16/01/2026
Jetzt ganz auf zu hören: das weihnachtlich-fröhliche von Samuel , gesungen von berlin. https://www.youtube.com/watch?v=XK5V1ud7phs
Scheidt komponierte mehrere Vertonungen des Magnificat und mehrere Werke, die eingefügtes Material enthalten. Das Magnificat SSWV 299 wechselt zwischen den Versen des traditionellen lateinischen Textes und sechs deutschen Weihnachtsliedern, darunter „Vom Himmel hoch“, „Das Kindelein in dem Krippelein“, „Psallite unigenito“ und „Joseph, lieber Joseph mein“. Solche Einschübe, „Tropen“ genannt, gab es schon in der Gregorianik. Sie waren auch die ersten „Einfallstore“ für muttersprachlichem Gesang im ansonsten lateinischen Gottesdienst.
Heute ist diese Praxis kaum mehr bekannt, nur die vier weihnachtlichen Einlagesätze zu J.S. Bachs Magnificat kann man gelegentlich noch hören.
Scheidt zeigt in dieser Komposition seinen Einfallsreichtum und seine Modernität, indem er unterschiedlichste musikalische Traditionen kombiniert: Der lateinische Magnificat-Text wird alternatim (abwechselnd) auf gregorianische und mehrstimmig vertonte Verse verteilt, wie es in der Renaissance üblich war. Ganz traditionell verarbeitet Scheidt sogar den gregorianischen Psalmton als Cantus firmus in zwei Versen, in anderen jedoch greift er nur das Anfangsmotiv des Psalmtones auf und verarbeitet es kontrapunktisch.
Scheidt verknüpft diese Traditionen mit modernen kompositiorischen Techniken. Dies ist v.a. der eingenständig geführte Generalbass, der sogar motivisch mt den Solostimmen konzertiert.
aus dem 743. NoonSong am 10.01.2026 in der Kirche am HohenzollernplatzGefällt Ihnen diese Aufführung? Bitte spenden Sie, damit wir weiterhin für Sie singen k...