06/03/2026
„ach komm, das ist doch jetzt nicht euer Ernst.“
Das ist mein ganz ehrlicher Gedanke, zur Monatslosung für März:
„Da weinte Jesus.“
Johannes 11,35
Ja, das ist wirklich alles, was da steht.
Was möchte mir die Losung denn sagen?
Der eine Satz - so völlig ohne eine Erklärung. Um was geht es denn da?
Soll ich jetzt nachlesen warum Jesus weinte?
Nein, ich lese die Bibelstelle nicht nach.
In meinem privaten Leben, in meinem beruflichen Alltag und in meinem sozialen Umfeld sind gerade genügend Tränen …. Tränen der Trauer, der Müdigkeit, der Wut, der Enttäuschung, der Angst, etc.
Aus den unterschiedlichsten Gründen.
Jetzt gerade in diesem Moment:
ich sitze mit mir lieben Menschen zusammen - der Abend endet und die Gruppe löst sich gerade auf.
Mir ist ein wenig zum Weinen zumute - die Rechnung ist arg hoch, die Gläser sind leer und wir gehen auseinander.
Das bedaure ich sehr, ich möchte noch etwas in der Gemeinschaft bleiben und nicht gehen.
Ein schöner Abend, ich fühle mich wohl und sicher, wir haben diskutiert, wir haben Tränen gelacht, wir haben aus Dankbarkeit über unsere Situation Tränen runter geschluckt und aus Rührung über einen Satz tief durchgeatmet.
Und wo ich das gerade so aufzähle merke ich wie vielfältig Weinen sein kann:
Tränen der Trauer, der Müdigkeit, der Enttäuschung, der Angst - doch ebenso Tränen der Freude, Tränen der Erleichterung, Tränen der Dankbarkeit, … auch die gibt es.
Ich weiß nicht, warum Jesus weinte.
Doch es macht ihn menschlich, lebendig und liebenswert.
Ein Gefühl zu erleben und dies zu zeigen, sich und seinen Mitmenschen zu zeigen wie es einem gerade geht ist so wertvoll.
Wie oft fällt es uns schwer so offen und ehrlich mit uns und den anderen Menschen zu sein?
Ich wünsche uns allen, dass wir mit unseren Gefühlen im guten Kontakt sind und andere Menschen anbieten, sie zu begleiten, sie zu lassen, zu respektieren - so wie sie es gerade brauchen - egal aus welchem Grund sie gerade weinen.
….mit respektvolle Grüße von Susanne Jag