02/06/2026
Mit einer ebenso überraschenden wie berührenden Geste ist dem Bochumer Hospiz St. Hildegard in Trägerschaft der Caritas Ruhr-Mitte von der Stiftung „Hilfe zum Leben“ eine Spende in Höhe von 30.000 Euro überreicht worden. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die persönliche Geschichte des Spenders: „Ich habe von Oktober 1952 bis Ende 1953 hier im Haus gewohnt“, berichtete Norbert Hadamzyk (Foto: Mitte) im Gespräch mit Hospizleiter Johannes Kevenhörster (rechts).
Die Verbindung Hadamzyks zu der traditionsreichen Villa in Bochum sorgte für sichtliche Überraschung. Das Gebäude, 1923 vom Fabrikanten und Kunstsammler Karl Gröppel als Familiensitz errichtet, diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Jungen- und Bergbaulehrlingsheim.
Seit 1995 ist die Villa Gröppel als Hospiz St. Hildegard ein Ort der Fürsorge und Begleitung schwerstkranker Menschen. Und für einen solchen Zweck hatte Hadamzyk vor 25 Jahren seine Stiftung „Hilfe zum Leben“ errichtet: um Menschen in besonderen Notlagen zu helfen.
Auch Alexander Mauer, Vorstand der Caritas Ruhr-Mitte und Hospiz-Geschäftsführer, dankte Hadamzyk, der mit seiner langjährigen Kollegin im Stiftungsvorstand Hannelore Pfannkuche gekommen war, für den wertvollen und großen Beitrag. Für beide markiert die Übergabe auch einen Abschied: Altersbedingt scheiden sie aus dem Vorstand der Stiftung aus und überreichen mit den 30.000 Euro zugleich ihre letzte Spende.
Für den Betrieb des Hospizes ist diese Unterstützung von großer Bedeutung. Rund 1.000 Euro täglich werden benötigt, um die umfassende Begleitung und Versorgung der Hospizgäste sicherzustellen. „Eine Formel, die auf viele Häuser übertragbar ist“, erklärte Geschäftsführer Mauer, „gerade die historische Bausubstanz und der hohe zusätzliche Personalbedarf verursachen erhebliche Kosten, die durch Spenden gedeckt werden müssen.“
Der Blick in die Zukunft bleibt für Hospizleiter Johannes Kevenhörster zuversichtlich. Die Bereitschaft, das Haus finanziell wie auch ehrenamtlich zu unterstützen, sei ungebrochen, sagte er: „Als Hospizbewegung halten wir die Themen Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft präsent.“
Hospiz St. Hildegard in Bochum