09/06/2026
„Die Kirche muss demokratische Wege gehen“
Zum Tode des langjährigen ZdK-Präsidenten und konservativen Reformers Hans Maier. Ein Nachruf.
Die Liste der Wirkungsfelder Hans Maiers ist lang: Er war Kultusminister in Bayern, ZdK-Präsident, Professor für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie in München, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Diese herausragenden Engagements sind leicht dazu geeignet, andere zu überdecken. Etwa seine Liebe zum Orgelspiel, die ihn bis ins hohe Alter begleitete und ihn zum anerkannten Kirchenmusiker werden ließ. Oder sein reger Dialog mit Künstlerinnen und Künstlern. Die Kirche hielt er für einen Ort, an dem die Entfremdung zwischen Religion und moderner Gesellschaft aufgehoben werden müsse. Kunst und Wissenschaft sollten hier ebenso zu Hause sein wie der Wille zum interreligiösen Dialog – das war seine Überzeugung. Angesichts des kirchlichen Nachholbedarfs auf diesen Feldern gab es viel zu tun für Hans Maier.
Am 18. Juni 1931 in Freiburg geboren, in einem bäuerlichen und zugleich tief katholischen Milieu aufgewachsen, suchte er früh den Weg in geistige Welten – und in die weite Welt, die in den beginnenden 50er Jahren vor allem in Europa lag. Nach dem Abitur studierte er in Freiburg, München und Paris, promovierte und habilitierte sich schließlich 1962 am Münchner Institut für Politische Wissenschaft. Im selben Jahr heiratete er. Mit seiner Frau Adelheid bekam er sechs Töchter. Seine Familie war und blieb sein Ankerpunkt im Leben. Am 18. Juni wäre er 95 geworden. Diesen Geburtstag zu feiern, war ihm nicht mehr vergönnt.
Zum vollständigen Nachruf: https://www.zdk.de/presse/2026/die-kirche-muss-demokratische-wege-gehen
Bildquelle: KNA Bild