09/09/2026
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Mit herzlichen Dank an unsere Mit-Beiräte:
Betroffenenbeirat Aachen, Bamberg, Köln, Paderborn und
Betroffenenbeirat Bistum Essen
für das arbeitsintensive und wertschätzende Treffen!
„Presseerklärung zum NW-Vernetzungstreffen verschiedener Betroffenenbeiräte
Köln –
Vom 8.- 9. September 2026 fand im Maternushaus in Köln das Vernetzungstreffen mehrerer Betroffenenbeiräte aus den (Erz-)Bistümern Aachen, Bamberg, Essen, Köln, Nord (Hamburg, Hildesheim, Osnabrück) und Paderborn statt, ein Treffen, was fast schon Tradition hat, denn regelmäßige Zusammenkünfte gibt es schon seit 2023. Aus jedem dieser Beiräte war eine Delegation an dem Treffen beteiligt, insgesamt 11 Betroffene. Es war ein interessanter und informativer Austausch, bei dem die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im
Rahmen der katholischen Kirche natürlich im Vordergrund stand, aber auch Themen, die damit im Zusammenhang stehen, wurden eingehend erörtert.
So wurde auch über den Umgang des Synodalen Wegs mit den Betroffenen gesprochen, denn dieser wurde ursprünglich im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch ins Leben gerufen. Mittlerweile ist der Missbrauch allerdings nur noch eine Randnotiz und die Forderung der Beiräte an die DBK und das ZdK, dass alle Beiräte jeweils einen Platz in der geplanten Synodalkonferenz erhalten, wurde abschlägig beschieden, was für
Frust und Enttäuschung bei den Betroffenen sorgt.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Versäumnis vieler Bistümer, die Missbrauchsfälle im Rahmen der Arbeitgeberhaftung bei der VBG anzuzeigen, damit die Geschädigten einen Anspruch auf eine Versorgungsrente haben.
Auch war man sich einig, dass die Einrede der Verjährung unmoralisch und unlauter ist.
Zur Sprache kam auch der sehr unterschiedliche Umgang der einzelnen Bistümer mit dem jeweiligen
Betroffenenbeirat, denn es wurde klar, dass manche Beiräte die volle Unterstützung ihres Bistums haben, andere dagegen sich häufig als Bittsteller vorkommen, da sie für jede Aktion einen Antrag auf Kostenerstattung stellen müssen, wobei bistumsseitig geflissentlich übersehen wird, dass die Betroffenen, die sich in den Beiräten engagieren, diese Arbeit freiwillig zum Wohl der Gesellschaft tun und sich darum bemühen, dass der Missbrauch aufgeklärt wird und solche Taten in der Zukunft weitgehend verhindert werden. Dies fällt umso schwerer, wenn selbst hochgestellte Geistliche äußern, dass es doch endlich mal genug sein muss.
Dabei sollte die Kirche froh sein, dass es engagierte Menschen gibt, die sich dieser belastenden Herausforderung stellen.
Einige Beiräte haben es in ihrem Bistum geschafft, dass als sichtbares Zeichen der Schuld der Kirche in der jeweiligen Bischofskirche ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des sexuellen Missbrauchs installiert wurde, andere Bistümer dagegen sträuben sich noch immer dagegen, weil man offensichtlich keinen dunklen Fleck in ihrem schönen Dom haben will.
Auch hinsichtlich der Aufwandsentschädigungen gibt es querbeet große Unterschiede. Die Spanne reicht von einem dem Beirat in Eigenregie zur gestellten Budget bis hin zum Riegel im Portemonnaie des Bistums, indem man sich entgegen der Empfehlung der DBK äußerst knauserig zeigt und gleichzeitig durch
Vorgaben versucht, die Arbeit des Beirats in dem Bistum genehme Bahnen zu lenken.
Selbst bei der Auswahl und Berufung von Beiratsmitgliedern traut manches Bistum den Betroffenen nicht über den Weg, weil sogenannte externe Experten die Auswahl treffen, wobei andere Bistümer die Auswahl in die Hände des amtierenden Beirats legen, weil diese Leute die wirklichen Experten sind, wenn es um den
Missbrauch geht.
Klar wurde auch, dass die Aufarbeitung des Dunkelfeldes im Argen liegt, denn die bekannten Fälle stellen bei weitem nicht die ganze riesige Dimension des Missbrauchs dar.
Unterm Strich aber betonen die Betroffenen, dass sie nicht aufgeben und alles daransetzen, dass die
Aufklärung weiter vorangetrieben wird und die Prävention forciert werden muss, um den Missbrauch einzudämmen, denn ein totales Verhindern ist eine Illusion und wird – leider – niemals gelingen.“