09/09/2026
Wer von PISA spricht, darf von Bildungsgerechtigkeit nicht schweigen.
PISA sagt uns das nicht zum ersten Mal: Bildungserfolg hängt in Deutschland viel zu stark von der sozialen Herkunft ab. 2025 sind die Unterschiede sogar so groß wie nie seit Beginn der PISA-Erhebungen. Gleichzeitig erreicht rund ein Viertel der Jugendlichen in den Naturwissenschaften und etwa ein Drittel in Lesen und Mathematik keine sicheren Basiskompetenzen.
Es reicht nicht, diesen Befund nach jeder PISA-Studie neu zu beklagen. Bildungsgerechtigkeit muss endlich konsequent zum Maßstab der Bildungspolitik werden. Mit dem Startchancen-Programm ist ein richtiger Ansatz gemacht: Ressourcen müssen dorthin, wo die Herausforderungen am größten sind. Das darf aber kein Einzelprogramm bleiben, sondern muss zum Grundprinzip unseres Bildungssystems werden.
Wir brauchen eine Bildungstransformation, die von der frühen Bildung über Schule und Ausbildung bis ins Erwachsenenleben trägt. Sprachbildung, Diagnostik und gezielte Förderung müssen früh einsetzen und verlässlich fortgeführt werden – mit dem Ziel, Basiskompetenzen zu sichern, individuelle Förderung zu ermöglichen, gute Ganztagsangebote auszubauen und Bildungseinrichtungen bedarfsgerecht auszustatten. PISA nennt frühe Bildungsprozesse ausdrücklich als Ansatzpunkt für den Kompetenzerwerb.
Die Diagnose liegt seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt müssen Bund und Länder handeln – dauerhaft, verlässlich und mit dem klaren Ziel, Bildungserfolg endlich stärker von sozialer Herkunft zu entkoppeln.