29/03/2024
Monolog des Abendmahltischs: "Dieser Abend begann fast wie immer. Ich wurde eingedeckt. Ringsherum wurde alles für das Pessachmahl vorbereitet. Und dann kamen sie. 13 Männer. Und sie setzen sich um mich herum. Plötzlich tat einer etwas Seltsames. Damit hatte wohl niemand gerechnet. Er nahm sich einen Krug mit Wasser, kniete sich hin und begann den anderen die Füße zu waschen. Bei all dem Sand und Staub auf den Straßen der Stadt verständlich. Aber ich glaube, dass dieser Mann mehr wollte als nur Füße waschen. Damals, so hörte ich es immer wieder, war nämlich auch ganz schön viel Sand im Getriebe von Politik und Religion. Und der, der alles aufgewirbelt hat, war Jesus. Und der kniete jetzt hier nieder und wusch seinen Jüngern die Füße? Diese hofften doch vielmehr, dass Jesus ein politischer Befreier sein wird, einer, der vieles neu macht. Und ich glaube, das wollte er auch mit seiner Geste zeigen. Jesus wollte etwas neu machen, aber nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe. Er wollte, dass seine Jünger dienen und nicht herrschen. Und Jesus wollte ihnen zeigen, wie das geht: Indem man sich vor anderen klein macht. Als dann Brot und Wein ins Spiel kamen, wurde es plötzlich ganz still. Ich glaube, niemand von den Freunden wusste so richtig, was hier gerade passiert. Und dann sagte Jesus plötzlich: Das bin ich für euch. Und ich konnte richtig spüren, wie diese Worte alles verändert haben und diesem Essen einen ganz neuen Sinn gaben."