24/05/2021
Es klingt ein bisschen, wie im Science-Fiction-Film. Wind kommt auf, es rauscht, ein Zittern liegt in der Luft. Die Menschen, die zusammengekommen sind ahnen, dass etwas auf die zukommt. Einige sind vielleicht neugierig und recken die Hälse. Andere befürchten unheilvolles und machen sich klein. Vereinzelt versuchen einige zu flüchten, aber das, was da kommt, ist unaufhaltsam.
So stelle ich mir die Situation vor, die da in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel beschrieben wird. So sind wir Menschen. Wenn etwas unbekanntes kommt, prüfen wir erst einmal, ob das, was da kommt, gefährlich ist. Und oft genug ist unsere Sorge berechtigt. Oft. Aber nicht immer. Denn was hier passiert, mag auf den ersten Blick besorgniserregend erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber, passiert hier etwas großes, wunderbares. Gott kommt. Es schien, als hätte er diese Welt zum wiederholten Male alleine gelassen, nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war. Die Menschen hingen zwischen Hoffen und Enttäuschung. Jesus hatte versprochen, dass er immer da sein würde. Aber jetzt war er weg. Erst war er gestorben und die Jünger hatten alle Hoffnung verloren. Dann die Auferstehung und neue Hoffnung wuchs… Und jetzt? Wieder weg. Was sollten sie davon halten? Ich fühle mit den Jüngern. So oft sehne ich mich nach Gottes Gegenwart und spüre nichts. Hat er mich allein gelassen? Oder ist mit mir was verkehrt, dass ich ihn nicht spüre? Ich hänge zwischen Hoffen und Verzagen. Ich stelle mir vor, dass es den Jüngern auch so geht. Und dann das. Wind, Rauschen,… Und dann… Der Knall, die vielleicht befürchtete Katastrophe bleibt aus. Statt dessen spüren die Jünger: Gott ist da. Hier. Bei mir. Er hat sein Versprechen gehalten. Gottes Geist auf dieser Erde. Gottes Geist in mir und meine Seele wird still.
Die Momente, in denen ich das spüre, sind selten. Spüren heißt mehr, als darauf zu vertrauen, dass er da ist. Spüren heißt Erleben. Kostbare Momente sind das. Schillernd und unbeständig wie eine Seifenblase.