13/06/2026
„Damit sind wir beim ersten, tieferen Punkt: Hässlichkeit als Zeichen der minderwertigen Theologie. Kirchenbau ist nie neutral. Wer baut, bekennt. Oder sollte es zumindest. Der Grundriss sagt, ob Gott Zentrum oder Randnotiz ist; der Blickfang verrät, ob man Anbetung oder Gemeinschaftsgefühl organisiert. Ein Raum, der sakramentale Hierarchie, Richtung und Dichte verliert, ist nicht bloß modern – er ist eine Liturgie aus Beton, die still behauptet: „Hier passiert nichts, was nicht auch in einem Mehrzweckraum passieren könnte.“ Das ist der vielleicht häufigste metaphysische Irrtum moderner Kirchenarchitektur: Sie will niederschwellig sein und macht dadurch das Heilige unkenntlich, als sei Transzendenz peinlich und Mysterium elitär.“
Was ist nur mit der Schönheit der Kirchen geschehen? Die Hässlichkeit vieler moderner Gotteshäuser ist auch Ausdruck einer minderwertigen Theologie.