27/08/2026
Ein Festtag in Bukoba: Musik, Gottesdienst und ganz viel Geduld
In Bukoba findet jedes Jahr ein großes Festival der Kirche statt. Zur Feier des Tages war sogar der Bischof der Region anwesend, die mehrere Kirchenkreise umfasst.
Auf dem Foto sieht man Marco Herrlich und Johanna Lüdge, die gemeinsam den Austausch leiten, zusammen mit Bischof Dr. Abednego Keshomshahara (der über die VEM in Deutschland promoviert hat) und seine Frau.
Angekündigt wurde das Festival als eine Veranstaltung für junge Menschen und Jugendliche. Vor Ort stellte sich jedoch schnell heraus, dass unsere Reisegruppe ein etwas anderes Programm erwartete: Den Auftakt bildete eine große Parade, bei der die verschiedenen teilnehmenden Gruppen einzogen. Darauf folgte ein rund dreistündiger Gottesdienst. Anschließend stand ein Chorwettbewerb auf dem Programm, der sich über weitere fünf Stunden erstreckte.
Es war ein Tag voller Musik, der mit unglaublich viel Liebe und Engagement gestaltet wurde. Gleichzeitig stellte sich nach einigen Stunden eine ganz andere Herausforderung: das Sitzen. Während die deutschen Gäste spätestens nach drei Stunden auf den Bänken ohne Lehne kaum noch wussten, wohin mit sich, hielten unsere tansanischen Partner teilweise tatsächlich die kompletten acht Stunden durch.
Auch die Gottesdienste hier sind für unsere Reisegruppe eine interessante und teilweise ungewohnte Erfahrung. Um sie zu verstehen, ist der historische Hintergrund der Gemeinden wichtig. Viele der Gemeinden sind aus der deutschen Missionsgeschichte entstanden. Entsprechend finden sich bis heute zahlreiche Elemente wieder, die ursprünglich aus deutschen Gottesdienst-Traditionen stammen – heute allerdings auf Swahili gesprochen und gesungen.
Besonders ungewohnt ist auch die Länge der Gottesdienste,die häufig zwei bis drei Stunden dauern.
Die Jugendlichen haben mit Google Übersetzer versucht, Teile der Predigt zu verstehen. Außerdem war es spannend zu sehen, wie vertraute liturgische und kirchliche Elemente in einem völlig anderen kulturellen Kontext gelebt werden.
Nach diesen intensiven Eindrücken der vergangenen Tage geht es nun für vier Tage in die Gastfamilien.