03/11/2025
„Jeder junge Arbeiter ist mehr wert als alles Gold der Erde!“
Das wohl bekannteste Zitat Joseph Cardijns, dem Gründer der CAJ. Die Welt hat sich verändert und die „Arbeiterklasse“ existiert nicht mehr in ihrer klassischen Definition. Die Lebensrealität junger Menschen hat sich verändert und auch die CAJ hat ihre Arbeitsweise und das Wording der heutigen Zeit angepasst, etwa vom „Arbeiter“ hin zu „jungen Menschen“. Doch nach wie vor besteht unsere Mission in der Stärkung jener jungen Menschen in prekären Arbeits- oder Ausbildungssituationen.
Cardijn erkannte früh, dass viele junge Menschen aus der „Arbeiterklasse“ von Kirche und Gesellschaft übersehen oder unterschätzt wurden – und genau ihnen galt seine Aufmerksamkeit. Er wollte nicht über sie sprechen, sondern mit ihnen, auf Augenhöhe. Seine Methode „Sehen – Urteilen – Handeln“ ist bis heute der methodische Grundpfeiler der CAJ – auch in der JAZ-Arbeit mit Haupt- und Förderschüler*innen, die wir in Kooperation mit dem Nell-Breuning-Haus durchführen.
Diese Jugendlichen erleben sich häufig als nicht gemeint – weder in politischen noch in kirchlichen Strukturen. Ihre Lebensrealitäten sind geprägt von sozialen Benachteiligungen, Leistungsdruck und fehlender Anerkennung. Die JAZ-Seminare sind für sie Räume, in denen sie gesehen, gehört und gestärkt werden.
Die JAZ-Arbeit ist ein Ausdruck gelebter Diakonie, indem sie Jugendlichen hilft, ihre Würde zu entdecken, Mut zu fassen und Verantwortung für ihr Leben und die Gesellschaft zu übernehmen. Dabei geht es nicht um Betreuung, sondern um Befähigung – zur Teilhabe, zur Mitgestaltung und zur Selbstvertretung. Die CAJ widersetzt sich einer Leistungsgesellschaft, die viele Jugendliche frühzeitig abschreibt.
#2025