmerksamkeit buhlt, bietet das "Ermutigungstelefon" Zeit zum Auftanken. Ein Anruf genügt und es bringt eine verlässliche Stimme direkt ans Ohr, die in hektischen Zeiten Orientierung schenkt.

02/06/2026

Heute Ruhetag. Von allerhöchster Stelle so vorgesehen. Der islamische Freitag. Der jüdische Schabbat am Samstag. Und der christliche Sonntag. Am siebenten Tag sollst du ruhen.

Zeit für mich - für Familie und Freunde - für Natur und Tiere. Zeit für Gott. Und rund um die Uhr, die ganze Woche schon. Zeit von Gott für uns. Gottes Zeit in meinen Händen. Oder modern: Ich bin eingeladen, eine gute Worklife-Balance zu finden.

Meine Kollegin gab mir diese Zeiteinteilungsempfehlung: ein Drittel Arbeit, ein Drittel Freizeitak-tivitäten und ein Drittel absichtsloses Nichtstun. Absichtslos wohlgemerkt. Urlaub zum wieder Fitwerden für die Arbeit zählt da nicht. Keine einfache Aufgabe. Sie darf mich ruhig etwas fordern. Fördern um so mehr. Und Gott ist mit dabei.

/ Manfred Maria Büsing in "Nachtgedanken" auf NDR Niedersachsen

20/05/2026

Der Strafvollzug gerät zunehmend unter Druck: Gefängnisse werden voller, der Alltag härter. Was Seelsorge dabei leisten kann und warum sie immer wichtiger wird, erklärt Pfarrerin Susanne Büttner im Interview

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