07/05/2026
Herzlich willkommen hier im Kapitel 8. Ich bin Pastor Hans-Jürgen Jung und leite Kapitel 8, das Informations- und Servicezentrum der Bremischen Evangelischen Kirche. Der Name „Kapitel“ erinnert an das Domkapitel, also an die Stellvertreter des Bischofs, der außer in Bre-men auch in Verden seinen Bistumssitz hatte. Die „8“ ist schlicht un-sere Hausnummer hier an der Domsheide.
Im Rahmen unserer Stadtkirchenarbeit freuen sich mein Team und ich, Sie heute Abend hier begrüßen und bewirten zu dürfen.
Wir haben eben Bernard-David Ginsbourger gehört. Heute Abend wird er musikalisch weiter unterwegs sein und dies Eröffnung begleiten.
Merci pour votre improvisation au violon – c’était très beau. Merci d’avoir ouvert, mit Ihrer Musik, diesen Raum für und mit uns. (Applaus)
Da Sie, Herr Ginsbourger, auch sehr gut Deutsch sprechen, geht es jetzt nicht in Schwyzerdütsch, sondern auf Hochdeutsch weiter.
Unser heutiger Künstler Walter Peter ist in der Schweiz geboren und lebt seit 35 Jahren in Ottersberg.
Obwohl ich selbst ein Jahr in Bern gelebt und studiert habe, Schwyzerdütsch würde mich beim Sprechen überfordern, auch wenn ich die Sprache sehr gern höre.
Und mit dem Hören sind wir schon mitten im Thema und bei den Skizzen unserer Ausstellung.
Ich begrüße herzlich Sie, Herrn Walter Peter hier im Kapitel 8.
Wir eröffnen heute Abend gemeinsam diese Ausstellung mit dem von Ihnen vorgeschlagenen Titel „zugehört“.
Willkommen, Herr Peter! (Applaus)
Zugehört - Warum eine Ausstellung Ihrer Zeichnungen hier im Kapitel 8?
Das hängt mit Ihrem Ehrenamt zusammen, bei dem Zuhören eine wichtige Rolle, nein die Hauptrolle spielt:
Seit sechs Jahren engagieren Sie sich, Walter Peter, in der TelefonSeelsorge Bremen. Der Leiter der TelefonSeelsorge, mein lieber Kollege Peter Brockmann, der heute auch hier ist - machte mich im letzten Jahr darauf aufmerksam, dass in seinem Team ein Ehrenamtlicher auch künstlerisch arbeitet – und dieser sich vorstellen könne, hier im Kapitel 8 auszustellen. Er empfahl mir, mir Ihre Website anzusehen. Ich bin dem Hinweis gefolgt – und so sind wir zusammengekommen. Danke, Peter Brockmann, für die Idee, und Dir und Deinem Team herzlichen Dank für die wichtige Arbeit der TS. (Applaus)
Die TelefonSeelsorge wird maßgeblich ehrenamtlich getragen und un-terstützt Menschen in Krisensituationen.
Und mit einer Krisensituation begann im Frühjahr 2020 auch Ihre eh-renamtliche Tätigkeit in der TelefonSeelsorge, Herr Peter.
Direkt nach Ihrer Ausbildung brach die Corona-Pandemie aus. Wie auf Einladungskarte zu lesen, sagen Sie rückblickend: „Ich wurde mitten hinein geworfen in die Vereinzelung.“
In dieser Zeit begannen Sie, nach Gesprächen in der TelefonSeelsorge jeweils eine kleinformatige Zeichnung mit Pastellkreide zu skizzieren – schnell und direkt. Die hier im Kapitel 8 gezeigten Arbeiten wurden von ihnen in das ausgestellte Format übertragen.
Die 16 hier zu sehenden Zeichnungen und figürlichen Skizzen sind Ihre persönliche Resonanz auf die dort geführten Gespräche.
Sie sind kein Protokoll eines Telefongesprächs. Sie halten vielmehr Ihren subjektiven Eindruck fest: Ihre Gestimmtheit, Ihr Empfinden, das, was beim Zuhören in Ihnen entsteht und seinen Weg aufs Papier findet.
Das Augenblickshafte, Spontane und Lebendige ist darin gut zu erkennen. Die Skizzen erzählen eine subjektive, zugleich aber auch allge-mein verständliche Geschichte – und sie bilden nicht zwingend, oft gar nicht, die konkreten Erzählungen der Anrufenden ab.