28/07/2026
Liebe Geschwister, liebe Freunde,
heute möchte ich Euch zwei Geschichten erzählen. Beide sind wahr. Die eine stammt aus der Bibel, die andere haben Renate und ich selbst erlebt. Auf den ersten Blick scheinen sie ganz unterschiedlich zu sein – doch sie verbindet eine wunderbare Botschaft: Gott kümmert sich auch um die kleinen Dinge unseres Alltags.
In der biblischen Geschichte geht es um eine Axt, in unserer um ein Küchenmesser – unser „Wundermesser“.
Die Geschichte von der schwimmenden Axt finden wir im Alten Testament 2. Könige 6,1-7 Prophetenschüler wollten ihr gemeinsames Haus vergrößern und fällten dafür Bäume am Jordan. Während der Arbeit löste sich einem jungen Mann das eiserne Axtblatt vom Stiel und versank im Fluss.
Seine Not war groß. Die Axt war nur geliehen, und er wusste, dass er den Verlust nicht ersetzen konnte. Damals konnte eine solche Schuld sogar in lebenslange Schuldknechtschaft führen. Verzweifelt rief er den Propheten Elisa um Hilfe.
Elisa fragte nach der Stelle, an der das Eisen ins Wasser gefallen war. Dann schnitt er einen Stock ab, warf ihn in den Fluss – und das Unmögliche geschah: Das schwere Eisen stieg an die Oberfläche und schwamm. Der junge Mann konnte seine Axt wieder an sich nehmen.
Diese Begebenheit zeigt uns, dass Gott nicht nur die großen Ereignisse der Welt in seiner Hand hält. Er sieht auch die Sorgen eines einzelnen Menschen. Was uns klein oder unbedeutend erscheint, ist für ihn keineswegs zu gering.
Zugleich weist das Holz, das Elisa ins Wasser wirft, auf das Kreuz Jesu hin. So wie das Holz das versunkene Eisen wieder an die Oberfläche brachte, so hat das Kreuz Jesu uns Menschen aus der Tiefe von Schuld und Verlorenheit herausgeholt und neues Leben geschenkt.
Und schließlich erinnert uns dieses Wunder daran, dass Gottes Möglichkeiten weit über unsere menschlichen Grenzen hinausgehen. Wo wir keinen Ausweg mehr sehen, kann Gott Wege eröffnen, die wir uns niemals hätten vorstellen können.
Genau daran wurden auch wir erinnert.
Unser „Wundermesser“
Ich, Ekkehart, koche sehr gern. Besonders gerne benutze ich ein Küchenmesser, das wir einmal als Zugabe beim Kauf unseres OptiGrills erhalten hatten. Es war im Laufe der Zeit zu meinem Lieblingsmesser geworden.
Wie jedes Jahr verbrachten wir unseren Campingurlaub in Kroatien. Eines Tages bereitete ich gerade das Essen zu. Für einen kurzen Moment waren wir unaufmerksam – und genau diese Gelegenheit nutzte eine freche Seemöwe. Sie schnappte sich das Messer vom Tisch und flog damit in Richtung Meer.
Nach kurzer Zeit ließ sie ihre Beute fallen. Das Messer verschwand zwischen den Steinen im Wasser. Wer unseren Campingplatz kennt, weiß: Dort gibt es keinen Sandstrand, sondern einen felsigen, zerklüfteten Uferbereich. Ein Wiederfinden schien völlig ausgeschlossen.
Unsere französischen Nachbarn hatten alles beobachtet. Renate lief der Möwe noch hinterher, aber vergeblich. Ich wollte schon die leere Messerscheide wegwerfen. „Die brauchen wir doch jetzt nicht mehr“, dachte ich.
Doch Renate hielt mich davon ab. Sie sagte sinngemäß: „Lass sie noch. Wir wollen Gott vertrauen.“ Denn wir wissen: Beten ist niemals vergeblich.
Später am Nachmittag lagen unsere Nachbarn am Strand. Plötzlich bemerkten sie einen Raben, der sich ungewöhnlich verhielt. Laut krächzend flog er immer wieder dieselbe Stelle an, als wolle er unbedingt auf etwas aufmerksam machen.
Die Nachbarin sagte schließlich zu ihrem Mann: „Ich glaube, der Vogel will uns etwas zeigen.“ Neugierig gingen sie dorthin – und tatsächlich: Zwischen den Steinen im Wasser lag unser Messer. Sie holten es heraus, kamen freudestrahlend zu unserem Wohnmobil und sagten: „Wir haben eine Überraschung für Euch!“ Dann erzählten sie uns die ganze Geschichte.
Wir konnten nur staunen und Gott danken.
War das Zufall? Manche würden es vielleicht so nennen. Wir aber glauben, dass Gott auch heute noch Gebete hört und manchmal auf ganz überraschende Weise antwortet. Er gebraucht sogar eine Möwe und einen Raben, um Menschen zu zeigen, dass er da ist.
Natürlich geht es Gott nicht in erster Linie um ein Küchenmesser. Viel wichtiger sind ihm die Menschen. Doch gerade durch solche kleinen Erlebnisse stärkt er oft unser Vertrauen und erinnert uns daran, dass wir ihm alles bringen dürfen – die großen Sorgen ebenso wie die kleinen.
Wenn Gott eine eiserne Axt auf dem Wasser schwimmen lassen konnte, dann kann er auch ein verlorenes Messer zurückbringen. Für ihn ist nichts unmöglich.
Darum