16/06/2026
erzliche Einladung, zum Abendgottesdienst in Anlehnung an den anglikanischen Evensong:
Nun sich der Tag geendet … Lobpreis zur Zwischenzeit
Die Redensart vom Sonntagschristen gäbe es nicht ohne die Gewohnheit des sonntäglichen Gottesdienstbesuches. Dennoch gab es in der Kirche schon immer auch Gottesdienste in der Woche. Und eben nicht nur morgens. Die Tagzeitengebete (Stundengebete) sind bis heute beispielsweise in klösterlichen Gemeinschaften praktizierte Gottesdienste mitten im Alltag. Dabei kennt die anglikanische Kirche bis heute die in England sehr geschätzte Gottesdienstform des Evensongs, des Abendlobes. Dieser stark vom Singen her geprägte Lobpreisgottesdienst steht an der Schwelle zwischen Tag und Nacht; ist von der Zwischenzeit des „nicht mehr (hell)“ und des „noch nicht (dunkel)“ bestimmt. Diese besondere „Zwischenzeit“ will unsere Sinne auf bestimmte Lebensfragen lenken: Woher kommt das Licht um wirklich zu erkennen? Was bleibt, wenn es in meinem Leben dunkel wird. Wieviel Lärm, wieviel Stille ertrage ich? Wie gehe ich auf meinen Lebensabend zu?
Mit diesem Chorgottesdienst zur Abendzeit wollen wir an der Tradition des anglikanischen Evensongs anknüpfen. Halten Sie sich offen, und erleben Sie, wie Psalmen, Lieder und Lobgesänge an diesem Abend genau diesen Lebensfragen nachgehen und sie in Ihrem Inneren weiterbewegen. Ohne Moderation, Hinweise und Erklärungen fließt die Musik durch diesen Gottesdienst „wie von selbst“. Sie atmet dabei den Geist des Glaubens, der sich in dieser „Zwischenzeit“ nicht nur durch den Chorklang, sondern auch durch Ihre Stimme zum Lobpreis erheben will.