03/06/2026
Einer, der nie Fahrrad fährt, denkt über den Weltfahrradtag nach und darüber, dass Hanns-Dieter Hüsch erzählt hat, dass Gott in Dinslaken Wäsche mit dem Fahrrad ausgefahren hat - heute Morgen auf radio aktiv:
Heute ist Weltfahrradtag und am kommenden Wochenende endet die diesjährige Aktion Stadtradeln im Landkreis Hameln-Pyrmont mit dem alljährigen Felgenfest. Unzählige Radfahrerinnen und Radfahrer sind dann rund um die Weser im Landkreis unterwegs – sie begegnen sich und erzählen sich hoffentlich viele Geschichten vom Fahrradfahren.
Ich selbst fahr selten bis gar nie Fahrrad, bin lieber mit meinem Hund zu Fuß unterwegs. Doch viele meiner Kolleginnen, Kollegen, meiner Freundinnen und Freunde erzählen mir immer wieder Geschichten vom Fahrradfahren. Wenn sie mir Geschichten von Menschen auf zwei Rädern erzählen, fällt mir immer wieder der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch ein. Er ist 2005 gestorben, aber für viele noch nicht vergessen: Er warnte mit seinen Alltagsgeschichten vor dem Faschismus und Menschenverachtung, er erzählte skurrile Geschichte von Hagenbeck und er war, was viele nicht wissen, ein wunderbarer Prediger. Ihm war immer wichtig, dass Gott uns im Alltag begegnet: Menschen wünschen sich einen nahen Gott, vielleicht sogar einen freundlichen lieben Gott von nebenan. Hanns Dieter Hüsch traf für mich den Nagel auf den Kopf, wenn er den „lieben Gott“ als einen beschreibt, der gelegentlich in Dinslaken am Niederrhein in der kleinen Wäscherei seiner Schwester aushilft und für den erkrankten Schwager mit dem Fahrrad Wäsche ausfährt und dabei mit den Leuten ins Gespräch kommt. Ein sympathischer Gedanke: Da ist er greifbar, der freundlichen Gott aus der Nachbarschaft.
Ich weiß nicht, ob auch anderen schon Gott beim Fahrradfahren begegnet ist, aber ich bin mir sicher, dass Gott uns immer wieder im Alltäglichen begegnen kann – oft an Orten, an denen wir gar nicht damit rechnen. Nicht nur in Dinslaken am Niederrhein, sondern auch in Hameln an der Weser oder in Aerzen an der Humme. Wir müssen nur die Augen und Ohren aufmachen, auch wenn Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, denkt Pastor Hans-Christof Vetter aus Aerzen.
Landeskirche Hannovers
Kirchenkreis Hameln-Pyrmont
Bild: fundus.media