08/06/2026
Aus der Ansprache von Rabbiner Konstantin Pal anlässlich der Lewaja von Sheila Brandt am 7. Juni 2026 auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München:
in dieser Woche lesen wir den Wochenabschnitt „Beha’alotecha”. Gott spricht zu Aaron: „Wenn du die Lichter entzündest.“ Damit sind die sieben Lampen der Menora gemeint, die nicht für sich selbst leuchten, sondern ihr Licht nach vorne abstrahlen und anderen Menschen schenken. Sie glänzen nicht für den eigenen Schein, sondern erhellen den Weg für ihre Mitmenschen.
Dieses Bild beschreibt das Leben von Sheila Brandt, Sarah Bat Michael David ve‘Miriam, geborene Philips. Sie erblickte am 3. Juli 1933 in London das Licht der Welt. Sie war das einzige Kind. Diese Erfahrung hatte eine prägende Wirkung auf sie. Mit Lynda, Michael, Naomi und Jonathan hatte ihre Familie insgesamt vier Kinder. Außerdem hat sie sieben Enkelkinder und zwei Urenkel. Sie schuf eine Atmosphäre der Geborgenheit, Wärme und des Zusammenhalts, die diese große, lebendige Familie auszeichnete.
Trotz ihrer Ausbildung an der renommierten Guildhall School of Music & Drama in London, ihrer fesselnden Ausstrahlung und britischen Eleganz entschied sich Sheila Brandt nicht für das Rampenlicht. Der Mittelpunkt war das tiefgründige Wirken im Alltag. Während ihr Mann Henry G. Brandt sel.A. als Rabbiner das jüdische Leben in Europa aufbaute und nachhaltig prägte, strahlte sie ihr eigenes Licht aus. Als Lehrerin, engagierte Rebbezin und erfolgreiche Unternehmerin inspirierte sie viele Menschen.
Kantonal wurde die Lewaja von Kantor Paul Yuval Adam geleitet.