23/05/2026
Pfarrer Johannes Misterek, Geistliches Zentrum Nieder-Weisel, schreibt einen Impuls zum Pfingswochenende.
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An Pfingsten erzählen wir vom Wirken des Heiligen Geistes. Wie Feuer und Wind kommt der Geist Gottes herab und öffnet das Herz und den Mund eines Menschen. Er ist heute überall dort, wo die Sehnsucht nach Gott eine Sprache findet. Die Sprache des je eigenen Lebens. Wer entdeckt, dass sein Leben eine „frohe Botschaft“ enthält, ja, selbst Evangelium ist, für den ist Jesus Christus keine vergangene Geschichte mehr. Es ist Pfingsten geworden.
Ich erinnere mich noch gut an die Rückfahrt von einer Einkehrtagung. Ich saß im Zug. Vor meinem inneren Auge ließ ich die vergangenen Erlebnisse R***e passieren. Die Spaziergänge, die geistlichen Impulse, die Erfahrung der Stille, die dazu führte, dass ich selbst ruhiger wurde. Friede sei mit Euch. Diese Worte, die Jesus am Ostermorgen zu seinen Jüngerinnen und Jüngern sagt, wiederholte ich immer wieder. Müde und den Kopf voller Fragen hatte ich Rat und Rückzug gesucht. Nun hatte mir – ich kann es nicht besser sagen – Gott selbst Herz und Mund für die mich umgebende Gegenwart der Güte geöffnet. Ich sah aus dem Fenster. Die Landschaft zog an mir vorüber. Und ich spürte, wie ich meine Freude über diesen Frieden mit anderen teilen und ihnen sagen wollte, wie reich ein Leben mit Gott macht. Weihnachten und Ostern waren nicht länger eine vergangene Geschichte. Es war Pfingsten geworden. Mir war zu Bewusstsein gekommen, dass ich selbst ein lebendiger Teil der Geschichte Gottes bin, immer schon war.
Wie geht Ihre Pfingstgeschichte? Welche Sprache spricht aus Ihrem Leben, Ihrer Sehnsucht, Ihrer Gottsuche? Ich mache Ihnen Mut, davon zu erzählen. Es sind die Worte, die von Herzen kommen, die Menschen zusammenführen und eine Gemeinschaft in bunter Verschiedenheit schaffen. Es wird Pfingsten. Und dann wird es sein, als hörten wir einander „in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.“ (Apostelgeschichte 2, 11). So wird die Kirche Jesu Christi stets neu geboren, dort, wo Gottes Geist das Herz und den Mund eines Menschen öffnet. Und das geschieht heute… Überall!