30/04/2026
+++ Ausstellungseröffnung „Heilige Räume – Neue Konzepte“ +++
In katholischen und evangelischen Kirchen in Hessen kommt es zunehmend zur Stilllegung und zum Verkauf kirchlicher Liegenschaften. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie diese Gebäude neu belebt und als Orte mit Mehrwert für das Quartier bleiben können.
Die Ausstellung gibt Impulse aus dem Bereich des gemeinschaftlichen Wohnens für die Transformation kirchlicher Liegenschaften. Sie zeigt Beispiele gelungener Umnutzungen, erweiterter Nutzungskonzepte sowie gemeinwohlorientierter Projekte.
Nach der Begrüßung durch Dominik Brasch, Erster Vorsitzender von SPESSARTregional, hieß Irmhild Neidhardt von der Vernetzungs- und Beratungsstelle gemeinschaftliches Wohnen die Gäste willkommen.
Den Eröffnungsvortrag hielt Birgit Kasper vom Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen. Sie stellte positive Beispiele für Umnutzungsmöglichkeiten vor und gab Impulse dazu, wie entsprechende Prozesse angestoßen werden können. Darüber hinaus zeigte sie auf, welche Vorteile eine gemeinwohlorientierte Nutzung ehemaliger Kirchengebäude mit sich bringt. Zentrales Anliegen des Vortrags war, kirchliche Gebäude nicht ausschließlich an renditeorientierte Akteure zu veräußern, sondern das große Ganze im Blick zu behalten. Verkäufe wirken häufig weit über das einzelne Gebäude hinaus, da kirchliche Bauwerke oftmals das Ortsbild prägen und einen hohen sozialen, kulturellen und identitätsstiftenden Wert besitzen. Ein Wert, der bei investorengetriebenen Projekten meist verloren gehe, jedoch bei gemeinschaftlichen Wohnprojekten als Teil der Nachbarschaft oft mitgedacht werde.
Anschließend stellte Marco Köhler, einer der Betreiber der Boulderchurch Bad Orb, diese als Praxisbeispiel vor. Die teilentweihte Kirche St. Michael erhielt durch die Einrichtung einer Boulderhalle ein innovatives neues Nutzungskonzept. Das über das LEADER-Förderprogramm geförderte Projekt wurde im April 2025 eröffnet und zeigt eindrucksvoll, wie leerstehende sakrale Gebäude zu lebendigen Orten für die Region werden können. Der zuvor seit mehreren Jahren leerstehenden Kirche wurde neues Leben eingehaucht, nicht nur durch die Kletterhalle, sondern auch dadurch, dass die in einem Seitenflügel gelegene Kapelle wieder eröffnet werden konnte.
Wir danken Birgit Kasper sowie den Betreibern der Boulderchurch herzlich für ihre spannenden Beiträge und letzteren zudem für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten.
Der Eintritt zur Wanderausstellung ist frei. Die Ausstellung ist von Mittwoch, 29. April bis Montag, 18. Mai 2026, täglich von 14 bis 22 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 22 Uhr in der Boulderchurch Bad Orb zu sehen.