Orgelpunkt Bremen

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Orgelpunkt am 28.8. mit Markus Manderscheid:Heinrich Scheidemann (1596 - 1663)    In dich hab ich gehoffet, HerrDietrich...
26/08/2026

Orgelpunkt am 28.8. mit Markus Manderscheid:
Heinrich Scheidemann (1596 - 1663)
In dich hab ich gehoffet, Herr
Dietrich Buxtehude (1637 - 1707)
Nun lob mein Seel’ den Herren
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Fuga a 3 Soggetti
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Aus tiefer Not schrei ich zu dir
Johann Gottfried Walther (1684 - 1748)
Nun lob, mein Seel, den Herren

Orgelpunkt am 21.8. mit Detlef Steinbrenner:Alessandro Scarlatti (1660 - 1725)    Toccata A-DurAnonym (Italien, 18. Jh.)...
20/08/2026

Orgelpunkt am 21.8. mit Detlef Steinbrenner:
Alessandro Scarlatti (1660 - 1725)
Toccata A-Dur
Anonym (Italien, 18. Jh.)
„Elevazione“ aus der „Messa di quinto tuono“
François Couperin (1668 - 1733)
Offertoire - Benedictus - Agnus Dei

Orgelpunkt am 14.8.2026 mit Hyunjoo Na:Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)    Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547)Girolamo...
14/08/2026

Orgelpunkt am 14.8.2026 mit Hyunjoo Na:
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547)
Girolamo Frescobaldi (1583 - 1643)
Capriccio sopra il Cucho
Johann Adam Reincken (1643 - 1722)
Fuga g-moll
Dietrich Buxtehude (1637 - 1707)
Präludium in a (BuxWV 153)

Orgelpunkt am 7.8.2026 mit Jörg-Christian Freese:Johann Heinrich Buttstedt (1666 - 1727)    Präludium und Capriccio d-Mo...
06/08/2026

Orgelpunkt am 7.8.2026 mit Jörg-Christian Freese:
Johann Heinrich Buttstedt (1666 - 1727)
Präludium und Capriccio d-Moll
Fuga g-moll
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Fuge c-Moll (BWV 575)
Georg Böhm (1661 - 1733)
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

Orgelpunkt am 31.7.2026 mit Thorsten Fabrizi:J. S. Bach: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ:J. Reubke: Sonate über den 94....
30/07/2026

Orgelpunkt am 31.7.2026 mit Thorsten Fabrizi:
J. S. Bach: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ:
J. Reubke: Sonate über den 94. Psalm

𝗝𝗼𝗵𝗮𝗻𝗻 𝗦𝗲𝗯𝗮𝘀𝘁𝗶𝗮𝗻 𝗕𝗮𝗰𝗵 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗮𝘀 𝗚𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇Jetzt erwarten Sie vielleicht die Story, dass Bach am Ende seiner Weimarer Zeit vier...
17/07/2026

𝗝𝗼𝗵𝗮𝗻𝗻 𝗦𝗲𝗯𝗮𝘀𝘁𝗶𝗮𝗻 𝗕𝗮𝗰𝗵 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗮𝘀 𝗚𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇
Jetzt erwarten Sie vielleicht die Story, dass Bach am Ende seiner Weimarer Zeit vier Wochen im Gefängnis saß, wegen „Halsstarrigkeit“, so lautete die Begründung. Aber darum soll es hier nicht gehen. Gesetz im theologischen Sinne, das sind die zehn Gebote. Und Bach schrieb im 3. Teil der Clavierübung eine große Choralbearbeitung über Martin Luthers Zehn-Gebote-Lied. In diesem Stück ist die Choralmelodie im Kanon geführt und viele Bach-Interpreten sehen darin ein Symbol für das Gesetz. Denn ein Kanon funktioniert nach einer Gesetzmäßigkeit. Eine Gruppe beginnt und eine weitere folgt in einem festgelegten zeitlichen Abstand mit derselben Stimme. Das funktioniert allerdings nicht mit allen Melodien, sondern nur dann, wenn die Melodie in ein regelmäßiges harmonisches Raster passt.
Die Melodie „Dies sind die heil‘gen zehn Gebot‘“ eignet sich nicht besonders gut für einen Kanon. Würde man nach dem üblichen Schema verfahren, stellten sich schon bald dissonante Klänge ein. Der Komponist hat allerdings die Möglichkeit, den Kanon flexibel zu gestalten, zum Beispiel indem er den zeitlichen Abstand der Kanonstimmen je nach Liedzeile unterschiedlich groß setzt. Genau das macht Bach in dieser Choralbearbeitung, einen flexiblen Kanon, so angepasst, dass es gut klingt.
Zurück zum Gesetz. Das sind zunächst einmal die zehn Gebote, in zwei Fassungen überliefert im zweiten und fünften Buch Mose. Und im Alten Testament wimmelt es dann noch von weiteren Geboten und Vorschriften, die kaum in Einklang zu bringen sind. Im Neuen Testament geht es um die Anwendung und Interpretation des Gesetzes. Bekannt ist die Erzählung, dass Jesus an einem Sabbat einen Menschen geheilt hat und das wurde ihm als Verstoß gegen das Gesetz ausgelegt. Jesus hat darauf geantwortet „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ (Mk 2,27), allgemeiner formuliert: das Gesetzt ist für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für das Gesetz.
Nehmen wir einmal an, dass Bach den Kanon als Symbol für das Gesetz angesehen hat, dann ist er auch eine Art „Gesetzgeber“. Er kann den Ablauf des Kanons in Grenzen frei und sogar flexibel gestalten, so dass es gut klingt. In Anlehnung an das Jesus-Wort könnte man sagen: der Kanon ist für den Hörer da und nicht der Hörer für den Kanon. Ob Bach dabei an genau diese Bibelstelle gedacht hat, wissen wir nicht. Aber auf jeden Fall hat er in diesem Sinne komponiert.

𝗙𝗲𝗹𝗶𝘅 𝗠𝗲𝗻𝗱𝗲𝗹𝘀𝘀𝗼𝗵𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗿 𝗖𝗵𝗼𝗿𝗮𝗹Vielleicht kennen Sie Mendelssohns Oratorium „Paulus“. Es handelt von der Bekehrung des ...
03/07/2026

𝗙𝗲𝗹𝗶𝘅 𝗠𝗲𝗻𝗱𝗲𝗹𝘀𝘀𝗼𝗵𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗿 𝗖𝗵𝗼𝗿𝗮𝗹
Vielleicht kennen Sie Mendelssohns Oratorium „Paulus“. Es handelt von der Bekehrung des Paulus, seiner Erweckung. Die Ouvertüre beginnt mit dem Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Der Bezug ist ganz offensichtlich. Genauso eindeutig ist die Verwendung des Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ in der Reformationssymphonie.
Auch in den sechs Orgelsonaten tauchen Choräle auf, aber hier ist es nicht so leicht zu erklären. Die erste Sonate enthält den Choral „Was mein Gott will, das g’scheh allzeit“, die dritte Sonate den Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ und in der sechsten Sonate, die Sie heute hören, wird sehr ausführlich der Choral „Vater unser im Himmelreich“ verarbeitet. Am Anfang wird der Choral in einem schlichten Satz vorgestellt, es folgen vier Variationen und eine Fuge, deren Thema direkt aus dem Choral abgeleitet ist. Verführerisch ist der Gedanke, dass Mendelssohn den gesamten Choraltext auskomponiert haben sollte. Mehrere Musiker und Musikwissenschaftler haben solche Deutungsversuche publiziert, allerdings wenig überzeugend. Schon allein die Anzahl der neun Strophen des Lutherliedes stimmt nicht mit der Sonate überein. Eine Auffälligkeit ist allerdings, dass die Sonate leise beginnt, leise endet und abgesehen von der sehr kräftigen vierten Variation auch insgesamt eher auf der leisen Seite ist. Darin kann man schon einen Bezug sehen, nicht zum Vaterunser-Lied, sondern zum Kontext, in dem das Vaterunser überliefert ist. Unmittelbar vor dem Gebet steht bei Matthäus im 6. Kapitel: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.“ Noch etwas fällt auf: der letzte Satz der Sonate, die insgesamt in d-Moll steht, steht in D-Dur und hat ein eigenes Thema. Man kann, wenn man will, eine motivische Verwandtschaft dieses Themas mit der Arie „Sei stille dem Herrn“ aus dem Oratorium „Elias“ erkennen. Und dieser letzte Satz ist überschrieben mit „Finale“, wobei unklar ist, ob es das Finale der Sonate oder das Finale des gesamten Zyklus sein soll.
Halten wir fest: am Anfang des Sonatenzyklus steht „Was mein Gott will, das g’scheh allzeit“, das könnte man als Motto für den ganzen Zyklus ansehen. In der Mitte findet sich mit dem Psalmlied „Aus tiefer Not“ ein Bezug zum Alten Testament. Mendelssohn, der einer jüdischen Familie entstammt, aber schon als Kind getauft wurde, war sich seiner Wurzeln immer sehr bewusst. Und der Zyklus schließt mit „Vater unser im Himmelreich“ und einem Schlusssatz, den man als persönliches Gebet interpretieren kann.
Alles Weitere in Worten zu beschreiben, ist mir zu spekulativ. Ich will lieber aus einem Brief zitieren, den Mendelssohn an den Kaufmann und Klavierlehrer Marc André Souchay schrieb:
„Die Leute beklagen sich gewöhnlich, die Musik sei vieldeutig, es sei so zweifelhaft, was sie sich dabei zu denken hätten, und die Worte verstände doch ein jeder. Mir geht es aber gerade umgekehrt. […] Das, was mir eine Musik ausspricht, die ich liebe, sind mir nicht zu unbestimmte Gedanken, um sie in Worte zu fassen, sondern zu bestimmte. So finde ich in allen Versuchen, diese Gedanken auszusprechen, etwas Richtiges, aber auch in allen etwas Ungenügendes.“

𝐏𝐟𝐢𝐧𝐠𝐬𝐭𝐞𝐧An Weihnachten bringt das Christkind Geschenke, zu Ostern bringt der Hase bunte Eier. Und Pfingsten? – nichts, ...
24/05/2026

𝐏𝐟𝐢𝐧𝐠𝐬𝐭𝐞𝐧
An Weihnachten bringt das Christkind Geschenke, zu Ostern bringt der Hase bunte Eier. Und Pfingsten? – nichts, jedenfalls nichts Greifbares. Einen zusätzlichen freien Tag, immerhin. Pfingsten hat es schwer.
Worum geht es an Pfingsten? In der Apostelgeschichte wird vom Pfingstwunder berichtet: „ein plötzliches Brausen wie von einem gewaltigen Sturm erfüllte das ganze Haus. … und die Jünger wurden erfüllt vom Heiligen Geist und sie fingen an zu predigen in fremden Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“
Dies wird oft als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet: die Jünger, die sich bis dahin ängstlich eingeschlossen hatten, fanden durch die Kraft des Heiligen Geist den Mut, in die Welt hinauszugehen und die frohe Botschaft zu verbreiten.
Der gregorianische Gesang „Veni Sancte Spiritus“ ist die Vorlage mehrerer deutschsprachiger Lieder. Wörtlich übersetzt lautet der ursprüngliche Text: „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Der du die Vielheit der Völker und Zungen zur Einheit des Glaubens vereinigt hast.“
Schon in vorreformatorischer Zeit entstand daraus die Liedstrophe „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“, die Martin Luther noch um zwei weitere Strophen ergänzte. Heute gilt es als typisches Pfingstlied, eingesetzt wurde es oft als Lied zur Eröffnung des Gottesdienstes. Andere Lieder in dieser Funktion sind „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ und „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein‘ Heilgen Geist du zu uns send“. Alle diese Lieder bitten darum, dass der Geist 𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞. Er wird also nicht als selbstverständlich vorausgesetzt. Zu groß waren und sind die schmerzlichen Erfahrungen, dass gepredigt wird, ohne den Geist Gottes verstanden zu haben. Die genannten Lieder fanden, ausgehend von der Reformation, in der evangelischen Kirche eine weite Verbreitung, teilweise sind sie aber auch in katholischen Gesangbüchern zu finden.
Pfingsten als ein Fest der Verständigung: zwischen Gott und den Menschen, zwischen den Konfessionen und zwischen den Menschen untereinander. Das sollte eigentlich immer gefeiert werden, nicht nur an einem verlängerten Wochenende.

𝗪𝗮𝘀 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝘂𝗻𝘀 𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗮𝗻 𝗳𝘂̈𝗿 𝗡𝗼𝘁Die Anfangszeile hat diesem Choral möglicherweise das Genick gebrochen. Das Lied von 1569...
08/05/2026

𝗪𝗮𝘀 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝘂𝗻𝘀 𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗮𝗻 𝗳𝘂̈𝗿 𝗡𝗼𝘁
Die Anfangszeile hat diesem Choral möglicherweise das Genick gebrochen. Das Lied von 1569 steht schon lange nicht mehr in den Gesangbüchern. Da ist also von Not die Rede. Und wenn man den Rest nicht kennt, erwartet man vielleicht, dass es weitergeht mit Elend, Hunger und Seuchen. Da blättert man dann schnell weiter zum nächsten Lied. Der Anfang ist aber nur eine rhetorische Frage. So geht es weiter:

𝘞𝘢𝘴 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘶𝘯𝘴 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘢𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘕𝘰𝘵,
𝘴𝘰 𝘶𝘯𝘴 𝘥𝘦𝘳 𝘏𝘦𝘳𝘳𝘦 𝘸𝘦𝘪𝘥𝘦𝘵,
𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘱𝘦𝘪𝘴𝘦𝘵 𝘶𝘯𝘴 𝘮𝘪𝘵 𝘏𝘪𝘮𝘮𝘦𝘭𝘴𝘣𝘳𝘰𝘵,
𝘶𝘯𝘥 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘪𝘦 𝘞𝘦𝘪𝘥𝘦 𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵:
𝘋𝘢𝘻𝘶 𝘦𝘳𝘲𝘶𝘪𝘤𝘬𝘦𝘵 𝘶𝘯𝘴𝘳𝘦 𝘚𝘦𝘦𝘭,
𝘶𝘯𝘥 𝘬𝘶̈𝘩𝘭𝘦𝘵 𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘢𝘴𝘴𝘦𝘳𝘲𝘶𝘦𝘭𝘭
𝘴𝘦𝘪𝘯𝘴 𝘸𝘦𝘳𝘵𝘦𝘯 𝘏𝘦𝘪𝘭𝘨𝘦𝘯 𝘎𝘦𝘪𝘴𝘵𝘦𝘴.

Das Lied ist eine Umdichtung des 23. Psalms „Der Herr ist mein Hirte“, einer der schönsten und bekanntesten Psalmen. Wenn man es angemessen singen will, muss schon in der ersten Zeile die ganze Zuversicht mitschwingen. Wenn das fehlt oder nicht vermittelt wird, dann bleibt einem schnell der Kloß im Hals stecken. Verständlich also, dass das Lied nicht mehr gebräuchlich ist, auch wegen einiger Formulierungen in den weiteren Strophen, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Es erinnert mich ein bisschen an das Sprichwort „Not lehrt beten“. Ich mochte das nie, ich hörte da immer so eine Drohung raus: „Komm du erst mal in richtige Not, dann wirst du schon sehen“. Wirklich einladend zum Beten ist das nicht.

In der Choralfantasie von Johann Adam Reincken ist aber von der Not nichts zu spüren. Reincken überspringt die rhetorische Frage und beginnt mit aufsteigenden Linien (früher sagte man Anabasis dazu), die leicht artikuliert Freude und Zuversicht vermitteln. Das ganze Stück behält diesen positiven Charakter, ich spiele es sehr gerne. Als Begleittext erscheint mir der 23. Psalm im Original besser geeignet als die Lieddichtung.

𝘋𝘦𝘳 𝘏𝘦𝘳𝘳 𝘪𝘴𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘏𝘪𝘳𝘵𝘦, 𝘮𝘪𝘳 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘮𝘢𝘯𝘨𝘦𝘭𝘯.
𝘌𝘳 𝘸𝘦𝘪𝘥𝘦𝘵 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘶𝘧 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘨𝘳𝘶̈𝘯𝘦𝘯 𝘈𝘶𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘧𝘶̈𝘩𝘳𝘦𝘵 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘻𝘶𝘮 𝘧𝘳𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘴𝘴𝘦𝘳.
𝘌𝘳 𝘦𝘳𝘲𝘶𝘪𝘤𝘬𝘦𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘚𝘦𝘦𝘭𝘦. 𝘌𝘳 𝘧𝘶̈𝘩𝘳𝘦𝘵 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘶𝘧 𝘳𝘦𝘤𝘩𝘵𝘦𝘳 𝘚𝘵𝘳𝘢ß𝘦 𝘶𝘮 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦𝘴 𝘕𝘢𝘮𝘦𝘯𝘴 𝘸𝘪𝘭𝘭𝘦𝘯.
𝘜𝘯𝘥 𝘰𝘣 𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘸𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘪𝘮 𝘧𝘪𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳𝘯 𝘛𝘢𝘭, 𝘧𝘶̈𝘳𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘬𝘦𝘪𝘯 𝘜𝘯𝘨𝘭𝘶̈𝘤𝘬; 𝘥𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘶 𝘣𝘪𝘴𝘵 𝘣𝘦𝘪 𝘮𝘪𝘳, 𝘥𝘦𝘪𝘯 𝘚𝘵𝘦𝘤𝘬𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘚𝘵𝘢𝘣 𝘵𝘳𝘰̈𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘮𝘪𝘤𝘩.
𝘋𝘶 𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘵𝘦𝘴𝘵 𝘷𝘰𝘳 𝘮𝘪𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘛𝘪𝘴𝘤𝘩 𝘪𝘮 𝘈𝘯𝘨𝘦𝘴𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘍𝘦𝘪𝘯𝘥𝘦. 𝘋𝘶 𝘴𝘢𝘭𝘣𝘦𝘴𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘏𝘢𝘶𝘱𝘵 𝘮𝘪𝘵 𝘖̈𝘭 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬𝘦𝘴𝘵 𝘮𝘪𝘳 𝘷𝘰𝘭𝘭 𝘦𝘪𝘯.
𝘎𝘶𝘵𝘦𝘴 𝘶𝘯𝘥 𝘉𝘢𝘳𝘮𝘩𝘦𝘳𝘻𝘪𝘨𝘬𝘦𝘪𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘮𝘪𝘳 𝘧𝘰𝘭𝘨𝘦𝘯 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘭𝘢𝘯𝘨, 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘦𝘯 𝘪𝘮 𝘏𝘢𝘶𝘴𝘦 𝘥𝘦𝘴 𝘏𝘦𝘳𝘳𝘯 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳𝘥𝘢𝘳.

𝗧𝗼𝗱, 𝘄𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗦𝘁𝗮𝗰𝗵𝗲𝗹? 𝗛𝗼̈𝗹𝗹𝗲, 𝘄𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗦𝗶𝗲𝗴?Diese Zeile ist Ihnen vielleicht bekannt aus dem Deutschen Requiem vo...
17/04/2026

𝗧𝗼𝗱, 𝘄𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗦𝘁𝗮𝗰𝗵𝗲𝗹? 𝗛𝗼̈𝗹𝗹𝗲, 𝘄𝗼 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗦𝗶𝗲𝗴?
Diese Zeile ist Ihnen vielleicht bekannt aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Es ist ein Zitat aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Vers 55. An diesen Vers knüpft auch Martin Luther in der dritten und vierten Strophe seines Liedes „Christ lag in Todesbanden“ an.
𝟥. 𝘑𝘦𝘴𝘶𝘴 𝘊𝘩𝘳𝘪𝘴𝘵𝘶𝘴, 𝘎𝘰𝘵𝘵𝘦𝘴 𝘚𝘰𝘩𝘯,
𝘢𝘯 𝘶𝘯𝘴𝘦𝘳 𝘚𝘵𝘢𝘵𝘵 𝘪𝘴𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯
𝘶𝘯𝘥 𝘩𝘢𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘶̈𝘯𝘥 𝘢𝘣𝘨𝘦𝘵𝘢𝘯,
𝘥𝘢𝘮𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘛𝘰𝘥 𝘨𝘦𝘯𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯
𝘢𝘭𝘭 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘙𝘦𝘤𝘩𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘎𝘦𝘸𝘢𝘭𝘵;
𝘥𝘢 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘥𝘦𝘯𝘯 𝘛𝘰𝘥𝘴 𝘎𝘦𝘴𝘵𝘢𝘭𝘵,
𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘵𝘢𝘤𝘩𝘦𝘭 𝘩𝘢𝘵 𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘰𝘳𝘦𝘯.
𝘏𝘢𝘭𝘭𝘦𝘭𝘶𝘫𝘢.
𝟦. 𝘌𝘴 𝘸𝘢𝘳 𝘦𝘪𝘯 𝘸𝘶𝘯𝘥𝘦𝘳𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘒𝘳𝘪𝘦𝘨,
𝘥𝘢 𝘛𝘰𝘥 𝘶𝘯𝘥 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘳𝘶𝘯𝘨𝘦𝘯;
𝘥𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘣𝘦𝘩𝘪𝘦𝘭𝘵 𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘪𝘦𝘨,
𝘦𝘴 𝘩𝘢𝘵 𝘥𝘦𝘯 𝘛𝘰𝘥 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘭𝘶𝘯𝘨𝘦𝘯.
𝘋𝘪𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘳𝘪𝘧𝘵 𝘩𝘢𝘵 𝘷𝘦𝘳𝘬𝘶̈𝘯𝘥𝘦𝘵 𝘥𝘢𝘴,
𝘸𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘛𝘰𝘥 𝘥𝘦𝘯 𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯 𝘧𝘳𝘢ß,
𝘦𝘪𝘯 𝘚𝘱𝘰𝘵𝘵 𝘢𝘶𝘴 𝘥𝘦𝘮 𝘛𝘰𝘥 𝘪𝘴𝘵 𝘸𝘰𝘳𝘥𝘦𝘯.
𝘏𝘢𝘭𝘭𝘦𝘭𝘶𝘫𝘢.
Ohne Erklärung sind diese beiden Strophen schwer verständlich. Dabei gilt Luther doch als derjenige, der den volkssprachlichen, d.h. deutschen Gemeindegesang eingeführt hat und mit leicht fasslichen Melodien dafür sorgte, dass seine Theologie in aller Munde kam.
„Da bleibt nichts denn Tods Gestalt“ und „wie ein Tod den andern fraß“ – spätestens bei diesen Zeilen kommt bei uns Stirnrunzeln auf. Nicht weil Luther eine abgehobene Sprache wählte. Im Gegenteil, er wusste genau, welche sprachlichen Bilder zu seiner Zeit bekannt waren. Aber wir kennen die Gebräuche des ausgehenden Mittelalters nicht mehr.
Weit verbreitet waren damals die Passions- und Osterspiele, die auf Marktplätzen aufgeführt wurden. Vereinzelt hält sich diese Tradition vor allem in Süddeutschland (Oberammergau) bis heute. Bei den Osterspielen durfte natürlich die Szene mit den Frauen vor dem leeren Grab nicht fehlen. Besonders beliebt war auch die Höllenfahrt Christi. Christus steigt hinunter in das Totenreich, begegnet dem Teufel und besiegt ihn. Tod und Teufel müssen sich geschlagen geben und werden zum Gespött der Zuschauer. Sehr volkstümlich inszeniert wurde dabei die Grenze zum Klamauk wohl manchmal überschritten. Aber das kannten eben die Leute: ein Tod – der Tod Christi - fraß den anderen – den Tod der Menschen. „Da bleibt nichts denn Tods Gestalt“ – der Tod der Menschen ist zu einem zahnlosen Tiger geworden, eine leere Hülle. Gut möglich, dass auch das sehr drastisch und zum Gespött der Leute inszeniert wurde.
Es ist nicht klar, ob Johann Sebastian Bach bei der heute gespielten Choralbearbeitung BWV 695 eine bestimmte Strophe von Luthers Lied vertont hat. Grundsätzlich hat er in allen seinen Orgelwerken dazu keine Angaben gemacht und für den Interpreten eröffnet sich ein weiter Spielraum. In dieser dreistimmigen Bearbeitung erklingt die Melodie zwar unverziert, aber als Mittelstimme sehr versteckt, ist also nicht so leicht zu erkennen. „Christ lag in Todesbanden … und hat uns bracht das Leben“ so beginnt der Choral - „Es war ein wunderlich Krieg…“ so der Anfang der vierten Strophe. Kurz gesagt: der Tod geht dem Leben voraus – eine scheinbar paradoxe Aussage, aber der Kern der Osterbotschaft. Dazu eine hell registrierte, subtile und auch etwas nachdenkliche Interpretation dieser Choralbearbeitung, die sich am Ende durch unerwartete Pausen aller Schwere entledigt und quasi in Luft auflöst.

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28195

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