10/06/2020
Die Adventgemeinde in Brandenburg/Havel versammelt sich bis heute in einer ehemaligen Werkstatt (siehe Foto, heutige Ansicht, Wollenweberstraße 41). Es war ursprünglich eine kleine Bürsten- und Besenfabrik, die der Jude Chaim Horn mit seiner Familie betrieb.
„Den leer stehenden Fabriksaal stellte er zu Beginn der 1930er Jahre gegen Zahlung einer bescheidenen Miete den Siebenten-Tags-Adventisten als Gottesdienstraum zur Verfügung. Horn sympathisierte mit der kleinen protestantischen Freikirche in der Stadt, die - so wie er auch - den biblischen ‚Sabbat‘ als Ruhetag feierte. Seine Kinder, Max (geb.1926) und Ruth (geb.1930), nahmen gerne an den christlichen Veranstaltungen der Adventisten im Haus, vor allem an der ‚Kindersabbatschule‘, teil. Auch die Eltern, die ja im Haus wohnten, mischten sich unter die Gottesdienstbesucher und stellten den Gemeindegliedern den Innenhof für Feste und gesellschaftliche Zusammenkünfte zur Verfügung.“
In der NS-Zeit änderte sich die Situation schlagartig.
„So kam auch eine mündliche Anweisung der Freikirchenleitung aus Berlin, ‚im Falle der Familie Horn deutlich Distanz zu wahren‘.“
Im Oktober 1943 wurde die Familie Horn von Berlin wahrscheinlich nach Auschwitz verschleppt...
Zur Geschichte der Adventisten in Brandenburg/Havel und zum Schicksal von Chaim Horn: