04/06/2026
PRESSEBERICHT:
Festliche Verbundenheit und klare Vision - 13 Berliner Organisationen feiern ein geschichtsträchtiges Kurban Bayramı Berlin, 29. Mai 2026
Das diesjährige Kurban Bayramı der Berliner türkischen Vereine und Verbände war weit mehr als ein festliches Beisammensein. Das gemeinsame Fest der Begegnung (Bayramlaşma) war ein kraftvolles, lebendiges Signal der Einheit. In einer feierlichen Atmosphäre zeigte die türkische Zivilgesellschaft der Hauptstadt eindrucksvoll, wie reibungslos sie über alle institutionellen Grenzen hinweg Hand in Hand arbeitet. Zwischen den herzlichen Festwünschen und tiefgründigen gesellschaftlichen Impulsen wurde der Abend zu einem Moment der Besinnung und des gemeinsamen Aufbruchs. Hunderte geladene Gäste spiegelten die tiefe Verwurzelung der Gemeinschaft in der Stadt wider. Neben dem Botschafter der Republik Türkei, Gökhan Turan, und dem Berliner Generalkonsul İlker Okan Şanlı gaben sich hochkarätige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Ehre. Ein besonderes Zeichen des gegenseitigen Respekts setzten Raed Saleh (Fraktionsvorsitzender der SPD im Abgeordnetenhaus), Dr.Barbara Slowik (Polizeipräsidentin in Berlin) sowie Oberst Monika Leu (Stellvertretende Kommandeurin und Chefin des Stabes des Landeskommandos Berlin) durch ihre Teilnahme. Begleitet wurden sie von den profilierten Berliner Abgeordneten Tuba Bozkurt (Bündnis 90/Die Grünen), Derya Çağlar (SPD), Elif Eralp (Die Linke) und Sevim Aydin (SPD). Auch die internationale Diplomatie war hochrangig vertreten, darunter durch Samir Rzayev (Botschaftsrat von Aserbaidschan) und Emine Andiz Ertürk (Repräsentantin der KKTC).
Getragen und gestaltet wurde dieser besondere Abend von einer Allianz aus 13 führenden Berliner Organisationen, die die Community unter einem gemeinsamen Dach vereinten: Berlin Alperen Ocakları, DİTİB Berlin, ERİAD e.V., EUBA, Hayrat Berlin, IGMG Berlin, Islamische Föderation in Berlin, Islamrat, MÜSİAD Berlin, Semerkand, Türkische Gemeinde zu Berlin, UID Berlin, VAHDET.
Ein klares Plädoyer für politische Teilhabe. Dass dieser Abend auch eine wichtige gesellschaftspolitische Dimension hatte, wurde bereits in der Eröffnungsrede deutlich. Neben den Wünschen für Zusammenhalt und gegenseitige Wertschätzung rückte eine zentrale, lang diskutierte Kernforderung in den Fokus: das kommunale Wahlrecht für Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Wer seit Jahrzehnten hier lebt, arbeitet und Steuern zahlt, sollte das Fundament der lokalen Demokratie aktiv mitgestalten dürfen. Die Redner bezeichneten den aktuellen Ausschluss als demokratische Schwachstelle und appellierten an die anwesenden Politiker, neue Wege der Partizipation zu ebnen. Im Anschluss würdigte Botschafter Gökhan Turan die mehr als sechs Jahrzehnte währende Geschichte der türkischen Migration nach Deutschland. Die Gemeinschaft habe das Land nicht nur wirtschaftlich mitaufgebaut, sondern auch unschätzbare kulturelle und soziale Impulse gesetzt. Die Diaspora agiere heute als lebendige, unverzichtbare Brücke zwischen Berlin und Ankara. Wurzeln als Fundament gelungener IntegrationEin emotionaler Schwerpunkt lag auf der Weitergabe von Sprache, Werten und Traditionen an die jüngere Generation. Botschafter Turan unterstrich die Verantwortung, Kindern und Jugendlichen ihre kulturelle Identität mit auf den Weg zu geben. Die Bewahrung der eigenen Wurzeln wurde dabei keineswegs als Barriere verstanden. Im Gegenteil: Sie gilt als wichtiges Fundament für ein selbstbewusstes, engagiertes Einbringen in die deutsche Gesellschaft. Obwohl die Berliner Community politisch, religiös und sozial facettenreich und keineswegs homogen ist, bewiesen die Verbände an diesem Abend, dass sie in den entscheidenden Momenten eine unüberhörbare, harmonische Einheit bilden.
Das Kurban Bayramı bot dafür den perfekten symbolischen Rahmen, da es die soziale Verantwortung, Geschwisterlichkeit und die gelebte Solidarität in den Mittelpunkt stellt. Raum für Begegnung und Vernetzung. Nach dem offiziellen Teil ging die Veranstaltung in einen lebendigen, informellen Austausch über. Bei traditionellem Tee und Süßspeisen rückte das persönliche Gespräch in den Vordergrund. Zwischen der Polizei- und Militärführung, der Diplomatie, Vereinsvertretern und Politikern wurden wertvolle Kontakte geknüpft, Netzwerke gefestigt und bestehende Freundschaften vertieft. Was bleibt, ist das Bild einer selbstbewussten, exzellent vernetzten und partnerschaftlich agierenden Gemeinschaft. Sie feiert ihr Kurban Bayramı voller Stolz und fordert gleichzeitig ganz selbstverständlich ihren festen Platz und ihre politische Stimme im Herzen der deutschen Gesellschaft ein.
Kommissionsvorsitzender
Özkan