01/09/2026
🇷🇴 Unterwegs in Siebenbürgen – und schon ziemlich viel zum Mitnehmen ❤️
Sechs Tage Siebenbürgen, eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen aus der Evangelischen Kirche zwischen Langen und Seligenstadt – und jede Menge Neugier im Gepäck. 🚌🇷🇴 Unsere Fortbildungsreise haben wir selbst auf die Beine gestellt, mit kräftiger Unterstützung von Pfarrer Alexandru Lita aus Seligenstadt. Er ist gebürtiger Hermannstädter, kennt Land und Leute – und öffnet uns zusammen mit unserem Guide vor Ort, Horst Schuller, so manche Tür, an der wir alleine vermutlich vorbeigelaufen wären. 😊
🥃 Zum Beispiel in Holzmengen/Hosman: Dort erfuhren wir gestern Abend, wie man eine alte Kirchenburg nicht nur erhält, sondern wieder mit Leben füllt – mit Jugendbegegnungen, Workshops, einem Café und dem Holzstock-Festival. 🏰🎸 Und Ruth Istvan zeigte uns gleich bei der Begrüßung und dem ersten Schnaps, dass Tradition und neue Ideen hier ziemlich gut zusammenpassen. 😉
⛪️ In Hermannstadt/Sibiu erzählte uns Bischof Reinhart Guib heute Morgen von einer Evangelischen Kirche A.B., die noch rund 10.500 Mitglieder zählt. Manche Gemeinden sind winzig, Pfarrerinnen und Pfarrer für viele Dörfer zuständig. Und trotzdem - und obwohl viele Siebenbürger das Land verlassen haben und nur in den Ferien als "Sommersachsen" wiederkommen, sind Glaube, Tradition und der Zusammenhalt in den Nachbarschaften noch sehr lebendig. ❤️
Und dann trafen wir Ortrun Rhein. Sie leitet Altenheim, Hospiz und Kinderhospiz im Auftrag der Diakonie der Evangelischen Kirche in Rumänien – und erzählte von Menschen und Schicksalen, die man nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommt. Von schwerstkranken Kindern, von Familien, die nicht mehr da sein können oder wollen, von Menschen am Rand der Gesellschaft, für die sich kaum noch jemand interessiert. Manchmal werden Ortrun Rhein und ihr Team selbst ein Stück Familie.
Manche Kinder bleiben nur zwei Tage, manche einige Wochen. Umso wichtiger ist ihr, in diese kurze Zeit alles hineinzupacken, was schön sein kann. ❤️
👉 „Mit das Wichtigste ist, allen Kindern eine Geschichte zu geben.“
Nicht nur eine Geschichte von Krankheit und Sterben. Sondern eine vom Leben. Von Geborgenheit, Lachen und Erlebnissen. 🌈 Und manchmal heißt das ganz schlicht: Bevor du stirbst, solltest du wissen, wie es sich anfühlt, einmal im Regen komplett nass geworden zu sein. 🌧️❤️
Und dann ist da die andere Seite: Ortrun Rhein kämpft für diese Arbeit mit einer beeindruckenden Klarheit und Courage – gegen Bürokratie, Widerstände und eine Finanzierung, die immer schwieriger wird. Staatliche Zuschüsse sind faktisch von rund 70 auf 30 Prozent gesunken.
„Jeder Siebenbürger würde uns einen Kuchen backen“, sagt sie sinngemäß. 🍰 Aber davon lassen sich Altenheim und Hospize eben nicht betreiben.
Pro Platz fehlen rund 3.000 Euro im Jahr. Deshalb sucht sie nach verlässlicher Unterstützung, etwa durch Platz- oder Bettenpatenschaften. 🤝 Wir möchten schauen, ob auch das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau eine solche Patenschaft übernehmen kann.
Was wir von Ortrun Rhein gerne mit nach Hause nehmen würden, ist aber noch etwas anderes: ein bisschen von ihrer Courage, wenn es um etwas wirklich Wichtiges geht. ❤️
Später nahm Pfarrer Peter Meier-Röhm in seiner Andacht noch einmal auf, was wir im Hospiz erlebt und gehört hatten. Seine Frage: „Wo und wie möchtest du geboren werden, wenn du es dir aussuchen könntest?“
Konnte keiner von uns. Auch die Kinder, deren Geschichten wir am Nachmittag gehört hatten, konnten es sich nicht aussuchen. Sie müssen mit dem leben, was ihnen mitgegeben wurde. Aber sie müssen damit nicht alleinbleiben. Genau darum geht es bei der Arbeit, die wir heute kennengelernt haben. ❤️
Zwei Tage liegen hinter uns. Drei vor Ort haben wir noch. Wir sind gespannt, was Siebenbürgen noch mit uns vorhat. 🇷🇴🚌