28/04/2026
Unterwegs zwischen Liebschwitz, Taubenpreskeln und Zwötzen
Es war eine sehr gute Idee, an einem Sonntag, die Kirchen der Gemeinde Zwötzen zu erwandern. Bei herrlichen, doch kühlen Wetter war die Strecke von ca. sechs Kilometern sehr erträglich. Insgesamt war es ein Gottesdienst in drei Teilen. In Liebschwitz sprach Pfarrer Michael Keßler über die ersten Kapitel der Bibel, wie Gott die Erde, Lebewesen und den Menschen schuf und nach der Arbeitswoche einem Ruhetag einlegte.
Weiter ging es dem „Leichenweg“ hinauf, durch eine blühende Landschaft, zur Kirche in Taubenpreskeln. Zwischendurch berichtete Uwe Lehmann, der Wanderleiter, über die Geschichte von Liebschwitz, der Kirche und dieses Ziegenhierdsche Ländchen. In der kleinen Kirche auf dem Friedhof sprach Michael Keßler über den Predigttext und setze die Schöpfung in den Kontext unserer Gegenwart mit Kriegen, Umweltzerstörung und der politischen Situation auf der Welt. Dabei bezog er sich auf Aussagen von Annalena Baerbock während einer amerikanischen Talkrunde. Die Gruft neben der Kirche erinnert an das Gutsherrenhaus Ziegenhierd. Heute ist es ein Werkstattraum der Friedhofsgärtner.
Auf dem Büchsenberg erfuhren die Mitwandernden die Historie vom Bruderkrieg, der auch auf dem gegenüberliegenden Heeresberg vorbereitet wurde. Letztendlich siegte die Bruderliebe vor dem Gemetzel.
Vorbei an blühenden Rapsfeldern führte der Weg nach Zwötzen zur Martinikirche. Das Herz vor dem Hochzeitseingang konnte bestaunt werden. Nach dem Segen im dritten Teil des Gottesdienstes eröffnete Uwe Lehmann eine Fotoausstellung des Vereins Lichtbildkombinat Gera mit 20 ausgewählten Makro-Fotografien im Kirchenraum. Mit Bockwurst, Kuchen und Getränken klang die Sonntagsvormittags-Wanderung aus. Für viele Teilnehmenden waren die Dorfkirchen bisher unbekannt und sie staunten über die Schönheit dieser Gotteshäuser. (Fotos: Wolfgang Hesse)