30/06/2024
Das Grundstück, auf welchem die 1937 erbaute
Christuskirche in Hägendorf steht, wird verkauft.
22 Stimmberechtigte der Christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten haben den Entscheid an der Rechnungsgemeindeversammlung am 26. Juni 2024 einstimmig gefällt. Es erfolgt kein Rückbau durch die Kirchgemeinde, die Parzelle soll mit der Kirche verkauft werden.
Kirchgemeindepräsidentin Monique Rudolf von Rohr konnte 22 Stimmberechtigte und zwei Gäste begrüssen. Haupttraktandum neben der Verwaltungsrechnung 2023 war der Verkauf des Grundstückes GB 1534 (2'200 m2) in Hägendorf, auf dem sich die nicht mehr benötigte und baufällige Kirche befindet.
Rückkommensantrag genehmigt
Wie die Präsidentin erläuterte, möchte der Kirchgemeinderat auf den Beschluss zum Bau einer Wohnanlage auf dem Grundstück GB 1534 in Hägendorf vom 26. Juni 2019 zurückkommen. Sie führte aus, dass «sich unterdessen die Voraussetzungen für den Bau einer Wohnanlage entscheidend verändert haben. Die Mitgliederzahl hat abgenommen, die personellen Ressourcen sind sehr knapp geworden, und der Finanzplan legt einen sehr vorsichtigen Umgang mit den Finanzen nahe». Bei Annahme des Rückkommensantrages sei die Diskussion um das Grundstück in Hägendorf wieder möglich. Die Anwesenden stimmten diesem Antrag einhellig zu.
Wie Monique Rudolf von Rohr weiter ausführte, seien an der erweiterten Diskussionsgruppe in Hägendorf am 18. September 2023, an der nebst verschiedenen Mitgliedern der Kirchgemeinde auch Hägendorfs Gemeindepräsident Andreas Heller teilgenommen haben, verschiedene mögliche Szenarien diskutiert worden: Die Wohnanlage selber zu bauen gemäss erwähntem Kirchgemeindebeschluss; das Grundstück zu verkaufen bei Übernahme der Kosten für den Rückbau der Kirche durch die Kirchgemeinde (75'000 Franken); die Landabgabe im Baurecht sowie der Landverkauf ohne Rückbau der Kirche.
"Mit Nettoerlös Schulden tilgen"
Entsprechend habe der Kirchgemeinderat an der Sitzung vom 14. Mai 2024 aufgrund der Finanzlage entschieden, den Antrag zu stellen, besagtes Grundstück zu verkaufen. Der Quadratmeterpreis liegt laut alt Kirchgemeindepräsident Kurt Stutz bei rund 800 bis 1000 Franken pro Quadratmeter. Dabei seien zwei Varianten möglich: Veräusserung des Grundstücks inklusive Kirche (Rückbau durch den Käufer) oder Verkauf des Grundstücks nach Rückbau der Kirche. «Der Kirchgemeinderat soll die Kompetenz zur Abwicklung der Geschäfte erhalten, und der Nettoerlös aus dem Verkauf soll zur Tilgung der Schulden verwendet werden», erklärte die Präsidentin. Und: «Interessenten für das Grundstück sind bereits vorhanden.»
In der Diskussion wies Gemeindemitglied Jürg Neuhaus ergänzend darauf hin, dass gemäss Gutachten eine Kirche nicht rückgebaut werden dürfe, bevor ein fertiges Bauprojekt vorliege. Und Gemeindemitglied Daniel Moser warnte davor, dass potenzielle Käufer mit dem Land spekulieren könnten. Marc Thommen unterstrich dieses Votum und appellierte, das Grundstück an jemanden zu verkaufen, der auch ein konkretes Bauvorhaben verwirklichen will.
Die Anwesenden votierten in der Folge einstimmig dafür, die Parzelle GB 1534 mit Kirche an einen Käufer zu veräussern, der ein konkretes Bauwerk erstellen will. Der Kirchgemeinderat erhielt vom Souverän einstimmig die Kompetenz, die Verkaufsverhandlungen abzuwickeln. Der Verkauf selbst muss wiederum durch die Kirchgemeindeversammlung bewilligt werden.
Rechnung mit Defizit
Finanzverwalter Andreas Angermeier stellte die Jahresrechnung 2023 vor. Diese schliesst bei einem Aufwand von 554’405 Franken und einem Ertrag von 468'543 Franken mit einem Defizit von 85'862 Franken ab. Der Aufwandüberschuss wird dem Eigenkapital entnommen, dieses verringert sich somit auf 1'149'442 Franken. Nettoinvestitionen wurden keine getätigt. Die Rechnung 2023 wurde einstimmig gutgeheissen.
Zudem nahm die Versammlung Kenntnis vom Finanzplan sowie von den Jahresberichten der Präsidentin und von Pfarrer Daniel Konrad. Die Präsidentin unterstrich das grosse Engagement der Kirchgemeinderätinnen. Die Finanzkommission nahm ihre Arbeit auf, und die Mieteinnahmen im Kirchgemeindehaus sowie in der Kirche sind im Steigen begriffen. Und der Umbau des Kirchgemeindehauses ist abgeschlossen. – Der Pfarrer gab unter anderem bekannt, dass zwei Taufen durchgeführt wurden; dem standen sechs Todesfälle gegenüber. Zudem erwähnte er den Kantonalen Gottesdienst in Laufen BL. Und Ende Oktober 2023 wurde Bischof Harald Rein verabschiedet; seine Nachfolge wird Frank Bangerter im September 2024 antreten.
Beat Wyttenbach (Text und Foto)