Seelsorgeverein

Seelsorgeverein Seelsorge, Trauerbegleitung, Trauerfeiern

05/09/2026

Gedanken zum Sonntag

Immer wieder das Gleiche:
Wenn es mir schlecht geht, dann vergesse ich zu gerne, wie viel mir schon in meinem Leben geschenkt wurde.

Geht es mir aber wieder gut, dann kommt mir das selbstverständlich vor.

Der 14. Sonntag nach Trinitatis hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge und öffnet die Augen für den, von dem all das Gute kommt:

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“.

Wer dankbar auf sein Leben blickt, der ist nicht nur glücklicher, der lebt auch in Gottes Geist. Der Geist, der es uns erlaubt, kindlich zu Gott zu beten und von ihm Gutes zu empfangen, weckt auch die Erinnerungen an die Wohltaten Gottes.

Der Sonntag erzählt Geschichten von Menschen, die von Gott beschenkt werden. Der geheilte Aussätzige, Jakob, der auf der Flucht plötzlich den Himmel offen sieht, Zachäus, in dessen mieses kleines Leben Jesus einkehrt, – sie alle erfahren: Sie können nicht mehr so weiterleben wie bisher. Dankbarkeit hat verändernde Kraft.

Übung in der Dankbarkeit
Dorothee Sölle hat es als geistliche Übung bezeichnet, am Tag drei Dinge zu finden, für die sie Gott danken kann.

Drei Dinge sind manchmal ganz leicht – an anderen Tagen fällt es sogar schwer, einen einzigen Grund zum Danken zu finden. Probieren Sie es doch einmal aus!

Oder Sie machen es, wie der unzufriedene Bauer in der Geschichte, dem geraten wurde, eine Handvoll Kieselsteine in die rechte Jackentasche zu stecken und in jedem glücklichen Moment einen Stein von rechts nach links wandern zu lassen.

Waren es zu Beginn selten mehr als zwei Steine, fanden mit der Zeit mehr und mehr Steine ihren Weg in die linke Tasche.

Abends zählte der Bauer seine Steine, dachte an die schönen Momente und freute sich daran. Bis er eines Tages zu seinem Ratgeber kam und sagte: „Ich bin ein glücklicher Mensch.“

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“

Dankbarkeit ist das Thema des Sonntags –
Dank für unerwartete Gottesbegegnungen, die sich erst im Rückblick als solche erweisen;
Dank für konkrete Erfahrungen;
Dank dafür, von Gott geliebt zu sein. Lobe den Herrn!

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Karsten

29/08/2026

Gedanken zum Sonntag

Wer ist denn mein Nächster?
fragt der Schriftgelehrte.
Jesus kehrt die Frage um:
Für wen bist du Nächster?
Die Geschichte vom barmherzigen Samariter, ist eines der bekanntesten Gleichnisse für Nächstenliebe – über die Grenzen Nation, Religion oder Kultur hinweg.
Nächstenliebe bedeutet, anderen Menschen in Not uneigennützig und durch konkrete Taten zu helfen.

Der Begriff:
Das Wort stammt aus der Bibel und der Tora.
Das Gebot: Es lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.
Kein reines Gefühl:
Nächstenliebe ist oft keine Frage von Sympathie, sondern eine bewusste Entscheidung, Gutes zu tun.

Der Nächste:
Damit ist jeder Mensch gemeint, der gerade Hilfe braucht oder einem im Alltag begegnet – egal ob Freund oder Fremder.

Nächstenliebe bedeutet, dass man seine Mitmenschen so annehmen soll, wie sie sind, und dass man ihnen auf jeden Fall helfen soll.

Diesen Grundsatz gibt es eigentlich in allen Religionen, auch wenn er bei manchen vielleicht etwas anders heißt.

Das Wort Nächstenliebe wird ganz besonders oft im Judentum und Christentum
verwendet. Im Ersten Testament wird das Volk Israel
zum Beispiel dazu aufgefordert, auf die Fremden in ihrem Land zuzugehen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Fremden nun mag oder nicht. Außerdem wird dem Volk Israels im 3. BuchMose
befohlen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Dieses Gebot fand auch Jesus ganz wichtig.

Er wurde nämlich gefragt, welches das höchste Gebot in der Bibel
ist.

Und darauf hat er geantwortet, dass es das Doppelgebot der Liebe sei:

Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Beides – die Gottesliebe und die Nächstenliebe – sind gleich wichtig.

Und auf die Frage, wer denn nun so genau dieser „Nächste“ sei, erzählt Jesus die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Damit will er sagen: Wer unser Nächster ist, hängt nicht davon ab, zu welchem Volk er gehört. Es geht einzig und allein darum, wer Hilfe braucht. Außerdem hat Jesus die Menschen in seiner Bergpredigt
daran erinnert, dass sie sich ihren Mitmenschen gegenüber so verhalten sollen, wie sie selbst behandelt werden möchten.

Wenn wir also sehen, dass jemand Hilfe braucht und wir können demjenigen helfen, dann sollten wir das auch tun.

Und zwar, ohne vorher Bedingungen dafür zu stellen oder hinterher eine Gegenleistung zu erwarten. Es müssen nicht immer große Gesten sein.

Oft reichen auch schon Kleinigkeiten aus.

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Karsten

22/08/2026

Gedanken zum Sonntag.

Manchmal verstumme ich vor dem Leid anderer Menschen.

Manchmal stehe ich wie gelähmt vor den Herausforderungen für unsere Welt.

Manchmal verschließe ich meine Augen vor den Bildern, die täglich über den Fernseher auf mich einströmen und meine Ohren vor den Klagen Verzweifelter.

Manchmal verschließe ich mein Herz… Von Jesus, der Menschen die Ohren auftut und Kranke heilt, von der Vision einer Welt ohne Leid, von dem Ende jeder Ungerechtigkeit spricht der 12. Sonntag nach Trinitatis.

Aber er geht noch weiter: Er erzählt von Menschen, die, angeregt vom Beispiel Jesu, andere aus der Erstarrung holen.

Menschen werden auf vielfältige Weise von Jesus berührt und verbreiten sein Lob – und bauen nach ihren Kräften mit an Gottes Reich.

Sich öffnen
Wie kann es gelingen, Augen und Ohren offen zu halten und sich nicht zu verschließen vor allem, was auf uns einströmt?

Eine Hilfe dazu ist das Gebet.

Im Schweigen öffne ich mich, höre nicht nur auf mich selbst, sehe über meinen Tellerrand. Hier erbitte ich die Kraft für meine Begegnungen. Vielleicht so: Komm, Heiliger Geist, du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.

Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht. Du Geist des Mutes, der uns stark macht. Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht. Komm, Heiliger Geist, du Geist der Liebe, die uns einig macht.

Du Geist der Freude, die uns glücklich macht. Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht. Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht. Komm, Heiliger Geist! (Leonardo Boff)

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße
Karsten

15/08/2026

Gedanken zum Sonntag.

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – auch wenn ich nicht so dick auftrage, habe ich doch gern etwas vorzuweisen: einen sicheren Arbeitsplatz, eine intakte Partnerschaft oder wohl geratene Kinder.

Vor Gott zählen solche „Errungenschaften“ nichts. Es gibt nichts, womit ich mich vor ihm brüsten könnte, zeigt der 11. Sonntag nach Trinitatis, weder mit meinem Erfolg noch mit meinem Glauben.

Gerade diejenigen, die wissen, dass sie vor Gott nichts vorzuweisen haben, und sich ganz auf Jesus verlassen, denen wendet er sich zu.

Er lässt sich von Zöllnern einladen und von einer Prostituierten salben. Gerade sie können seine Zuneigung schätzen und mit Liebe darauf antworten.

Auch Paulus bekennt: Wir können Gottes Liebe nicht verdienen, nur dankbar empfangen.

Über sich selbst lachen
Ich mag Menschen, die das Leben ernst, ihre eigene Person aber auch leicht nehmen können.

Papst Johannes der 23. war ein Mensch, der gerne und viel lachte.

Er erzählte einmal, er habe vor seinem Amt einen solchen Respekt gehabt, dass es ihm den Schlaf raubte.

Als er doch einmal eingeschlafen sei, habe er von einem Engel geträumt, dem er von seiner Not erzählte. „Giovanni, nimm dich nicht so wichtig.“ habe der Engel geantwortet. Seitdem konnte der junge Papst wieder wunderbar schlafen.

Einen solchen Engel wünsche ich mir. Vielleicht hilft auch ein Zettel an meinem Spiegel, auf dem „Nimm dich nicht so wichtig!“ steht.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße
Karsten

14/08/2026
08/08/2026

Gedanken zum Sonntag.

„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott“: So beginnt das 'Schma Israel', das Grundbekenntnis des Volkes Israel.

Am 10. Sonntag nach Trinitatis, dem Israelsonntag, geht es um das Verhältnis und die bleibende Verbindung zwischen Christentum und Judentum.

Israel – ein von Konflikten gebeuteltes Land. Eine grauenvolle Geschichte, die Deutschland und Israel trennt und verbindet. Israel – Ursprung des Christentums, verachtet und idealisiert, bewundert und verfolgt.

All diese Facetten spielen am „Israelsonntag“ eine Rolle.

Er erinnert seit dem 16. Jahrhundert an den Gedenktag der Zerstörungen des Jerusalemer Tempels.

Doch während in der Vergangenheit die Überlegenheit des Christentums demonstriert wurde, stehen heute die Trauer über das Unrecht, das den Juden angetan wurde, sowie die heutigen guten Beziehungen zwischen Juden- und Christentum im Vordergrund.

So kann der Israelsonntag auf zwei verschiedene Weisen begangen werden: Als Bußtag (Farbe: violett) als Gedenktag der der Zerstörung Jerusalems oder als Tag der Besinnung auf die Verbundenheit zwischen der Kirche und Israel (Farbe grün).

Denn vieles von dem, was Jesus gelehrt hat, ist nur aus dem Judentum zu verstehen: So die Frage nach dem höchsten Gebot oder die Bedeutung des Gesetzes.

Das Volk Israel spielt eine herausragende Rolle in der Geschichte Gottes mit den Menschen. Und auch wenn wir nicht wissen, was Gottes Plan mit den beiden Religionen ist, so bleibt Israel doch Gottes auserwähltes Volk.

Nur ich stelle mir die Frage, was macht Israel ?
Gewaltsame Siedler, ich denke an die Menschen im Gazastreifen........?
Wann endet die Gewalt?
Das auserwählte Volk?!!!

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße

01/08/2026

Gedanken zum Sonntag.

Welche Sicherheiten habe ich?

Womit kann ich rechnen?

Oft ist mir mein Leben undurchsichtig.
Dann will ich nichts riskieren, einfach nur dahinleben…

Doch der 9. Sonntag nach Trinitatis beunruhigt.

Wer sich auf Gott einlässt, muss auf Überraschungen gefasst sein – wie Paulus, dessen Werte durch die Begegnung mit Jesus auf den Kopf gestellt werden, wie Jeremia, der sich für zu jung hält und trotzdem zum Propheten berufen wird, und der Mann, der auf einen Schatz stößt und spontan seinen ganzen Besitz dafür verkauft.

Nur wer etwas riskiert, sich ganz auf das Wagnis mir Jesus Christus ausrichtet, wer seine Gaben Gott und den Menschen zur Verfügung stellt, der wird letztlich reich dastehen.

Welch ein Paradox: Nur wer sich nicht auf weltliche Sicherheiten verlässt, dessen Lebenshaus steht auf festem, sicherem Grund.

„Ich?

Ich kann doch nichts Besonderes!“

Manchmal ist es leichter, seine eigenen Mängel aufzuzählen als seine Stärken.

Doch nur wer eine Ahnung von seinen Gaben hat, kann sie auch einsetzen.

Darum wird heute eine Liste angelegt, auf die alles kommt, was ich gut kann oder gern mag.

Das ist ganz unterschiedlich: andere zum Lächeln bringen oder gut zuhören, den größten Kuchen backen oder tolle Reden halten.

Ein „… ja, aber …“ gilt heute nicht.

Nur Positives kommt auf die Liste.

Schön, was ich alles zu geben habe!

Wer nimmt es an?
Wie sieht mein Freundeskreis aus?

Werden Sie das annehmen was ich zu geben habe?

Doch wenn ich es nicht probieren werde...... wie soll ich es dann wissen........

Gehen wir alle gemeinsam auf unsere Nächsten zu.
Christ sein heißt in Gemeinschaft zu leben.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße
Karsten

25/07/2026

Gedanken zum Sonntag.

Was ich tue oder unterlasse, was ich sage und plane, ist nicht gleichgültig.

Wer vom Glauben an Jesus angesteckt ist, der weiß:
Ich bin verantwortlich.
Mein Leben kann etwas verändern.

Wie ein Stein, der ins Wasser fällt, oder wie ein Funke, der überspringt, setzt die frohe Botschaft von Jesus Christus Menschen in Bewegung.

So spricht der 8. Sonntag nach Trinitatis von den Auswirkungen des Glaubens:

Als Licht der Welt und Salz der Erde werden Christen in der Welt nicht unbemerkt bleiben und oft genug auch darin anecken. Als Wohnstätten für Gottes Geist werden sie sorgsam und besonnen mit ihrem Körper umgehen.

Als reich Beschenkte werden sie ihren Besitz teilen – und wenn es noch so wenig ist. Von Gottes Licht berührt werden sie selbst wie Kirchenfenster leuchten.

Salz sein
Salz gehört zu unseren Speisen dazu. So essen wir es meistens sehr unbedacht. Vielleicht nehmen Sie es einmal ganz bewusst zu sich.

Es muss ja nicht viel sein. Maximal eine Fingerspitze voll. Dabei können Sie sich überlegen, wann Sie es das letzte Mal richtig geschmeckt haben. Wann haben Sie Salz vermisst?

Wie schmeckt das Salz?
Finden Sie Worte außer salzig dafür?
Was macht Salz?
Was bedeutet es für uns, wenn wir aufgerufen sind, Salz der Erde zu sein?

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße

18/07/2026

Gedanken zum Sonntag.

Ich habe so viel – und trotzdem bin ich manchmal ganz leer.

Ich werde täglich satt, trotzdem habe ich einen ungeheuren Durst nach Mehr.

Ich sehne mich nach etwas, das ich nicht beschreiben kann …

Dass Gott körperlichen und seelischen Hunger stillt, davon erzählen die Lesungen des 7. Sonntag nach Trinitatis, der aus verschiedenen Perspektiven das Abendmahl beleuchtet.

Essen und Trinken, Feiern und Teilen sowie große Gastfreundschaft gehören zum christlichen Glauben.

Jesus nahm die natürlichen Bedürfnisse der Menschen ernst, sättigte Tausende mit fünf Broten und zwei Fischen und saß mit unterschiedlichsten Menschen zu Tisch.

Im Abendmahl setzen Christen von Anfang an diese einträchtige Tischgemeinschaft fort und nehmen die Zeit vorweg, in der der Hunger nach wahrem Leben gestillt sein wird.

Gemeinschaft und Teilen: Das Thema des Sonntags regt mich an, einmal wieder eine Einladung zu veranstalten – mit Menschen, die es besonders brauchen.

Wer in meinem Bekanntenkreis könnte es gerade nötig haben?

Freundinnen, die so im Stress sind, dass sie sich selbst vergessen?

Kollegen, denen es gerade wirtschaftlich nicht so gut geht?

Nachbarn, die ganz alleine sind?

Heute lade ich eine oder zwei von ihnen ein.

Sie sollen nicht alleine essen.

Und ich habe auch Freude an ihrer Gesellschaft.

Ich bin heute eingeladen zum gemeinsamen Essen.
Habe mich sehr auf die Einladung gefreut.
Gemeinsamen am Tisch sitzen, erzählen, essen und einfach genießen.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.
Herzliche Grüße

17/07/2026

Liebe Freunde, die Anzahl der interessierten für Seelsorge und die Gedanken zum Sonntag steigt wöchentlich.
Ich versuch Euch immer, etwas mit auf den Weg zu geben für die kommende Woche.
Ich weiß wie es einigen von Euch geht.
Durch Krankheit, Schicksalsschläge......Höhen und Tiefen sind wir oft nicht den Herausforderungen gewachsen.

Doch wir dürfen nicht vergessen, wie gut es uns eigentlich hier geht....
Ich denke an die Ukrainer, die Menschen im Iran, ...
Nehmen wir dieses Geschenk Gottes an und bemühen wir uns gemeinsam, das Beste daraus zu machen.
Nutzen wir die Gelegenheit uns am Schönen im Leben festzuhalten.
Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, Kraft den Alltag zu meistern, Trauer zu verarbeiten und Krankheit zu überwinden.

Herzliche Grüße
Euer Karsten
Seelsorger aus Leidenschaft

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