21/05/2024
Heute -am 21. Mai - ist der GEDENKTAG unseres ORDENSGRÜNDERS – des Heiligen Bischof Eugen von Mazenod OMI.
Leben und Wirken
1782 1. August: Eugen von Mazenod wird in Aix-en-Provence als Sohn der Adelsfamilie „de Mazenod“ geboren. Der Vater Charles Antoine de Mazenod ist Präsident des Rechnungshofes in Aix; die Mutter, Rose Marie Joannis, Tochter wohlhabender Geschäftsleute, bringt Geld in die Ehe mit.
1791 Die Familie flieht vor der Französischen Revolution zuerst nach Nizza, dann weiter nach Turin (1792), Venedig (1794), Neapel (1797), Palermo (1799). Die Not des Flüchtlingsdaseins, ohne geregelte Schulbildung, macht Eugen offen für die Not anderer, lehrt ihn aber auch, was Heimatlosigkeit bedeutet. Der Zugang zum dortigen Hochadel stärkt zunächst sein aristokratisches Selbstbewusstsein.
1802 kann Eugen nach Aix zurückkehren, hat aber Schwierigkeiten, sich in die Situation der napoleonischen Zeit einzuleben.
1807 Während der Karfreitagsliturgie wird durch ein tiefes Erlebnis des Gekreuzigten sein Entschluss unumstößlich, „Priester der Armen“ zu werden.
1808 tritt er in das Priesterseminar St. Sulpice in Paris ein. Da er Italienisch wie seine Muttersprache beherrscht, lässt er sich als Kurier zwischen den Kardinälen und dem Papst Pius VII. gewinnen, den Napoleon nach Frankreich verschleppt hatte, um die Kirche besser kontrollieren zu können.
1811 Am 21. Dezember wird er in Amiens zum Priester geweiht. Er schlägt eine angebotene kirchliche Karriere aus und kehrt nach Aix zurück. Er hält die damalige Pfarrseelsorge für ungeeignet, die Neuevangelisierung seiner religiös verwahrlosten Heimat zu leisten. Darum bittet er seinen Bischof, ihn für missionarische Seelsorge frei zu stellen.
Er kümmert sich um die Jugend, um die Dienstboten und um österreichische Kriegsgefangene, ungeachtet der Opposition seitens seiner adeligen Standesgenossen. Da das einfache Volk die französische Hochsprache nicht versteht, predigt er im provenzalischen Dialekt.
1815 beginnt seine Suche nach gleich gesinnten Priestern, die mit ihm zusammen in den Dörfern und kleinen Städten der Provence Volksmission halten. Sie dauern zwischen drei Wochen und mehreren Monaten. Ihr Ziel ist es, das religiöse Leben wieder zu erwecken und das kirchliche Leben neu zu organisieren.
1816 gründet er die Gemeinschaft „Missionare der Provence“. Da diese unaufhörlich wächst, arbeitet er eine Lebensregel aus, die aber noch nicht durch Gelübde verbindlich wird.
1823 wird sein Onkel Fortuné de Mazenod Bischof von Marseille. Eugen wird sein Generalvikar, der seine Aufgabe so tatkräftig wahrnimmt, dass er von manchen als der eigentliche Bischof bezeichnet wird.
1826 bestätigt Papst Leo XII. die Gemeinschaft der „Missionare der Provence“ und gibt ihr den Namen: „Oblaten der makellosen Jungfrau Maria“ (OMI).
1832 Eugen wird auf Bitten seines Onkels Weihbischof unter Beibehaltung des Generalvikars.
1837 folgt er seinem Onkel als Bischof von Marseille nach. Er hat ein klares Konzept für die seelsorglichen Bedürfnisse der wachsenden Hafenstadt:
- er sorgt sich um gute Priester, um deren Ausbildung und geistliches Leben;
- er gründet neue Pfarreien, um die wachsende Katholikenzahl betreuen zu können;
- er setzt die Volksmission in Stadt und Land und in anderen Diözesen fort.
- er baut Schulen und Bildungsstätten für Lehrlinge;
- er besucht auch als Bischof die Armen, Kranken, Alten, Sterbenden.
Außerdem kümmert er sich als Generaloberer um die wachsende Kongregation der Oblaten und siedelt während seiner Bischofszeit noch 26 andere Ordensgemeinschaften in seiner Diözese an.
1840 entscheiden er und seine Mitbrüder sich, die Bitten überseeischer Bischöfe zu erfüllen und auswärtige Missionen zu übernehmen. So kommen 1841 die ersten Oblaten nach Kanada und England, 1847 nach Ceylon (heute Sri Lanka), 1850 nach Natal (Südafrika) für Afrikaner.
1861 stirbt Bischof de Mazenod am 21. Mai in Marseille im Rufe der Heiligkeit. In zehn Ländern auf vier Kontinenten arbeiten 461 Oblaten.
Eugen von Mazenod war nicht nur ein Kind seiner Zeit, er hat auch seine Zeit mitgeprägt, besonders die Kirche Frankreichs im 19. Jahrhundert und die Weltkirche durch die Missionstätigkeit seines Ordens.
1975 spricht Papst Paul VI ihn am Weltmissionssonntag (19. Oktober) selig.
1995 Papst Johannes Paul II. spricht ihn am ersten Adventssonntag 1995 (3. Dezember) heilig als ein Beispiel bedingungsloser Treue zur Kirche in schwerer Zeit und als einen Zeugen für den Geist, der die Kirche von innen her erneuert und am Leben erhält.
Gebet
Gott, du hast in deiner Barmherzigkeit den heiligen Bischof Eugen mit apostolischen Tugenden ausgerüstet, damit er den Völkern das Evangelium verkünde. Entflamme uns auf seine Fürsprache mit dem gleichen Geist und lass uns einzig auf den Dienst an der Kirche und den Seelen bedacht sein. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.