Ausstellung Pojednanie/Versöhnung in Progress

Ausstellung Pojednanie/Versöhnung in Progress Die katholische Kirche und die deutsch-polnischen Beziehungen nach 1945. Zum Anlass des 50. Die Ausstellungen unter dem Titel „Pojednanie/Versöhnung in Progress.

Jahrestags des Briefwechsels der polnischen und der deutschen Bischöfe veranstaltet die Maximilian-Kolbe-Stiftung eine Ausstellung zum Beitrag der katholischen Kirche im Prozess der deutsch-polnischen Versöhnung. In diesem Zusammenhang bereitet die Stiftung gemeinsam mit ihrem polnischen Partner, dem Osrodek Erinnerung und Zukunft in Breslau, entsprechende parallele Ausstellungen in Berlin und Bre

slau vor. Die katholische Kirche und die deutsch-polnischen Beziehungen nach 1945“ werden am 18. November 2015 an beiden Orten prominent eröffnet und danach bis zum 16. Dezember 2015 weiterhin gezeigt. Die deutsche Hauptausstellung wird im Kronprinzenpalais Unter den Linden gezeigt werden.

05/01/2016
Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit und Versöhnung sind zentrale Herausforderungen auch für die Gesellschaft in Bo...
16/12/2015

Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit und Versöhnung sind zentrale Herausforderungen auch für die Gesellschaft in Bosnien-Herzegowina. Der Weg der Versöhnung beginnt mit dem Respekt vor der Würde eines jeden Menschen. Das Recht zu leben ist ein Recht, dass unabhängig von der religiösen oder nationalen Zugehörigkeit respektiert werden muss...

Insbesondere die Rechte der Opfer und Überlebenden bedürfen großer Aufmerksamkeit. Es ist unsere Aufgabe, eine Kultur des Dialogs und des Zuhörens zu entwickeln,... in der wir unsere schmerzhaften Geschichten miteinander teilen lernen und einander im Geiste der menschlichen Solidarität begegnen.

Emir Kovačević
Senior Adviser beim Inter-Religiösen Rat in Bosnien-Herzegowina

„Wir gewähren Vergebung und bitten um Versöhnung“, mit diesen Worten haben die polnischen Bischöfe am Ende des Zweiten V...
11/12/2015

„Wir gewähren Vergebung und bitten um Versöhnung“, mit diesen Worten haben die polnischen Bischöfe am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren den deutschen Bischöfen die Hand gereicht. Nichts war nach den schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges, zumal für uns Deutsche, Not wendiger als Versöhnung. Mit allen Völkern, die Hi**er mit Krieg und Verwüstung überzogen hatte, insbesondere aber mit dem angeblichen Erzfeind Frankreich, mit Israel, das noch immer in seiner Existenz bedroht ist, und vor allem mit Polen, für das mit dem 1. September 1939 eine schreckliche Leidenszeit begann. Dank großer Anstrengungen vieler Polen und vieler Deutscher dürfen wir heute dankbar sagen, wir sind auch mit Polen versöhnt, ja Deutsche und Polen sind Freunde geworden.
Das ist nicht selbstverständlich. Und es wird nicht selbstverständlich bleiben. Wir müssen uns der Schuld bewusst bleiben, die Versöhnung notwendig machte. Keine alltägliche Meinungsverschiedenheit darf die erreichte Versöhnung gefährden oder sogar in Frage stellen.

Versöhnung bleibt nur lebendig, wenn sie täglich neu bezeugt wird. Versöhnung zu leben, dem Nachbarn die Hand auszustrecken, bleibt eine Zukunftsaufgabe.

Dr. Bernhard Vogel
Ministerpräsident a.D.

Wir Deutschen haben vor einigen Wochen den 25. Jahrestag unserer Wiedervereinigung gefeiert und uns dabei daran erinnert...
11/12/2015

Wir Deutschen haben vor einigen Wochen den 25. Jahrestag unserer Wiedervereinigung gefeiert und uns dabei daran erinnert, dass die deutsche Einheit Teil des europäischen Einigungsprozesses war. Diese Erinnerung ist deshalb so wichtig und aktuell, weil in der Gegenwart die gewonnene europäische Einheit einer wirklichen Bewährungsprobe unterzogen wird. Angesichts der Flüchtlingsströme ist europäische Solidarität gefragt. Wir erleben aber das Wiedererwachen von nationalen Vorurteilen und Egoismen. Deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder und immer wieder neu dessen zu vergewissern, was an Versöhnung und geschichtlich-kultureller Gemeinsamkeit zwischen den Völkern erreicht worden ist. Denn …Nichts ist so selbstverständlich und gesichert, dass es nicht wieder gefährdet werden könnte. Das gilt auch und gerade für die (Erfolgs-)Geschichte der deutsch-polnischen Versöhnung. An ihr gilt es unbeirrt weiterzuarbeiten.

Dr. h.c. Wolfgang Thierse
Bundestagspräsident a.D.

Versöhnung ist ein relativ junges Thema der psychologischen Forschung…Sie wird u.a. im Kontext von Aufarbeitungsprozesse...
09/12/2015

Versöhnung ist ein relativ junges Thema der psychologischen Forschung…
Sie wird u.a. im Kontext von Aufarbeitungsprozessen nach gewaltsamen Konflikten untersucht. Dabei wird Versöhnung meist als wesentliche Voraussetzung für einen stabilen Friedensprozess angesehen und ist in diesem Zusammenhang zu einem Schlüsselbegriff avanciert. Aus Sicht der Forschung bestehen hier jedoch noch viele unbeantwortete Fragen…

Unklarheiten bestehen bereits konzeptionell. Nach wie vor gibt es keine einheitlich anerkannte Definition von Versöhnung. Einvernehmen herrscht darüber, dass Versöhnung ein Prozess der (Wieder-) Aufnahme von Beziehungen zwischen ehemals feindlich gesinnten Individuen oder Gruppen ist. Die Tiefe und Qualität solcher Beziehungen wird allerdings kontrovers diskutiert. Reicht eine eher pragmatische friedliche Koexistenz aus oder müssen solche Beziehungen interaktiv und harmonisch gestaltet werden? Nach der Definition unserer Forschungsgruppe, umfasst Versöhnung nach gewaltsamen Konflikten auch das Loslassen von Rache- und Hassgefühlen sowie die Fähigkeit der "Perspektivübernahme", d.h. die Bereitschaft, die Ereignisse auch aus der Perspektive der gegnerischen Seite zu betrachten. Im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen würde dies beispielsweise die Einnahme einer objektiven Sichtweise bezüglich der Verursachung des Konfliktes sowie des Leidens auf beiden Seiten beinhalten.

Von besonderem Interesse ist die Frage, ob Versöhnung den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse hilft, bzw. umgekehrt, die psychische Verarbeitung sich positiv auf die Bereitschaft zur Versöhnung auswirkt. Diese Zusammenhänge sind weitestgehend ungeklärt. Ungeklärt ist ebenfalls, wie individuelle Versöhnungsprozesse gezielt angestoßen werden können und von welchen Faktoren erfolgreiche Versöhnungsprozesse abhängen. Was wir allerdings wissen ist, dass das die Bereitschaft zur Versöhnung nicht vom Ausmaß der belastenden Erlebnisse in Konflikten abhängt.

Prof. Dr. Christiane Knaevelsrud
Freie Universität Berlin
Klinische Psychologie und Psychotherapie

Dr. Nadine Stammel
Berliner Zentrum zur Behandlung von Folteropfern

Bei Versöhnungsprozessen geht es darum, Risiken einzugehen und uns in der Hoffnung auf neue vertrauensvolle Beziehungen ...
08/12/2015

Bei Versöhnungsprozessen geht es darum, Risiken einzugehen und uns in der Hoffnung auf neue vertrauensvolle Beziehungen unserer Verletztlichkeit zu stellen. Es ist ein Sprung aus dem Glauben heraus ins Unbekannte…

Dieser Prozess ist voller Widersprüche: er kann kraftvoll und fragil zu gleicher Zeit sein. In einer idealen Welt würde niemand zurück gelassen werden. Aber wir können es uns nicht leisten, auf die zu warten, die nicht bereit sind. Daher werden manche Schritte zur Versöhnung als Befreiung erleben, während andere sich unter Druck gesetzt fühlen. Im Kern geht es bei Versöhnung um neues Verstehen und eine neue Wertschätzung der Menschlichkeit der anderen. Damit das passieren kann, muss es seinen Platz in den konkreten Kontexten des täglichen Lebens der Menschen finden. Dabei sind die physischen Bedürfnisse ebenso ernst zu nehmen wie die emotionalen, psychologischen spirituellen Dimensionen. Um ein Momentum zu erhalten, braucht es verlässlichen Raum für Reflektion, in dem das, was schon gelernt gewürdigt, und das, was erreicht wurde, gefeiert werden kann.

Dr. Nicola Brady
Catholic Council for Social Affairs in Northern Ireland

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation der Ukraine mit Blick auf Russland frage ich mich, was könnten Voraussetzung...
08/12/2015

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation der Ukraine mit Blick auf Russland frage ich mich, was könnten Voraussetzungen für Versöhnung sein?

Ersten: die Wiederherstellung der Wahrheit. Damit beginnt der Versöhnungsprozess….
Normalerweise gibt es verschiedene Meinungen zum gleichen Ereignis und die Menschen sind in der Regel in der Lage diese miteinander zu versöhnen. Aber man kann die Wahrheit nicht mit gefälschten Informationen und völlig erfundenen Lügen versöhnen. Solange man kein klares Bild des Konflikts hat, wird man keine angemessenen Mittel für Versöhnung finden…

Zweitens: Alle Seiten müssen sich auf grundlegende Prinzipien verständigen, die als gemeinsame Plattform bei der Errichtungen einer friedvollen Zukunft dienen können. Man wird schwerlich Frieden schließen können, mit einer Partei, die an die Effektivität von Provokationen glaubt.

Drittens: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass eine aggressive und gewalttätige Regierung nicht die genuinen Interessen einer Nation vertritt, selbst wenn diese durch falsche Information verführt, für sie stimmt. Die Überwindung des kriminellen Regimes und die Herstellung des Rechts ist notwendig. „Versöhnung“ mit einem kriminellen Regime wäre eine Carte-blanche für andere Formen der Aggression.

Prof. Myroslav Marynovych
Vize-Rektor der Griechisch-Katholischen Universität in Lemberg/Ukraine
Ehemaliger politischer Häftling

Die polnischen Bischöfe haben vor 50 Jahren in schwieriger Zeit den Mut und die Großherzigkeit bezeugt, sich mit einem H...
02/12/2015

Die polnischen Bischöfe haben vor 50 Jahren in schwieriger Zeit den Mut und die Großherzigkeit bezeugt, sich mit einem Hirtenwort an ihre deutschen Bischofsbrüder zu wenden, das mit den Worten endet: "Wir … gewähren Vergebung und bitten um Vergebung."

…Nach geläufigem Denken steht Vergebung am Ende eines Versöhnungsprozesses. Hier jedoch eröffnete Vergebung diesen Prozess, den zu beginnen immer das Schwierigste ist…
Den ersten Schritt zu tun, ist auch heute im Privaten wie im Öffentlichen ebenso mühsam wie notwendig. Er verlangt Großmut und den Glauben daran, dass auch der Abweis einer ausgestreckten Hand verkraftet werden kann.
Die vergangenen Krisenjahre haben in Europa erneut nationale Vorurteile gefördert und z.B. in Bezug auf Griechenland die Asymmetrie zwischen dem Gedächtnis der Opfer und dem der Täter offenbart. Täter wollen vergessen, Opfer können nicht vergessen, aber in dem Maße, wie Täter sich erinnern und bereuen, können Opfer vergeben.
Wir Deutsche haben nach den Erfahrungen der letzten europäischen Krisenjahre allen Anlass, uns weiter zu vergegenwärtigen, was viele unserer Vorfahren in Polen, in Europa und darüber hinaus angerichtet haben. Vergebung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein kostbares Geschenk, dessen wir eingedenk bleiben und dessen wir uns immer wieder würdig zeigen müssen.

Professor Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan

Unser hochkarätiges Podium bei der Ausstellungseröffnung in Berlin (v.l.n.r.): Robert Zurek, Institut der Nationalen Eri...
25/11/2015

Unser hochkarätiges Podium bei der Ausstellungseröffnung in Berlin (v.l.n.r.): Robert Zurek, Institut der Nationalen Erinnerung, Polen; Staatssekretär David Gill, Chef des Bundespräsidialamts; Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Stiftungsratsvorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung; Dr. Jerzy Margański, Botschafter der Republik Polen; Prof. Monika Grütters, MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien; Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, Apostolischer Nuntius; Bischof Dr. Jan Kopiec, Bischof von Gleiwitz; Dr. Jörg Lüer, stellvertretender Vorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung und Peter Weiß, MdB, Vorstandsvorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Morgen Abend ist Ausstellungseröffnung! Die Ausstellung wird bis zum 16. D...
17/11/2015

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Morgen Abend ist Ausstellungseröffnung! Die Ausstellung wird bis zum 16. Dezember 2015 täglich von 10-18 Uhr im Kronprinzenpalais gezeigt, der Eintritt ist frei!

16/11/2015

Die Ereignisse vom vergangenen Freitag machen uns sehr traurig. Versöhnung bekommt vor diesem Hintergrund einen schrecklich aktuellen Bezug. Unsere Ausstellung, die am Mittwoch in Berlin eröffnet wird, ist ein Beispiel dafür, dass Krieg, Gewalt und Hass überwunden werden können.

11/11/2015

Schöne Antwort! :-)

Adresse

Kronprinzenpalais
Berlin
10117

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