OSCB Ordo St.Columban et St. Benedict

OSCB Ordo St.Columban et St. Benedict Die OSCB sind eine Gemeinschaft, die nach der Regel des Hl Benedikt von Nursia betet, lebt und arbeitet. Wir bieten Sozial Arbeit, pastorale Angebote.

Wir sind rom-unabhängig.

21/05/2025

Leistungsgesellschaft im Spannungsfeld von Gerechtigkeit, christlicher Ethik und sozialer Realität
Leistung?-Neu: Denken und Definieren.

Einleitung
Die Idee der Leistungsgesellschaft beruht auf dem Prinzip, dass individuelle Anstrengung und Leistung die Grundlage für sozialen Aufstieg und gesellschaftliche Anerkennung bilden. Dieses Konzept suggeriert, dass jeder Mensch durch eigene Leistung seinen Platz in der Gesellschaft bestimmen kann. Doch in der Realität zeigt sich, dass dieses Prinzip oft zu Ungleichheiten führt und nicht alle Leistungen gleichermaßen anerkannt oder entlohnt werden. Insbesondere im Vergleich zwischen verschiedenen Berufsgruppen wird deutlich, dass die gesellschaftliche Wertschätzung und die finanzielle Entlohnung nicht immer im Einklang mit dem tatsächlichen gesellschaftlichen Nutzen stehen.

1. Die Illusion der objektiven Leistungsmessung
Die Vorstellung, dass Leistung objektiv messbar und vergleichbar ist, erweist sich bei genauerer Betrachtung als problematisch. Ein Berufspolitiker mag durch rhetorisches Geschick und strategisches Denken überzeugen, während ein Bauarbeiter körperlich schwere Arbeit leistet. Dennoch wird die Leistung des Politikers oft höher bewertet und besser entlohnt. Ähnlich verhält es sich mit Fußballspielern, die Millionen verdienen, während Krankenschwestern, die lebenswichtige Arbeit leisten, vergleichsweise gering entlohnt werden. Diese Diskrepanz zeigt, dass die Bewertung von Leistung stark von gesellschaftlichen Normen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist.

2. Leistung und soziale Berufe: Eine Frage der Wertschätzung
Soziale Berufe, wie die der Krankenschwestern, Erzieher oder Pflegekräfte, sind essenziell für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Dennoch erfahren sie oft nicht die Anerkennung und Entlohnung, die ihrer Bedeutung entsprechen. Dies liegt unter anderem daran, dass der Markt nicht immer der geeignete Mechanismus ist, um gesellschaftliche Anerkennung zu verteilen. Die katholische Soziallehre betont die Bedeutung des Gemeinwohls und fordert eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und Anerkennung, insbesondere für Berufe, die dem Gemeinwohl dienen .
Friedrich-Ebert-Stiftung
Wikipedia

3. Die unbezahlte Leistung von Eltern
Eltern leisten einen enormen Beitrag zur Gesellschaft, indem sie Kinder erziehen und ihnen Werte vermitteln. Dennoch wird diese Arbeit oft nicht als Leistung im wirtschaftlichen Sinne anerkannt oder entlohnt. Die katholische Soziallehre erkennt die Familie als zentrale Institution an und betont das Recht auf angemessene wirtschaftlich-soziale Lebensbedingungen, um die Erziehung von Kindern zu ermöglichen .
bpb.de

4. Das Leistungsprinzip und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft
Das Leistungsprinzip kann, wenn es zu stark betont wird, zu Dauerstress, Burnout und Ausbeutung führen. Menschen fühlen sich gezwungen, ständig ihre Leistung zu steigern, um gesellschaftlich anerkannt zu werden. Dies kann zu psychischen und physischen Erkrankungen führen. Zudem fördert ein übermäßiger Leistungsdruck soziale Spaltung, da diejenigen, die nicht mithalten können, ausgegrenzt werden. Die christliche Ethik fordert hier ein Umdenken und betont die Bedeutung von Solidarität und Nächstenliebe.

5. Die Notwendigkeit eines neuen Verständnisses von Leistung
Im christlichen Verständnis sollte Leistung nicht nur an wirtschaftlichem Erfolg gemessen werden, sondern auch an der Bereitschaft, anderen zu dienen und zum Gemeinwohl beizutragen. Die katholische Soziallehre betont die Prinzipien der Solidarität und Subsidiarität, die eine gerechtere Gesellschaft fördern sollen . Ein neues Leistungsverständnis sollte individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse berücksichtigen und nicht alle Menschen über einen Kamm scheren.
Wikipedia

6. Bildungssystem und Leistungsprinzip
Das Bildungssystem spielt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung des Leistungsprinzips. Jedoch zeigt sich, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien oft benachteiligt sind, da sie nicht die gleichen Startvoraussetzungen haben. Die katholische Soziallehre fordert daher ein Bildungssystem, das allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen bietet und individuelle Talente fördert .
heimatkunde.boell.de

7. Fazit: Ein Aufruf zum Umdenken
Das derzeitige Verständnis von Leistung in unserer Gesellschaft führt zu Ungleichheiten und sozialen Spannungen. Ein Umdenken ist notwendig, um eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft zu schaffen. Die christliche Ethik und die katholische Soziallehre bieten hierfür wichtige Impulse, indem sie die Bedeutung des Gemeinwohls, der Solidarität und der Anerkennung aller Formen von Leistung betonen.

Quellen:

Heinrich-Böll-Stiftung: Die Wirklichkeit des Leistungsprinzips: Ansprüche, Krisen, Kritik.
heimatkunde.boell.de

heimatkunde.boell.de

Friedrich-Ebert-Stiftung: Das Problem mit der Leistungsgesellschaft – Arbeit und Bildung neu gedacht.
Friedrich-Ebert-Stiftung

Heinrich-Böll-Stiftung: Der Tod des Leistungsprinzips und seine Folgen.
heimatkunde.boell.de

Herder.de: Gnade für das unternehmerische Selbst: Eine theologische Kritik der überzogenen Leistungsgesellschaft.
Herder

Wikipedia: Leistungsgesellschaft.
heimatkunde.boell.de

Deutsche Bischofskonferenz
Wikipedia

Pfarrerblatt: Vielfalt statt Einfalt: Wege und Irrwege in der Schulpolitik.
Pfarrerblatt

Deutsche Bischofskonferenz: Nachhaltigkeit - Gemeinwohl - Soziale Gerechtigkeit.
Evangelisch

Deutsche Bischofskonferenz
gemeinde-creativ.de

EKD: Evangelische Verantwortungseliten.
gemeinde-creativ.de

EKD
Pfarrerblatt

Evangelisch.de: Sozialexperten beklagen Ungleichheit bei Bildung und Einkommen.
Evangelisch

heimatkunde.boell.de

Wikipedia: Katholische Soziallehre.

bpb.de: Aussagen der katholischen Soziallehre zu gesellschaftlichen Fragen.
Wikipedia

21/05/2025

Falls man sich mal fragt, wie Wirtschaft und Management funktionieren (und eigentlich nicht sinnvoll sind, weil diese multiperspektivisch sehr viel Schaden anrichten, menschlich, sozial, finanziell und soziologisch).

Hier mal 12 Prinzipien dazu, die im christlichen Verständnis behoben werden sollten:

1. Peter-Prinzip
„In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“ – Laurence J. Peter

Beförderung basiert oft auf vergangener Leistung, nicht auf Eignung.

Führungskräfte erreichen oft ihre „Kompetenzgrenze“.

Folge: ineffiziente Führungsetagen.

Demotivation bei fähigen Mitarbeitenden.

Überforderung und Stress auf Leitungsebene.

Gute Fachkräfte fehlen dann an der Basis.

Mangel an Weiterqualifikation verschärft das Problem.

2. Dunning-Kruger-Effekt
„Die Unwissenden sind sich ihrer Unwissenheit nicht bewusst.“ – David Dunning

Inkompetente überschätzen sich.

Kompetente unterschätzen sich.

Falsche Selbsteinschätzung führt zu Fehlentscheidungen.

Laute Stimmen dominieren, leise werden überhört.

Bewerbungen und Beförderungen verzerren sich.

Geringe Lernbereitschaft bei Selbstüberschätzung.

Erfordert aktive Reflexion und Feedbackkultur.

3. Narzissmus in Führungspositionen
„Ein Narzisst liebt sein Spiegelbild – nicht sein Team.“ – Anonym

Charismatisches Auftreten täuscht oft Kompetenz vor.

Mangel an Empathie und Teamfähigkeit.

Fokus auf Selbstdarstellung statt Zielerreichung.

Schaffen toxischer Arbeitskulturen.

Manipulation und Machtsicherung.

Lob für sich, Schuld für andere.

Oft hohe Fluktuation im Umfeld.

4. Das Parkinsonsche Gesetz
„Arbeit dehnt sich aus – je mehr Zeit man ihr gibt.“ – Cyril Northcote Parkinson

Bürokratien wachsen unabhängig vom Bedarf.

Prozesse werden unnötig verkompliziert.

Scheinaktivität ersetzt echte Produktivität.

Mehr Verwaltung als Wirkung.

Projekte ziehen sich in die Länge.

Geringer Innovationsgrad.

Zeit wird ineffizient genutzt.

5. Goodhart’s Law
„Wenn ein Maßstab zum Ziel wird, taugt er nicht mehr als Maßstab.“ – Charles Goodhart

Übermäßiger Fokus auf KPIs führt zu Fehlverhalten.

Qualität leidet unter Quantitätsdruck.

„Was gemessen wird, wird manipuliert.“

Kurzfristdenken ersetzt Langzeitstrategie.

Ethische Standards werden geopfert.

Mitarbeiter orientieren sich an falschen Zielen.

Sinn und Mission der Organisation geraten in den Hintergrund.

6. Sunk-Cost-Fallacy
„Wir hören nicht auf, weil es scheitert – wir machen weiter, weil wir schon so viel investiert haben.“ – Anonym

Investitionen werden irrational fortgeführt.

Projekte überleben, obwohl sie ineffektiv sind.

Angst vor Gesichtsverlust blockiert Kurswechsel.

Ressourcen werden weiter verschwendet.

Emotional statt rational gesteuert.

Entscheidungsfehler werden verschleppt.

Echte Innovation wird gehemmt.

7. In-Group Bias
„Ähnlichkeit fördert Aufstieg – nicht Leistung.“ – Anonym

Bevorzugung von Personen mit ähnlichem Hintergrund.

Homogene Führungsriegen.

Diversität und neue Perspektiven fehlen.

Innovationsarmut durch Gleichförmigkeit.

Ungleichbehandlung bei Beförderungen.

„Vitamin B“ ersetzt Kompetenz.

Widerstand gegen Veränderungen.

8. Mikromanagement
„Vertrauen ist gut – Kontrolle ist alles. Aber zu viel Kontrolle ist tödlich.“ – Angelehnt an Lenin

Führungskräfte mischen sich in jede Kleinigkeit ein.

Mitarbeitende verlieren Autonomie.

Demotivation und Frustration im Team.

Zeitverschwendung durch Überkontrolle.

Kreativität wird unterdrückt.

Kein Raum für Eigenverantwortung.

Führung durch Angst statt Vertrauen.

9. Halo-Effekt
„Ein guter Eindruck überstrahlt oft die Realität.“ – Anonym

Einzelne positive Merkmale beeinflussen Gesamturteil.

Attraktive, charismatische oder eloquente Personen werden überschätzt.

Schwächen werden übersehen.

Fehlentscheidungen bei Einstellungen.

Objektivität leidet.

Stärken werden auf andere Bereiche projiziert.

Kritische Rückmeldung bleibt aus.

10. Der Matthäus-Effekt
„Denn wer da hat, dem wird gegeben.“ – Matthäus 25,29

Erfolgreiche bekommen überproportional mehr Ressourcen.

Leistung allein zählt weniger als frühere Erfolge.

Neue oder schwächere Mitarbeitende werden übersehen.

Ungleichgewicht verstärkt sich.

Zugang zu Mentoren und Chancen wird ungleich verteilt.

„Rang“ zählt mehr als Inhalt.

Erfolge werden oft wenigen zugeschrieben.

11. Das Schweigespiralen-Prinzip
„Wer schweigt, stimmt nicht immer zu – manchmal hat er nur Angst.“ – Elisabeth Noelle-Neumann (modifiziert)

Kritik wird unterdrückt oder nicht geäußert.

Abweichende Meinungen verstummen.

Kultur der Konformität entsteht.

Fehler und Missstände bleiben unerkannt.

Innovationen werden nicht ausgesprochen.

Angst vor Sanktionierung.

Führung bekommt verzerrtes Bild.

12. Das Hochstapler-Syndrom (Impostor-Syndrome)
„Ich bin nicht gut genug – und bald merken es alle.“ – Anonym

Selbstzweifel trotz nachweislicher Kompetenz.

Angst vor Entdeckung als „Betrüger“.

Überkompensation durch Perfektionismus.

Geringe Bewerbungsbereitschaft auf Führungsrollen.

Guter Rat wird zurückgehalten.

Burnout-Risiko steigt.

21/05/2025

Der Glaube an Christus als Ressource für gesellschaftliche Erneuerung – eine christlich-soziale Perspektive

Einleitung

Unsere Zeit ist geprägt von tiefgreifenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Fachkräftemangel, die zunehmende psychische Belastung der Bevölkerung, die Bildungskrise sowie die Spaltung der Gesellschaft in ideologische Lager fordern neue, ganzheitliche Antworten. In dieser Lage gewinnt der Glaube an Christus neu an Bedeutung. Er kann eine Quelle der Orientierung, Hoffnung und ethischen Erneuerung sein. Diese Abhandlung zeigt auf, wie biblische Prinzipien helfen können, aktuelle Probleme zu bewältigen – unter besonderer Berücksichtigung von Demokratie, Bildung, Sozialverantwortung und Dialogfähigkeit.

Der Glaube an Christus als Quelle ethischer Verantwortung

Der christliche Glaube stellt den Menschen als Geschöpf Gottes in den Mittelpunkt (Gen 1,27), was eine unantastbare Menschenwürde begründet. Diese Sichtweise fordert Respekt, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein. In Matthäus 25,40 sagt Christus: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Daraus folgt ein Auftrag zur Fürsorge – für Arme, Kranke, Benachteiligte und Marginalisierte. Diese Haltung kann Grundlage politischer Entscheidungen sein.

Der Fachkräftemangel und christlich motivierte Bildungsförderung

Der anhaltende Fachkräftemangel bedroht wirtschaftliche Stabilität und soziale Sicherheit. Eine Lösung liegt nicht allein in technokratischer Steuerung, sondern auch in einer Wertorientierung. Bildung muss mehr sein als Ausbildung: Sie muss Persönlichkeitsbildung einschließen. Bereits im Alten Testament wird Bildung hochgeschätzt: „Unterweisung ist ein Lebensweg“ (Spr 6,23).
Christliche Bildungsarbeit, etwa durch kirchliche Träger, hat über Jahrhunderte zur Entwicklung Europas beigetragen (vgl. Leustean, L. N., 2014, The Oxford Handbook of Christianity and Politics). Eine christlich inspirierte Bildungsarbeit, offen für alle Menschen, unabhängig von Religion, fördert Werte wie Mitmenschlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn – zentrale Tugenden für jede demokratische Gesellschaft.

Demokratie und das Evangelium – Spiegel und Maßstab für Politik

Jesus ruft in der Bergpredigt zur Friedfertigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit auf (Mt 5–7). Politiker und Volksvertreter stehen im Dienst des Gemeinwohls. Das Evangelium kann ein Spiegel sein, um egozentrische Machtansprüche und Lobbyismus zu hinterfragen. Der Apostel Paulus ruft auf: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient“ (Phil 2,4).
Eine christlich informierte Politik hat das Ziel, die Schwachen zu schützen und soziale Gerechtigkeit zu fördern (Amos 5,24). Das impliziert Transparenz im Haushalt, insbesondere in der Verteilung öffentlicher Gelder. Eine gerechte Gesellschaft investiert in Bildung, Kultur, soziale Projekte und in das Leben ihrer Bürger – nicht in anonyme Auslandsausgaben ohne klare demokratische Kontrolle.

Umgang mit Andersdenkenden und Extrempositionen

Die Bibel fordert zu Dialog und Versöhnung auf: „Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm“ (Lk 17,3). Christen sollen nicht spalten, sondern Brücken bauen. Paulus mahnt: „Seid allen Menschen gegenüber freundlich“ (Tit 3,2). Auch mit sogenannten „Querdenkern“ soll nicht polemisch, sondern differenziert umgegangen werden.
Schwarz-Weiß-Denken führt zur Verhärtung der Fronten und verhindert echte Lösungen. Christus ging selbst auf Sünder, Zöllner und Andersdenkende zu – in Liebe, aber ohne die Wahrheit zu verschweigen (Joh 8,11). Eine demokratische Gesellschaft braucht den geschützten Raum für Meinungsvielfalt, aber auch ethische Kriterien für Wahrheit, Würde und Dialogkultur.

Der Mittelstand als Rückgrat – Gerechtigkeit durch gerechte Verteilung

Die arbeitende Bevölkerung, insbesondere der Mittelstand, trägt wesentlich die Last des Gemeinwesens. Biblisch gesehen ist Arbeit ein Segen (1 Mos 2,15), aber auch Mühe. Eine gerechte Gesellschaft entlastet die Arbeitenden und bekämpft Korruption. Korruption ist Sünde gegen die Gemeinschaft und untergräbt das Vertrauen in Demokratie und Gerechtigkeit (vgl. Spr 17,23). Das Evangelium fordert Umkehr und einen klaren Bruch mit Ungerechtigkeit.

Glaube, Seelsorge und psychische Gesundheit

In einer Zeit wachsender psychischer Belastungen gewinnt die Seelsorge besondere Bedeutung. Studien zeigen, dass Spiritualität und religiöse Praxis stabilisierend wirken können (Koenig, H. G., 2012, Religion, Spirituality, and Health: The Research and Clinical Implications). Christus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ (Mt 11,28).
Christliche Psychotherapie, die Glaube, professionelle Begleitung und Lebenssinn verbindet, kann ein heilsamer Weg für viele Menschen sein – unabhängig davon, ob sie kirchlich gebunden sind. Der Glaube kann heilen, nicht nur seelisch, sondern auch gemeinschaftlich.

Kirche auch zusätzlich außerhalb der Amtskirche – eine spirituelle Zukunft

Viele Menschen finden heute außerhalb der traditionellen Kirchen zu einem lebendigen Glauben. Hauskirchen, geistliche Gemeinschaften, Klöster und freie Seelsorger leisten wichtige Arbeit. Diese Vielfalt ist Ausdruck eines geistlichen Aufbruchs. Es braucht keine Dogmen, sondern authentische Christusnachfolge, um Gesellschaft zu prägen.

Schluss

Die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Der Glaube an Christus kann ein Kompass sein – für Politiker, Pädagogen, Sozialarbeiter und alle Menschen guten Willens. Die biblische Botschaft hat eine soziale, heilende, friedensstiftende Kraft. Wenn wir lernen, die Weisheit der Bibel neu zu hören und in Taten umzusetzen, können wir nicht nur unsere Demokratie bewahren, sondern sie mit Leben füllen – im Sinne der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit und der Wahrheit.

Quellen:

Bibel, Einheitsübersetzung (2016)

Koenig, H. G. (2012). Religion, Spirituality, and Health: The Research and Clinical Implications. ISRN Psychiatry.

Leustean, L. N. (2014). The Oxford Handbook of Christianity and Politics. Oxford University Press.

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). (2022). Kirche und Bildung. Eine Denkschrift.

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)

Sozialbericht Deutschland (Statistisches Bundesamt, 2024)

12/05/2025

Ein Aufruf zur wirtschaftlichen Umkehr – im Licht des Evangeliums

Wir leben in einem System, das nach "immer mehr" strebt – Wachstum um jeden Preis, auch wenn unsere Welt endlich ist. Der Kapitalismus, wie wir ihn heute erleben, produziert nicht nur Reichtum, sondern auch Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung. Er öffnet Korruption und Betrug Tür und Tor, weil Profit das höchste Ziel geworden ist – nicht das Wohl des Menschen oder der Schöpfung.

Doch "niemand kann zwei Herren dienen: Er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben (...). Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Mt 6,24).
Ein Wirtschaftssystem, das sich nur dem Mammon verschreibt, verliert das Menschliche. Es spaltet unsere Gesellschaft, treibt viele in Armut, während wenige sich Abfindungen in Millionenhöhe sichern – auch dann, wenn ihre Entscheidungen andere in Arbeitslosigkeit stürzen.

Gott aber spricht durch Mose: "Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht berauben." (Lev 19,13)
Und in den Zehn Geboten heißt es: "Du sollst nicht stehlen" und "Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört" (Ex 20,15.17) – klare Worte gegen Ausbeutung, Gier und Ungleichheit.

Auch wirtschaftliches Handeln braucht christliche Werte:

Fairer Lohn statt Dumpingpreise ("Der Arbeiter ist seines Lohnes wert", Lk 10,7).

Wirtschaftlicher Erfolg – ja, aber nicht auf Kosten der Schwächeren.

Gewinn – aber nicht durch Wucher, Ausbeutung oder Umweltzerstörung.

Der hl. Thomas von Aquin erkannte schon im Mittelalter: „Der Zweck der Wirtschaft ist das Gemeinwohl.“ Und auch Martin Luther betonte: „Wucher ist schlimmer als Diebstahl.“
Beide sahen: Wenn Geld zum Götzen wird, geht der Mensch verloren.

Unsere Wegwerfgesellschaft zerstört nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die Seele der Gesellschaft. Tiere, Pflanzen und die gesamte Schöpfung leiden unter kurzfristigem Profitdenken. Doch Gott hat uns nicht zu Herren über die Schöpfung gemacht, sondern zu Verwaltern (vgl. Gen 2,15).

Wir Christen sind nicht gegen Wirtschaft – im Gegenteil:
Wir sind für eine gesunde, gerechte, nachhaltige Wirtschaft, in der niemand zurückgelassen wird. Eine Wirtschaft, die die Würde des Menschen achtet, schützt und stärkt.

Denn am Ende steht nicht die Bilanz, sondern das Urteil Christi:
"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40)

Es ist Zeit für eine Wirtschaft der Nächstenliebe – damit alle leben können.

08/05/2025

Im Namen der ECCC Deutschland senden wir, dem neuen Heiligen Vater Leo XIV.,
ehemals Kardinal Robert Francis. Prevost,
unsere aufrichtige Gratulation zur Annahme des apostolischen Dienstes als Bischof von Rom und Nachfolger des heiligen Petrus.

Auch wenn wir nicht zur römisch-katholischen Kirche gehören, erkennen wir in Ihnen mit Ehrfurcht den rechtmäßig gewählten Bischof der Ewigen Stadt und das sichtbare Zeichen der Einheit im Leib Christi, wie es seit den ersten Jahrhunderten in der Kirche bezeugt ist.

Mit geistlicher Verbundenheit und im Gehorsam gegenüber dem Evangelium Jesu Christi, bitten wir Gott, Ihnen Weisheit, Demut und die Gabe des Friedens zu schenken,
damit er – im Geist des Konzils und der Väter – die Kirche Christi zum Dialog unter den Völkern, Nationen und christlichen Gemeinschaften aufrufen
und uns alle dazu ermutigen, den Frieden in Christus zu suchen und in unseren Herzen Raum für Versöhnung zu schaffen.

Möge der Herr, der Hirte aller Seelen, sein zukünftiges Pontifikat mit Seinem Licht und Seiner Stärke erfüllen,
damit Sie ein Werkzeug seiner Wahrheit und Liebe sein mögen – zur Ehre Gottes und zum Heil der Welt.

In seiner Ansprache richtet er sein Augenmerk auf Frieden, auf Dialog und Miteinander aller Menschen ein, die Christus segnet und die seiner Botschaft folgen möchten. Er ruft zu einem Dialog, zu Frieden und Gesprächen untereinander auf und diesen Gedanken schließen wir uns sehr gerne auch durch Taten und offene Arme an, so wie er es auch selbst gesagt hat.

Ad multos annos, Heiliger Vater!
Dominus te benedicat et custodiat.

Im Namen unserer Diözese,
† Thomas Andrew, PhD
Erzbischof der ECCC Deutschland

Adresse

Blankenburg

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Dienstag 12:00 - 21:00
Mittwoch 12:30 - 21:00
Donnerstag 12:30 - 21:00
Freitag 12:00 - 16:00
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Sonntag 10:00 - 17:00

Telefon

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