IKAN Indonesienmission der Redemptoristen

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von IKAN Indonesienmission der Redemptoristen, Religiöse Gemeinschaft, Kölnstraße 415, Bonn.

IKAN Jahrgang 60 - April 2017, Heft 1
25/04/2017

IKAN
Jahrgang 60 - April 2017, Heft 1

IKAN Jahrgang 59- Dezember 2016, Heft 3
17/11/2016

IKAN
Jahrgang 59- Dezember 2016, Heft 3

Requiem und die Beerdigung von Pater Bernhard Zyzik, CSsRWeetebula- Sumba, 08.10.2016. Photos von Marcel Kaut auf Sumba!
11/10/2016

Requiem und die Beerdigung von Pater Bernhard Zyzik, CSsR
Weetebula- Sumba, 08.10.2016.
Photos von Marcel Kaut auf Sumba!

IKAN, Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016
03/10/2016

IKAN, Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016

02/10/2016

Für weiterführende Informatiionen, Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:

P. Jack Umbu Warata, CSsR
Provinzialat der Redemptoristen e.V
Missionsprokur
Kölnstr. 415, 53117 BONN
DEUTSCHLAND
Telefon: 0228/ 5 5585-27
e-Mail: [email protected]

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016COVERTitel Bild: JUNGE AUS WEST SUMBA
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016

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Titel Bild: JUNGE AUS WEST SUMBA

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 2Kaplan in dem Seelsorgebereich Bonn...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 2

Kaplan in dem Seelsorgebereich Bonn -zwischen Rhein und Ennert:
Pater Cyrill Binsasi

Pater Cyrill kommt aus Timor, einer Insel in der Nähe der Insel Sumba. Er wurde als drittes Kind von 10 Kindern der Eheleute Augustinus Binsasi und Adelina Rees geboren. Er war im kleinen Seminar in Timor und hat dort eine Broschüre über die Redempto-risten gelesen und dadurch seine Be-rufung gefunden.
Der damalige Pfarrer seiner Heimat-pfarrei, ein Steyler Pater, wollte nicht, dass Pater Cyrill zu den Redempto-risten geht. Aber es war für Pater Cy-rill wie eine Wegweisung des Him-mels, doch zu den Söhnen des Heili-gen Alfons zu gehen. 1985 bis 1992 studierte er Philosophie und Theolo-gie in Yogyakarta, Mittel-Java. Am 25. August 1992 wurde er in Weetebula zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe war er zu-nächst ein Jahr als Kaplan in der Pfarrei St. Mikael Elopada auf der Insel Sumba. Danach wurde er ein Jahr Sozius im Studentat in Yogya-karta. Nach seiner Weiterbildung auf den Philippinen kehrte er 1996 nach Indonesien zurück und wurde zum Novizenmeister ernannt. Sechs Jahre lang hat er die Novizen der Redemp-toristen in Wanno Gaspar auf Sumba begleitet. Und danach ging er wieder nach Yogyakarta als Rektor und Prä-fekt der Studenten. Fast ein Jahr war er in Yogyakarta, bevor er nach Deutschland gesandt wurde, um die Aufgabe des Missionsprokurators zu übernehmen. Für seine Aufgabe als Ausbilder der Novizen und Studenten hat Pater Cyrill an mehreren spirituel-len Kursen in Indien, auf den Philip-pinen und in Singapur teilgenommen. Ende August 2003 ist er in Deutsch-land angekommen. Zwei Jahre lernte er Deutsch und auch die Arbeit in der Missionsprokur. 2005 übernahm er die Missionsprokur von Pater Karl-heinz May. Nach 11 Jahren als Mis-sionsprokurator wechselte Pater Cyrill ab dem 1. Juli dieses Jahres in den Dienst des Erzbistums Köln als Kaplan in dem Seelsorgebereich Bonn zwischen Rhein und Ennert. Seine Aufgabe übergibt er an seinen Nachfolger, Pater Jack Umbu Warata. Wir danken ihm für alles, was er für die Mission in Indonesien getan hat. Wir wünschen Pater Cyrill für seine neue Aufgabe Gottes Segen, Gesundheit und Kraft. Möge er bei dieser neuen Aufgabe nie mutlos werden und die Freude an der Arbeit des guten Hirten nie verlieren.
Von Jack Umbu Warata

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 3TERIMA KASIH HEUSENSTAMMP. Agus Mal...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 3

TERIMA KASIH HEUSENSTAMM
P. Agus Malo Bulu

Seit 2013 bin ich Leiter der Yapnusda-Stiftung, der Verwaltung der Redemptoristenschulen von Ost-Sumba und wurde 2007 zum Priester geweiht. Ich wurde in Sumba 1978 geboren. Die Schulstiftung Yapnusda verwaltet einen Kindergarten, 13 Grundschulen, und die Mittel- und Oberschule SMP und SMA Anda Luri.
Ich hab einmal vor den Mitarbeitern gesagt: „Es ist eine Freude und ein Geschenk für uns, Kinder in Kita An-da Luri zu haben.“ 1980 wurde der Kindergarten von deutschen Re-demptoristen mit dem Geld aus Deutschland gebaut. Nach 35 Jahren ist er dringend renovierungsbedürftig.
Die Toiletten haben keine Wasser-spülung und sind auch nicht an die Kanalisation angeschlossen, so dass bisher mit Wassereimern nachgespült werden musste. Über 100 Kinder müssen sich derzeit diese 2 Toiletten teilen.
Anfang Juli 2016 haben wir mit der Renovierung des Kindergartens an-gefangen. Zusammen mit den Kin-dern sagen wir:
Terima kasih Heusenstamm. Danke Heusenstamm!

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 4-5DER SUMBA KUSP. Dr. Hermann MayDa...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 4-5

DER SUMBA KUS
P. Dr. Hermann May

Das indonesische Wort cium (ge-sprochen etwa tchium) kann man je nach Zusammenhang mit riechen oder schnüffeln oder küssen, aber auch mit berühren und anstoßen übersetzen. Alle diese Wortbedeu-tungen haben ihre konkrete Gestalt im Kuss, wie er auf der Insel Sumba üblich ist. Nach Auskunft der Sumbabewohner, die von den Nach-barinseln Flores, Sumbawa, Lombok, Timor zugezogen sind, kennt man auf diesen Inseln entweder überhaupt keine Art zu küssen oder nur ein leichtes Berühren mit den Wangen.
Die Sumbanesen sebst sind über-zeugt, dass ihre Art zu küssen, und zwar Nase an Nase, zur Begrüßung bei vielen Gelegenheiten die einzige Art ist, wie man richtig Achtung und Freundschaft ausdrückt.
Wenn man es vom hygienischen Standpunkt aus betrachtet, haben sie wohl nicht ganz unrecht: Die Gefahr, dass man sich wechselseitig Tau-sende von Bakterien überträgt, be-steht beim Nasenkuss wohl weniger. Aus ästhetischer Sicht wird man sich auf Sumba kaum streiten: Ein Mundkuss wäre unschön und unap-petitlich. Frauen und Männer haben auf Sumba traditionell einen Klumpen der saftigen Mischung aus Betelnuss, Arekapfeffer und Kalk vor den schwarz gewordenen Zähnen im Mund. Männermäuler stinken allemal nach Tabak und ungeputzten Zähnen. Es bleibt da nur die Nasenspitze als geeignete und einladende Berüh-rungsfläche übrig. Und Nasenspitzen sind im Allgemeinen keine sehr inti-men Teile der Körpers. Also bestens geeignet für eine freundliche oder auch nur zeremonielle Begegnung zwischen sich sympathisch gesinnten Mitmenschen.
Für Sumbanesen hat der Nasenkuss nichts Exotisches an sich. Sie fragen sich eher, wie es kommt, dass man sich anderswo mit den Händen be-grüßt, die ja eigentlich für andere Zwecke gemacht sind. Oder sogar mit den Lippen, an denen ja norma-lerweise nicht viel Attraktives ist.Beim Zuschauen eines westlichen Films, der ja ohne Mundküsse nicht aus-kommt, brüllen Sumbanesen vor La-chen oder machen sich Luft durch verlegenes Pusten und Pfeifen. Na-türlich lernen die jungen Leute mit der Zeit, sich auf westliche Art zu geben. Sie lernen dann auch, dass die Nase kein geeigneter Körperteil für eine Begrüßung ist. Wäre es für die weitere kulturelle Entwicklung der Menschheit nicht besser, sich auf die Nasenspitze zu besinnen? Man kann sich mit der Nase sehr nahe kommen, aber es bleibt dennoch der minimale Abstand bestehen, den jede kultivierte Person für sich beanspru-chen darf.

*Der Autor des obigen Beitrags, P. Hermann, ist seit 40 Jahren auf Sumba tätig und kann aus Erfahrung von zwei Kontinenten Vergleiche zie-hen. Seine Ansicht: Der Nasenkuss hat tatsächlich gewisse Vorteile, wenn man sich daran gewöhnt hat.

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 6-9Meine Erfahrung auf Sumba von Anj...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 6-9

Meine Erfahrung auf Sumba von Anja Wasser

In Sumba ist alles anders. Das Leben noch etwas einfacher gestrickt. Es gibt zwar elektrische Geräte, allen voran Reiskocher, aber für viele alltägliche Dinge verlässt man sich auf den Menschen anstelle auf die Maschine. Das mag teilweise am Geld liegen, aber sehr oft auch daran, dass man es lieber selber und gründlicher macht.
Das fängt beim Hausputz mit Besen an und geht über Geschirr spülen zum Wäsche waschen. Natürlich alles mit kaltem Wasser. Das ist zwar zeitaufwendig, aber macht eigentlich fast immer Spaß und oft auch erfinderisch. Man muss sich bewusst für Dinge Zeit nehmen, schnell noch eine Waschmaschine einschalten geht hier nicht.
Wenn ich da an meine Zeit zuhause denke, wo ich bereits zum Wäsche aufhängen keine große Lust hatte, muss ich immer wieder den Kopf schütteln.
Auch nach vier Monaten gibt es noch neue Situationen und ich bin weit davon entfernt, die Sumbanesen wirklich zu verstehen. Manches ist mir einfach unbegreiflich und manches überrascht mich immer wieder aufs Neue.
Wie anders das Leben von einem Menschen verlaufen kann, nur weil er auf einem ganz anderen Flecken der Erde geboren wurde. Inzwischen hat die Regenzeit begonnen und aus dem verdorrten, kahlen Land ist ein kleines grünes Paradies geworden. Wenn man etwa an einem Sonntag die Patres in eine Station 'Stasi' begleitet, fährt man auf schlecht geteerten und Schotterstraßen durch die Berge und kann die unbewohnte Weite genießen.

Fernab von der Stadt sieht man Berge, schmale Straßen und Natur. Mich packt jedes mal wieder die Wanderlust.
Und auf so einer Reise habe ich auch das erste Mal festgestellt: Ja…das ist jetzt mein Zuhause.
Die Ausflüge zu den 'Stasis' sind so etwas wie kleine Highlights geworden. Man fährt irgendwohin in die Ferne, wo man keine Menschenseele kennt, und doch findet man eine Gemeinsamkeit. Mitten im Nichts kann man in einem Häuschen aus Stroh und Holz zusammen beten und zusammen einen Gottesdienst feiern.
Gott verbindet uns, wir sind quasi Bekannte und so können wir ohne Probleme zusammen feiern.
Der Messablauf ist mir bereits vertraut und auch viele Lieder kenne ich schon von früher, wenn auch mit anderem Text.
Jedesmal wieder bin ich erfreut darüber, wie leicht und unkompliziert das Zusammensein sein kann.

Die Kirche hat eine große Bedeutung hier und inzwischen kann ich sowohl das ‚Vater Unser’ als auch das ‚Gegrüßest seist du Maria‘ flüssiger als auf Deutsch.
Es ist schon richtig ungewohnt geworden, wenn es einmal keine Morgenmesse gibt. Die tägliche Messe ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden auf Sumba. Auf Sumba zu leben ohne Messe, ist für mich so unvorstellbar wie ohne Reis. Vielleicht sollte ich hier noch erwähnen, dass Reis dreimal täglich serviert wird.
Der dritte Sonntag im Jahreskreis war jedoch eine ganz besondere Messe für mich. Es gab keine traditionellen Tänze wie zu Weihnachten. Die Kirche war nicht so voll, wie an dem Tag, wo 10 Kinder getauft wurden und die Predigt war nicht annähernd so gut, wie jene,die das Leben eines Menschen mit einer Bibliothek verglich.
Und doch war es die Messe, die ich am intensivsten erlebt habe. Ich bin endlich im weißen Kleid vor den Altar getreten, wer hätte gedacht, dass das gerade in Sumba passiert. Noch am Vormittag war ich in der Schule und dann am Samstagnachmittag war es so weit.

Anna hat mir die Haare geflochten und ich bin früher als gewöhnlich in die Kirche. Als ich dann mit den Glocken die Kirche betrat, hat mir das Herz gepocht bis zum Hals.
Eine Freundin half beim Richten des Kleids und ich band mir eine Schlei fe. Perfekt. In der Hand ein schweres Buch mit goldenen Seiten, verbeugte ich mich vor dem Altar und setzte mich auf einen vollkommen neuen Platz.
Diese Messe habe ich vom Altarraum aus verfolgt. Ich habe dort gesehen, wie die Leute dem Priester folgen und die Gesichtsregungen vom Pater verfolgen können. Habe dort den Chor gehört und Anna in der ersten Reihe gesehen (und glockenklar engelsgleich mitsingen gehört). Und einige vertraute Gesichter in der Gemeinde entdeckt, die in blau gehaltenen Glasfenster der Kirche betrachtet und den Altarraum studiert. Mein Auftritt als Lektor fing mit einem ausgeschalteten Mikrophon an! Aber nach ein paar Anfangsschwierigkeiten las ich davon, dass wir alle durch Gott verbunden worden sind und wie Glieder eines Körpers eine Einheit darstellen. Das bestätigt nur wieder meine Eindrücke, die ich von den Sonntagsausflügen zu den 'Stasis' hatte.
Es ist egal, wer wir sind oder wo wir her kommen, wir sind alle eins und können, wenn wir es nur wollen, zusammen alles schaffen.


Notizen:
Seit 2009 übernahmen die indonesi-schen Redemptoristen: ein Gymna-sium, eine Mittelschule, 13 Grund-schulen und einen Kindergarten in Sumba. Seit 2010 begannen wir die Zusammenarbeit mit den Volunteers aus Deutschland und seit 2015 mit Österreich. Diese haben den Schüle-rinnen und Schülern sehr geholfen z. B: im Sprachunterricht und in der Hausauf¬gabenhilfe. September 2015 arbeiten auch zwei Mädchen (Anna und Anja) auf der Insel Sumba. Sie wohnen im Mädcheninternat in Wara– Waingapu. Anja Wasser aus Wien- Hernals hat uns ihre Erfahrun¬gen aus Sumba mitgeteilt.

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 10-11Meine Pfarrei in Ost Sumba von ...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 10-11

Meine Pfarrei in Ost Sumba von P. Leo Hoaratan

Ich bin Pater Leo Hoaratan und wurde 2007 zum Priester geweiht. Seit 2012 bin ich als Pfarrer in Ngallu, Ost- Sumba tätig. Das ist 120 km von Waingapu entfernt. Hier arbeite ich zusammen mit einem Kaplan. Unsere Pfarrei hat 21 Kirchen-stationen.
Um zu einer schwer zugänglichen Kirche zu kommen, muss ich neuen Mal einen Fluss durchqueren. Es dauert 3 bis 4 Stunden. Zu den meisten anderen Kirchen fahre ich mit meinem Motorrad.
Letztes Jahr an Weihnachten habe ich eine besondere Erfahrung gemacht. Ich konnte nicht mehr den Fluss durchqueren, weil er zu viel Wasser hatte. Zum Glück haben ein paar Einwohner ein Seil über den Fluss gespannt, damit ich mich über den Fluss hangeln konnte. Die Pfarrei gehört zu den ärmsten Pfarreien der Diözese. Fast alle Gemeinden leben von der Landwirtschaft.

Viele Einwohner praktizieren noch die traditionelle Religion Marapu. Daher ist es für mich nicht einfach, den christlichen Glauben hier zu verkün-digen, weil die Einwohner noch eine starke Bindung zur Tradition haben.
Als Unterstützung für die 21 Kirchen habe ich nur 30 Euro im Monat zur Verfügung, was sehr wenig ist. Um auch weiterhin für alle Kirchen sorgen zu können, brauchen wir dringend ein neues Motorrad, weil das alte durch die viele Benutzung nicht mehr in Ordnung ist. Das kostet 1.750 Euro. Obwohl alles nicht ganz einfach und die Möglichkeiten begrenzt sind, mache ich meinen Pastoraldienst mit viel Freude und Spaß.
Sehr oft habe ich erlebt, dass die Kraft Gottes stärker ist als es die Schwierigkeiten sind. Deswegen be-suche ich auch fast jeden Tag die Gemeinden, um einen Gottesdienst feiern zu können. Ich hoffe mit Ihrer Hilfe und Ihrem Gebet noch viel mehr in Zukunft bewegen zu können.

IKAN Indonesienmission der RedemptoristenJahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 12-13Der Verhinderte MisionarP. Dr. ...
02/10/2016

IKAN Indonesienmission der Redemptoristen
Jahrgang 59, September 2016- Heft 2, Seite 12-13

Der Verhinderte Misionar
P. Dr. Rudi Henseler

Wird man Redemptorist, um Kirchen-recht zu studieren? Sicher nicht, auch ich nicht. Mein Wunsch, Re-demptorist zu werden, wurde vor al-lem geprägt durch unser Gymna¬sium, das CoJoBo, vor allem durch P. Wilhelm Hengsberg, dann durch die 9 Jahre als Meßdiener im Bonner Agnes-Stift unter Leitung von P. Kon-rad Welzel und schließlich durch die beglückende Mitgliedschaft im Bund Neudeutschland bei P. Johannes Steinmetzler. Als ich ihm (meinem Beichtvater und „Seelenführer“) in der Unterprima eröffnete, dass ich mich mit dem Gedanken befasse, in die Kongregation des Allerheiligsten Erlösers (Redemptoristen) einzutre-ten, riet er mir zunächst nüchtern zu einem Tanzkurs als „Feuertaufe“. So geschah es und prompt verliebte ich mich.
Die Tanzpartnerin und ich „gingen“ etwa ein halbes Jahr miteinander, aber nicht wie heute (Sie wissen schon), sondern im damaligen bra¬ven Modus des „Händchenhal¬tens“. Zur damaligen Unter- und Oberprimazeit gab es über meinem Bett ein Bild, nein: nicht das meiner Tanzpartnerin, sondern das einer Ikanausgabe mit dem Titelbild des damals noch einzigen Redemptoris¬ten aus Indonesien, der in Hennef-Geistingen studierte: des mittlerweile schon verstorbenen P. Moses Beding im Ordenskleid. Da wollte ich hin, da wollte auch ich wirken: in der Mission auf Sumba.
Als 1972/1973 unser damaliger Stu-dentenpräfekt, P. Viktor Hahn (hoch dekorierter Ratzingerpromovend), aus dem Kreis unserer ehemals 33 Studenten drei Kandidaten suchte, die bereit wären, in die Indonesien-mission zu gehen, meldeten sich mein schon verstorbener Kurskollege P. Hans Kleideiter, den ich später häufig indonesische Vokabeln ab-fragte (ich erinnere mich noch an ikan, silahkan duduk, silahkan minum, babi kecil, babi besar, kampong, orang nakal, ahli), P. Wilfried Lienesch und ich.
Vor uns lag aber noch die Tropen-tauglichkeitsprüfung im Tropeninstitut in Hamburg; ich bat also meinen da-maligen Hennefer Hausarzt, mich zwecks einer Tropentauglichkeitsun-tersuchung dorthin zu überweisen. Der aber lachte nur und meinte, ich sei jetzt schon so krank und schwach, eine Mission auf einer in-donesischen Insel sei mein sicherer Tod. Als ich zu meinem damaligen Provinzial P. Aloys Christ kam und ihm das deprimierende Ergebnis schilderte, meinte der nur: Wir werden schon was anderes für dich finden. Etwa ein halbes Jahr später wurde ich für das Fach Kirchenrecht zum Studium in München bestimmt, während mein Vorgänger für dieses Fachstudium, P. Bernhard Zyzik, hoch gepriesen für sein pastorales Engagement während seines Kir-chenrechtstudiums in München, sein Doktoratsstudium nach dem erwor-benen Lizentiat abbrach und als Mis-sionar nach Sumba ging. Das war also die große Rochade zwischen Mission und Kirchenrecht in der da-maligen Kölner Provinz.
Nie habe ich mich ganz von der In-donesienmission verabschiedet. Zu-nächst machte ich die Amateurfunkli-zenz in allen 3 Klassen, um mit P. Wilfried Lienesch und P. Josef Schmidt, die bereits vor mir diese Lizenz erworben hatten, zwischen Deutschland und Sumba kommuni-zieren zu können (mit dem Telefon war das damals noch so eine Ge-schichte).
Für mich war diese Amateurfunkprü-fung, das Theoretische genauso wie die Morseprüfung bei der Oberpostdirektion Köln, rückblickend schwieriger und aufregender als das ganze Abitur, aber ich bestand sie, nebenbei gesagt mit 99 von 100 Punkten, und wurde von dem Prüfer nachher mit „Herr Diplomingenieur“ angeredet, einfach unvergeßlich für ein absolut technisches Fossil wie mich; aber mein Freund und Mitbruder P. Josef Schmidt hatte mich vorher ein Jahr lang intensiv und mit viel Geduld auf diese Prüfung vorbereitet und dafür hatten wir sogar einen ganzen gemeinsamen Urlaub geopfert.
Dann war ich ca. 12 Jahre im Missi-onsausschuß der Kölner Provinz. Ei-nige Jahre war ich auch als Vorgän-ger der Patres Karlheinz May, P. Cy-rillus Binsasi und P. Jack Umbu Warata als Ikan-Redakteur tätig.
Und immer war und ist mein Zimmer geschmückt mit einem schönen Sumba-Kain.
Nur einen Besuch in Sumba, den gab es nie. Da war zum einen die War-nung meines damaligen Arztes; dann kam eine Hepatitis hinzu, die ich mir in Afrika zuzog, als ich meinen aus-gewanderten und leider dort sehr früh verstorbenen Bruder Christian 1988 besuchte. So bleibt Sumba, ohne es je gesehen zu haben, ein Ort der Sehnsucht.

Aber das Leben hat mir ein Trost-pflaster mit auf den Weg gegeben: das wunderbare Fach Kirchenrecht. Und die Früchte der Sumbamission sind hier in Bonn zu sehen: die Patres Francis, Jack, Ino und Cyrill, die uns eine wertvolle Hilfe sind. Wie man hört, sollen es nicht die letzten Indonesier sein, die uns mit unserer schwindenden Zahl und dem fehlen-den deutschen Nachwuchs unter die Arme greifen.

P. Dr. iur.can. Rudolf Henseler (verhinderter Missionar, heute Prof. für Kirchenrecht und im nächsten Jahr Emeritus)

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Bonn
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