09/04/2020
Solches tut zu meinem Gedächtnis. Vergesst mich nicht, sagt Jesus zu ihnen. Seitdem wächst diese Erinnerung an ihn immer wieder neu heraus zwischen allen zubetonierten Gefühlen, zwischen Härte und Leblosigkeit.
Hier, nehmt und esst vom Brot als wäre es ein Stück von mir! Hier, trinkt alle aus dem Becher! So habt ihr mich selbst in euch. Trinkt aus einem Becher. So wie Kinder es tun, Geschwister oder Liebende.
Er sitzt am Tisch mit dem Verräter. Mit den Vorbildlichen. Mit den Ängstlichen. Mit den Ahnungslosen. Er kennt die Realität. Er sieht, was sie nicht sehen, was sie verdrängen, wovor sie die Augen verschließen. Er wird sich nicht wehren, verstecken oder fliehen. Er wird weitergehen. Für sie wird er es tun.
Macht das zu meinem Gedächtnis, sagt er, als sie am Tisch sitzen. Teilt Brot und Wein. Wiederholt, was wir jetzt tun. Immer wieder. Sie verstehen erst viel später, was es bedeutet.
Wir stehen um einen Tisch. Brot wird mir in die Hand gelegt. Einen Becher reicht man mir. Vergiss nicht, dass zwischen den schweren Steinen auf deiner Seele die Gewissheit blüht, dass du IHN erleben wirst. Ich vermisse an diesem Gründonnerstag dieses "Vergissmeinnicht".
Evangelium nach Lukas, 22. Kapitel:
"Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!"