17/06/2026
Peter und Paul - ein Fest für zwei
Am 29. Juni gedenkt die Kirche in einem Doppelfest ihrer beiden Gründer: Simon Petrus und Paulus. Nach der Überlieferung wurden an einem 29. Juni die Gebeine der beiden während der Christenverfolgungen in die römische Sebastianskatakombe an der Via Appia übertragen. Die Zwei waren in vielerlei Hinsicht unterschiedliche Männer: in der Persönlichkeit, im Lebensweg und in der Glaubenserfahrung - der Eine war ein Halt für seine Glaubensgeschwister, der Andere ein Missionar. Jesus veränderte das Leben von beiden. Simon (hebr. „Gott hat gehört“) war ein galiläischer Fischer und gehörte, wie auch sein Bruder Andreas, zu den zuerst berufenen Jüngern. Jesus hat viel auf ihn gehalten, wenn er ihm den Beinamen „der Fels“ (aramäisch Kephas oder griechisch-römisch Petrus) gab. Er enttäuschte Jesus nach dem Markusevangelium, als er vor dessen Verhaftung im Garten Getsemani einschlief, anstatt ihn zu unterstützen. Und im Johannesevangelium verleugnete er ihn im Hof des Hohenpriesters dreimal. Später jedoch machte Simon eine innere Wandlung durch und wurde nach dem Tod und der Auferstehung Jesu der Anführer der Apostel und das Oberhaupt der Jerusalemer Urgemeinde. Paulus war eine Diasporajude und trug, wie damals üblich, bei den nicht in Israel geborenen Juden einen Doppelnamen: Den jüdischen Namen Saul (hebr. „der Erbetene“, also Wunschkind) und Paulus (griech. „der Geringe“). Er war ein Pharisäer, ein jüdischer Frommer und Theologe also. Jesus hat er im Leben nie getroffen und bekämpfte die ersten Christen zunächst unerbittlich. Laut der Apostelgeschichte erlebte er vor Damaskus eine Vison des Auferstandenen, bereute seine früheren Verfolgungen und widmete ab diesem Zeitpunkt sein Leben der Ausbreitung jener neuen Lehre, die er zuvor so heftig verfolgt hatte. Auf dem Jerusalemer Apostelkonzil (um das Jahr 48) begegneten sich Simon und Paulus und debattierten darüber, ob nur Juden Christen werden konnten oder sich ein jeder ohne diese Voraussetzung taufen lassen konnte. Paulus setzte sich gegenüber Simon durch mit der Position, dass die Taufe jedem, nicht nur Juden offensteht. Damit legten Simon und Paulus den entscheidenden Grundstein für die Christianisierung des Römischen Reiches und die Entstehung der Weltreligion.
Pfarrer Alexander Haas