19/05/2026
Pfingsten – was feiern wir da eigentlich?
„Gut verteilt über das Jahr gibt es viele schöne Feste, und die meisten denken Weihnachten
wär' das Beste, und auch Ostern ist im Allgemeinen sehr beliebt, doch ich weiß, dass es da
etwas besseres gibt“ – so beginnt ein Loblied auf Pfingsten der Wiener Liedermacher Christoph
Drexler und Lollo Pichler. Was feiern wir da eigentlich?
Ein weltliches Lied der Wiener Liedermacher Christoph Drexler und Lollo (Lorenz) Pichler über
Pfingsten, das humorvoll und treffend widergibt, wodurch sich Pfingsten in unserer
Wahrnehmung so auszeichnet: Wir haben frei, der Frühling kommt, es gibt keinen Streß mit
Geschenken und Familienbesuchen. Pfingsten – das sind meist auch Pfingstferien oder
zumindest ein verlängertes Wochenende, weil der Pfingstmontag ebenfalls ein Feiertag ist und
darum ist das Fest durchaus beliebt.
Dennoch: Pfingsten steht nicht so im Mittelpunkt, wie Weihnachten und Ostern, dabei ist es
eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr. Keine Geschenke, kein Baum, keine Eier, dafür geht
es irgendwie um den Heiligen Geist. Worum es beim Pfingstfest eigentlich geht, ist kaum im
Bewusstsein. Geburtstage sind ja immer ein Anlass, zu feiern und so kann man sich auch das
Pfingstfest als Geburtstagsfest vorstellen – nicht das von Jesus Christus – sondern das der
Kirche selbst.
Die erste christliche Gemeinschaft entstand
50 Tage nach dem Pessachfest (Sieben Wochen plus einen Tag) trafen sich die Anhänger Jesu
zum jüdischen Erntedankfest, dem Schawuot. Das Wort „Pentecoste“, von dem sich unser Wort
„Pfingsten“ herleitet, bedeutet „fünfzigster Tag“. Was geschah an diesem Tag? Der Tag war ein
Festtag in der Jerusalem. Viele Menschen aus unterschiedlichen Regionen waren dort.
Auch die Jünger hatten sich nach Jerusalem begeben. Allerdings hatten sie Angst, auch Sie
könnten, wie 50 Tage zuvor, Jesus, gefangen genommen und getötet werden. Sie saßen in
einem Haus zusammen und beteten, als etwas ganz Ungewöhnliches geschah.
In der Einheitsübersetzung wird dies in der Apostelgeschichte wie folgt beschrieben:
„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom
Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus,
in dem sie waren.
2
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ
sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen
zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ – Apg 2,1-4
Und dieses Ereignis wird als Pfingstwunder bezeichnet: die Jünger konnten in verschiedenen
Sprachen sprechen, so dass alle sie verstanden, egal ob sie Griechen, Rümer, Araber oder
Ägypter waren. Was Petrus über Jesus und seine Lehren erzählte, begeisterte viele Menschen.
3000 Frauen und Männer ließen sich an diesem Tag taufen. So entstand die erste christliche
Gemeinschaft und darum sprechen wir auch vom Geburtstag der Kirche. ©
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