05/04/2026
OFFEN FÜR WUNDER BLEIBEN
Es ist kein Privileg eines Gemeindepädagogen, mit Menschen jeder Art über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Das kann und darf jeder! Und so bin ich auch mein Leben lang immer wieder mit Menschen über den Glauben ins
Gespräch gekommen: Mal nur als einfaches Gemeindeglied, dann als Student der Theologie und nun eben auch als Gemeindepädagoge. Aber ein Thema kommt in solchen Gesprächen immer wieder auf: Wunder!
Immer wieder höre ich in solchen Gesprächen, dass es heute eben keine Wunder mehr gibt. Zumindest keine solchen Wunder, wie sie uns in der Bibel beschrieben werden. Ja, das Leben ist ein Wunder! Es ist ein Wunder, dass in jedem Frühjahr das Leben wieder neu erwacht, es ist ein Wunder, dass sich ein Grashalm sanft im Wind bewegt, und doch immer wieder aufsteht. Ja, die Natur ist voller Wunder und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn man dem Unscheinbaren etwas Beachtung schenkt.
Aber all diese Wunder können den Durst nicht stillen, den wir verspüren, wenn wir die biblischen Geschichten lesen oder hören: Da werden Hungrige satt, Blinde sehend, Taube hören und Stumme können sprechen. Schwache besiegen die Starken und Gottes Gegenwart wird für den ein oder anderen plötzlich erlebbar. Ach, wären wir doch bei dem einen oder anderen Wunder dabei gewesen, könnten wir das ein oder andere Wunder selbst miterleben, wie leicht würde uns dann das Glauben fallen!
Dieser Gedanke taucht dann in solchen Gesprächen immer wieder auf und ich selbst hatte diesen Gedanken auch schon. Aber dieser Wunsch ist ein Trugschluss und hat auch eine Gefahr. Der Trugschluss ist der, dass auch diejenigen, die damals die Wunder miterlebt haben, auch nicht alle zum Glauben gekommen sind. Wunder führen nicht zum Glauben, sondern sie sind eine Frucht des Glaubens. Wenn ich an Gott glaube, wenn ich ihm mein Leben anvertraue, dann werde ich Wunder erleben; dann werde ich Gottes Nähe spüren und sein Wort hören. Und die Gefahr ist, wenn ich die Wunder miterleben will, die Jesus damals tat, dann bin ich nicht mehr offen für die Wunder, die heute geschehen. Dann sehe ich Gottes Handeln in meinem Leben nicht mehr. Und das ist schade. Gott wirkt auch heute noch Wunder! Und da meine ich nicht das Wunder einer schönen Blüte, sondern das reale Eingreifen Gottes in unser Leben und Schicksal.
Bleiben Sie offen für diese Wunder! Lassen Sie sie geschehen und Sie dürfen auch davon erzählen! Erzählen Sie, was Sie mit Gott erleben! Auch, wenn diese Geschichten in den ein oder anderen Ohren unglaublich klingen, aber die Menschen, die Sie lieben, werden auch Ihre Erlebnisse glauben. Erzählen Sie von den großen und kleinen Wundern Gottes Ihrer Familie und lassen Sie sich überraschen von den Wundern, die Ihnen erzählt werden.
Ihr Gemeindepädagoge Georg Frick