Pfarramt für Industrie und Wirtschaft BS/BL

Pfarramt für Industrie und Wirtschaft BS/BL Das Pfarramt für Industrie und Wirtschaft BS/BL verbindet Kirche und die Arbeitswelt in der Region Basel.

Dinge, für die ich heute dankbar bin- die Momente im Impro-Theaterkurs, wenn ich voll in eine Situation hineingehe, die ...
30/10/2024

Dinge, für die ich heute dankbar bin

- die Momente im Impro-Theaterkurs, wenn ich voll in eine Situation hineingehe, die ich nicht kenne und noch nicht weiss, wer ich bin und es entsteht etwas Neues, noch nie da gewesenes
- meine Reflexe sind noch voll aktiv, sonst wäre ich vorgestern abend mit dem Velo übel gestürzt, nachdem ein Autofahrer mich von links in einer 30er Zone fast umgemäht hatte
- das herzerwärmende Lächeln von Theres, wenn sie mich (in meiner Gossvater-Aufgabe) beim Abholen ihrer Tochter vor dem Kindergarten begrüsst
- die vielen jungen Menschen, die mich anfragen für ein Gespräch, einen Kaffee oder einen Spaziergang - was für ein Privileg!
- die Freundschaft von langjährigen Freund*innen, die mich oft ausgehalten haben, wenn ich unaushaltbar war
- ungeplante Begegnungen, die zu neuen Begegnungen führen mit Menschen, die ich noch nicht kannte
- Kommentare auf meine nächtlichen Social Media Posts, die manchmal hoffentlich etwas Wesentliches berühren und oft einfach nur Teenager-Poesie sind (Liebe Teenies: Nichts gegen eure Poesie! Sie ist wundervoll! Und ich bin uralt!)
- meine Enkel*in, die sie sich nix darum kümmern, wenn ich sage: Ich will jetzt nach Hause gehen - weil sie voll am Spielen sind auf dem Oek-Mätteli mit ihren Freundinnen und Freunden.
- Domenico und Giusi im Amici Mei, die mir ungefragt Arancini und ein Glas Weisswein bringen, weil sie wissen, dass ich nach langem Überlegen eh genau das will
- die vielen engagierten Menschen im Gemeindehaus Oekolampad, die mich teilnehmen lassen an ihren Herzensprojekten und Ideen und Dingen, die ihnen Mühe machen
- neue Musik, auf die mich andere aufmerksam machen und die mein Herz berührt
- Menschen, die meine Einladung annehmen zu einer Begegnung oder einem Nachtessen
- ich lebe. Ein unglaublich privilegiertes Leben. Ich erlebe jeden Tag so viel Neues, lerne dazu, werde erfrischt und berüht und heiter hochgenommen und manchmal ernst genommen von Menschen, die mir viel bedeuten

Wofür bist du dankbar?

nur eine fragewenn wut dich erfüllthass dein herz umklammertwenn dein puls gefährlich rastdeine seele auf rache sinntfra...
26/10/2024

nur eine frage

wenn wut dich erfüllt
hass dein herz umklammert
wenn dein puls gefährlich rast
deine seele auf rache sinnt

frag dich
warum

bist du sicher
dass es in wirklichkeit
nicht abgrundtiefe trauer ist

dein schmerz
den niemand sieht
dein schrei
den niemand hört
deine einsamkeit
die niemand teilt
dein verlust
der dich zerreisst
dein zerbrochener traum
den niemand heilen kann

ich wünsche dir
einen engel
einen spezial-engel
einen
der mit deiner wut
mit deiner trauer
umgehen kann
der dich aushält
dich umarmt
bis du weinen kannst
bis alles aus dir herausbricht
der schmerz schüttelt dich
und du spürst
ich werde gehalten
ich bin nicht zu viel

ich bin liebenswert
so wie ich bin

das nimmt den schmerz
nicht einfach weg
die trauer bleibt
aber der hass
kann gehen
die wut
kann gehen

du wirst leben
du wirst lieben
du wirst geliebt

lass es zu

19/10/2024

"Warum bist du eigentlich noch auf Social Media", fragen mich kritische Stimmen. "Ist doch alles nur Selbstdarstellung, plump und ohne Inhalt und Sinn."
Jaja, sage ich.
Darum bleibe ich hier und poste dann und wann und lese vor allem, was ihr postet:
Weil ich Perlen finde.
Texte, die keine KI verfassen kann.
Bilder, die anders sind als alle anderen.
Nicht die tausendfach geteilten Memes oder grenzdebilen Sprüche.
Sondern authentisch, berührend, heiter, ernst, herausfordernd, Dialogräume eröffnend, spirituell und auch sonst bereichernd.

Glaubst du nicht?

Dann empfehle ich dringend, folgenden Menschen zu folgen (das ist eine völlig unvollständige Liste und keine Rangierung. Melde dich, wenn ich dich völlig zu Unrecht vergessen habe):

Willi Näf (der beste Schweizer Kolumnist)
Theres Zindel (sie bewegt Himmel und Erde)
Ulrike Gastmann (ich kenne sie nicht persönlich, sie ist grandios! Mannmannmannfraufraufrau, sie müsste in den Schulbüchern der Zukunft ein Begriff sein)
Thomas D. Minton (ein Amerikaner mit Herz)
Felix Raeber (grossartige Fotos)
Claudio Miozzari (selten war Politik so greifbar)
Nelly Riggenbach Hasler (sie lebt und atmet echte Kommunikation)
Mena Kost von der Surprise - Journalistin zur fantastischen Buchautorin, eine Story über Storytelling mit eigener, unverwechselbarer Stimme
Julia Kubik (unglaubliche Hochkomik, erkennbar nur für Experten)
Ursula Nora Trümpy wunderbare Fotos und Storytelling
Daniel Zahno Ein Meister der nur vordergründig einfachen Texte
Christian Wehrli ein Wortabklopfer und Sinnfinder und Storyteller
Fred Lauener kann Rezepte und nächtliche Texte, die es in sich haben
Corinne Vera Dürr macht Schrift-Kunst aus Texten, die sie berühren. Ihre Werke berühren mich.
Martina Rutschmann die beste Schweizer Kolumnistin. Punkt.
Claude Bühler der empathische alles in Frage-Steller
Anne Helene Kratzert Ihre Texte hauen mich um, bringen mich zum Lachen und zum Weinen, jedes Mal
Jo Vergeat wann war politisches, öffentliches Wesen je so persönlich, berührend, bereichernd?
Sascha Rijkeboer bringt viele meiner vorgefassten Urteile durcheinander, lehrt mich Neues, Poet*in der sublimierten unmöglichen Liebe.
Daniel Ordas bin ich nur einmal begegnet im wirklichen Leben. Seine Kommentare zu Politik und Zeitgeschehen sind einzigartig klug.
Meret Schneider Jaja, ich weiss. Eine sehr umstrittene Politikerin. Aber ich kenne niemanden, die so witzig, frech und heiter Konventionen in Frage stellt.
Roland Stark schimpft manchmal ein bisschen zu viel (sorry, Roland!). Hat aber wirklich etwas zu sagen, denkt quer, sucht nach politischen Lösungen jenseits der Ideologien, unbeirrbar.
Jérôme Thiriet ist Unternehmer und politisch aktiver Mensch, den ich schätze für seine klugen Statements und seinen Humor
David Friedmann ist ein authentischer Freidenker, der unabhängig von aller Parteipolitik das vertritt, das ihm im Kopf und im Herzen einleuchtet
Axel Hacke Ja, natürlich. Keiner kann ihm das Wasser reichen im deutschen Sprachraum. Er hat auch keinen Push nötig, ich erwähne ihn nur, weil ich jede, wirklich jede Zeile von ihm lese.

To be continued...

da ist jemand der dich siehtjemand die dich hörtdu bist liebenswertso wie du bist  heutejetzt   vertrau mir
18/10/2024

da ist jemand der dich sieht
jemand die dich hört
du bist liebenswert
so wie du bist

heute
jetzt

vertrau mir

Es gibt Wege, Strassen und Geleise, die mal sinnvoll waren. Sie gaben dir Sicherheit.Sie gaben dir Gewissheit, am richti...
13/10/2024

Es gibt Wege, Strassen und Geleise, die mal sinnvoll waren.
Sie gaben dir Sicherheit.
Sie gaben dir Gewissheit, am richtigen Ort anzukommen.

Nichts hält für immer.
Wege werden überwachsen.
Vertraute Strassen enden im Nirgendwo.
Schienen sind noch da, aber es fahren keine Züge mehr.

Du musst neue Wege suchen.
Das fällt dir schwer.
Es verunsichert dich.
Wer weiss, wo die unbekannte Strasse dich hinführt?
Wer kann dir sagen, wer du bist am Ende einer noch nie befahrenen Strecke?

Was macht dir Angst?
Was hast du zu verlieren?
Wer könnte dir begegnen und dich verändern, für immer?

Hältst du lieber an der vertrauten verlorenen Vergangenheit fest - oder gehst du mutig das Risiko einer neuen Erfahrung ein?
Das Gestern bringt dich nicht weiter.
Dein Leben ist heute.
Immer nur heute.

Hab keine Angst.
Du wirst deinen Weg finden.
Der Weg wird dich finden.

(eine stillgelegte Standseilbahn in Lugano)

wenn ich mir die Welt ansehewas für eine unglaubliche sch****edie tyrannen feiern kinder sterbenfrauen werden umgebracht...
11/10/2024

wenn ich mir die Welt ansehe
was für eine unglaubliche sch****e
die tyrannen feiern
kinder sterben
frauen werden umgebracht
jeden tag
niemand wehrt sich für sie

die demokratie in den USA steht vor dem ende
ein krankhafter lügner und narzisst
hat alle chancen zu gewinnen

china kauft die welt auf
firma für firma, haus für haus

der russische diktator
vernichtet ein ganzes land
seine trolle fluten die welt
mit desinformation
und die leute glauben es

weisst du
was mir hoffnung macht
in diesem elenden chaos
im endlos brutalen krieg
in dieser zeit
in der antisemitismus wieder mainstream ist
rechtsradikale sich als opfer inszenieren

was mir hoffnung macht
bist du
menschen wie du
die sich dem nicht ergeben
die wach bleiben
nachdenken
kritisch hinterfragen

wir müssen nicht gleicher meinung sein
wir müssen einander respektieren
zuhören
auf einander eingehen
warum denkst du wie du denkst
welche lösungen siehst du
welche fragen und sorgen treiben dich um

wer bist du
was kann ich dir gutes tun
wie können wir uns besser verstehen
wie widerstehen wir den hetzern und lügnern
die davon leben, dass wir einander hassen

lass uns aufstehen
auf einander zugehen
versuchen zu verstehen
versuchen zu lieben
auch wenn es mal schwer fällt

das ist meine hoffnung
ich will mich nicht von angst treiben lassen
lass dich anziehen von der hoffnung
lass dich leiten von der liebe
lass dich erfüllen vom vertrauen

am grössten ist immer die liebe

sie wird nicht billig kommen
sie wird uns viel kosten
sie wird uns brauchen
herausfordern

die liebe wird uns das leben schenken
lass uns einander leben schenken

nichts braucht die welt so sehr wie liebe

Mein letzter Auftritt im Leben vor der Pensionierung.Mit  vielen Gästen, denen ich so viel verdanke.Besonderen Dank an S...
10/10/2024

Mein letzter Auftritt im Leben vor der Pensionierung.
Mit vielen Gästen, denen ich so viel verdanke.

Besonderen Dank an Stephan Feldhaus für seine freundschaftliche und ein bisschen freche Rede (wie ich es mir gewünscht hatte), die wunderbaren Podiumsgäste Nelly Riggenbach Hasler, Jo Vergeat, der Präsident des Universitätsrats Beat Oberlin, Moderatorin Catherine Riesen von comm.versa GmbH - agentur für kommunikation und das ganze Team im , die das alles möglich machten.

Ich werde noch lange davon zehren.

Ich könnte hier sehr viele Freunde und Freundinnen taggen, die mich begleitet haben; immer wieder ermutigt haben, meinen eigenen Weg zu gehen als Industriepfarrer und überhaupt im Leben. Es nähme kein Ende.

Das wunderbare Team der Industrienacht, meine wunderbare graphische Desingerin und Sparringpartnerin und vieles mehr Martina Wyss; meine Familie Catherine Riesen Marilen Alison Schwald Frederick Dürr Regula Duerr und meine drei Grosskinder.
Die Menschen, die das wunderbare Projekt der im Gemeindehaus Oekolampad umsetzen und mich hineingenommen haben.

Leute, ihr macht mein Leben reich und ihr bedeutet mir so viel!
Wir sehen uns.

photocredit: Beat Schwald

Die Ruhe nach dem SturmDie Fragen an GottWer bin ich?Wer bin ich für dich?Wer bist du?Wer bist du für mich?Bist du für m...
04/10/2024

Die Ruhe nach dem Sturm
Die Fragen an Gott
Wer bin ich?
Wer bin ich für dich?
Wer bist du?
Wer bist du für mich?
Bist du für mich?
Bin ich für dich?

Den alten Fensterladen habe ich heute gesehen unterwegs.Das Haus wirkt verschlossen. Lebt hier noch jemand?Die Farbe blä...
03/10/2024

Den alten Fensterladen habe ich heute gesehen unterwegs.
Das Haus wirkt verschlossen.
Lebt hier noch jemand?
Die Farbe blättert schon lange ab.
Ein Paneel ist herausgefallen.
Der Fensterladen zwinkert mir zu.

Ich bin alt.
Du auch.
Kein Grund zur Trauer.
Wenn du verlotterst, wenn dir was rausfällt:
Es ist kein Zacken aus deiner Krone.
Wenn der Schutz vor Wind und Wetter schwächer wird, scheint mehr Licht herein.
Zünde eine Lampe an.
Verlorene finden in der Dunkelheit einen Ort, an dem sie freundlich empfangen werden und sich sicher fühlen können.

Öffne schon mal eine Flasche deines besten Weins.
Tau Brot auf, tau dein Herz auf.
Lass Einsame und Verzweifelte hinein.
Sei mutig und verletzlich.
Du hast nichts zu verlieren.
Du kannst nur gewinnen.
Begegnung.
Freundschaft.
Neues Leben.

Der Fensterladen zwinkert mir zu.
Er hat schon vieles gesehen.
Er wartet geduldig auf meine Antwort.

Was antworte ich ihm?

Das Impostor-SyndromMorgen bin ich Rentner.Über viele Aspekte meines Berufslebens habe ich in den vergangenen Monaten In...
30/09/2024

Das Impostor-Syndrom

Morgen bin ich Rentner.

Über viele Aspekte meines Berufslebens habe ich in den vergangenen Monaten Interviews gegeben und einige Texte gepostet.

Zeit noch was anzusprechen:

Das Impostor-Syndrom. Auf Deutsch das Hochstapler-Syndrom.

Das Phänomen kenne ich schon lange, den Begriff habe ich dank Nelly Riggenbach Hasler kennengelernt.

Das Gefühl, nie zu genügen im Beruf, im Leben.

Die Angst, dass alle anderen irgendwann merken, dass ich eigentlich gar nichts kann.

Ja, das kenne ich in- und auswendig.

Ich war nie gut genug in der Primarschule, mein Vater war nie zufrieden mit mir.

Am Gymnasium hatte ich diese Stimme bereits tief in mir drin.

Ich war zu doof, zu ungebildet, alle anderen waren viel klüger als ich.

Ich lernte nicht etwa richtig zu lernen, sondern ich lernte zu bluffen.

Über Bücher zu reden, von denen ich nur den Text auf der Rückseite verstanden hatte.

Irgendwie kam ich durch alle Prüfungen, sogar in den wissenschaftlichen Fächern, in denen ich zwar absolut grausam ahnungslos war, irgendwie reichte es (oder mein Banknachbar half mir).

Nach Matur und Rekrutenschule arbeitete ich 3 Monate als Hilfspfleger im Paraplegikerzentrum. Am zweiten Tag stand ich alleine in einem Zimmer mit sechs Patienten, 2 davon Tetraplegiker.

Ich war sicher, dass die mir Ausgelieferten einen qualvollen Tod sterben würden.

Zum Glück wussten die Patienten sehr gut Bescheid, was sie brauchten und erklärten mir alles 100 Mal.

An der Uni, wo ich zuerst Englisch, Geschichte und Musik studierte, fühlte ich mich völlig verloren. Ich konnte in den Diskussionen nicht mithalten, „was, du hast die Aufsätze von Professordoktordoktorscholterathenau nicht gelesen, wie willst du eigentlich studieren?“

Ich flüchtete mich in Tagträume, in Begegnungen, in Aktivismus, hing im Uni-Kaffee rum und ging jeden zweiten Nachmittag ins Kino.

Ich wechselte die Studienrichtung und wollte Pfarrer werden.

Der Glaube interessierte mich, auch wenn mein eigener Glaube immer viel zu klein war.

Mit nur wenig älteren in Seminaren zu diskutieren, die schon 6 Semester in Tübingen und an der Sorbonne und in Oxford studiert hatten, war völlig aussichtslos. Zum Glück machten die sich zum Teil gegenseitig intellektuell (was definitiv nicht das selbe ist wie intelligent) fertig und übersahen mich völlig. Ich konnte mich zurücklehnen und lernte mehr über menschliche Interaktionen als über Theologie.

Ich behaupte nicht, dass ich gar nichts begriff oder nie lernte. Nur war es immer zu wenig.

Irgendwann würde mir jemand auf die Spur kommen, mich bloss stellen, für die dunkle Wolke des Nichtswissens und Nichtskönnens in mir drin.

Das zog sichweiter. Ich würde womöglich immer noch im Uni-Kaffee herumsitzen und auf eine weise Ritterin warten, wenn ich nicht gelernt hätte, mich selbst zu überlisten:

Ich fing an, bei Anfragen einfach zuzusagen, auch wenn ich noch keine Ahnung hatte, wie ich das schaffen würde.

So wurde ich nicht nur Seelsorger für Menschen mit Behinderungen und in den Untersuchungsgefängnissen, so wurde ich auch Gemeindepfarrer.

Wenn ich den Talar anzog und vor dem Spiegel mein stets verrutschendes weisses Bäffchen versuchte zu richten, dachte ich oft:

Vielleicht bin ich gar nicht Pfarrer, vielleicht spiele ich nur einen.

Na gut, sagte ich mir, dann übernimm diese Rolle wenigstens und spiel sie gut, spiel sie von ganzem Herzen, spiel sie ohne zu lügen über irgendein fantastisches Glaubenserlebnis, das du nie hattest (so sehr ich mir das auch wünschte).

Geh in diese Rolle hinein, für die Menschen, die auch voller Ängsten und Zweifeln sind.

Sei authentisch, berührbar, nahbar, verletzlich. Geh das Risiko ein.

Es geht jetzt nicht um dich und deine Befindlichkeit.

Mit der Zeit kommt Erfahrung; mit der Zeit kommt die Erkenntnis, dass alle, aber wirklich alle anderen ihre Spaghetti auch nur mit Wasser kochen. Einige haben bessere Saucen im Repertoire, aber verhungern muss wegen dir niemand.

Dann wurden die Anfragen immer grösser. Ich erinnere mich an Nächte ohne Schlaf, in denen ich mich verwünschte für meine Zusagen.

Manchmal musste ich mir sagen: In 24 Stunden ist alles vorbei.

Egal ob es gut herauskommt oder nicht:

Es werden dich nicht alle verlassen. es wird Menschen geben, die zu dir stehen.

Und vielleicht steht sogar Gott zu mir.

Vielleicht nehme ich mich ein BISSCHEN zu ernst, wenn ich denke, dass Gott nicht klarkommt mit mir und meiner ganzen Unvollkommenheit.

Vielleicht sollte ich auch einfach den Stimmen mehr vertrauen, die mir sagen, dass etwas gut war. Nicht den - verhältnismässig wenigen, aber von mir viel höher gewichteten - Stimmen, die mich vernichtend kritisierten als ungläubig, als zu wenig seriös, zu wenig gebildet.

Solche Stimmen haben deshalb so viel Kraft, weil sie die Stimmen in uns drin bestätigen.

Im Rückblick auf die letzten Jahre sehe ich, dass ich insgesamt gelassener wurde.

Ein Urvertrauen ist gewachsen, dass ich gehalten werde.

Ausgehalten.

Von Gott und von einigen Menschen.

Weil ich manche Dinge tief in der Nacht noch aufschreibe, damit ich dann einschlafen kann und mich bei Tageslicht kaum noch an meine dunklen Gefühle erinnere, habe ich jetzt gesehen:

Vor kurzem überfiel mich das Impostor-Syndrom wieder mit voller Kraft.

Das Gefühl des völligen Versagens in einem Gespräch reichte aus dazu.

Es ist ein Teil von mir.

Ich lerne damit zu leben.

Es hilft mir sicher, nie auf den Gedanken zu kommen, dass ich ein „Siebesiech“ bin, der sich alles hart erarbeitet hat.

Ich muss nicht Paulus oder Martin Luther King sein, ich muss „nur“ mich selbst sein.

Das reicht als Lebensaufgabe.

Und wer ich bin und was ich bin, bin ich dank vielen anderen Menschen.

Danke euch allen.

P.S.:

Die gute Nachricht: Wirkliche Scharlatane und Menschenmanipulierer kennen dieses Syndrom nicht. Sie sind viel zu überzeugt von sich selbst.

ein Schlüssel ist ein Schlüssel ist nur ein Schlüsselbesser du gibst den Schlüssel ab als den Löffelwer keinen Schlüssel...
27/09/2024

ein Schlüssel ist ein Schlüssel ist nur ein Schlüssel
besser du gibst den Schlüssel ab
als den Löffel
wer keinen Schlüssel hat
ist ausgeschlossen
wer den Schlüssel hat
hat die Macht
oder die Macht hat ihn
wer schliesst und abschliesst
wird frei für Neues
was ist deine Schlüsselfrage
wer hat den Schlüssel zu deinem Herzen
wem machst du auf wenn du ganz verschlossen bist
warum verschliesst du dich
warum bleibst du hinter Schloss und Riegel
die Tür ist offen für dich
sie ist nur angelehnt
geh hinaus in die Freiheit
wo eine Tür sich schliesst
geht eine andere auf
sonst steig zum Fenster hinaus
jemand sitzt hinter verschlossener Tür und weint
reich ihr deine Hand
sei nicht unschlüssig
Herzen schliesst du nur mit Liebe auf
schliesslich und endlich ist nichts unendlich
schlussendlich ist nur heute wesentlich
träum Traumschlösser
die unverschlossen sind
offen für alle
die Schutz und Gastfreundschaft suchen
und Freiheit die sich nie einschliessen lässt
eingeschlossen ist in deinem Leben
nur unerwartete Begegnung
beschliesse Freund zu sein
schliesse dich an wenn jemand Wahrheit sucht
schliesse dich auf
um Himmels Willen
der Himmel ist offen
wie kannst du da verschlossen bleiben
wie jemanden einschliessen
los
schliess auf
öffne das Schloss zum Leben
für dich
für mich

ein Schlüssel ist ein Schlüssel
ist nur ein Schlüssel

Was habe ich noch zu sagen?Nichts.Ich bin am Ende.Am Ende meines Berufslebens.Am Ende des Pfarramt für Industrie und Wir...
25/09/2024

Was habe ich noch zu sagen?
Nichts.
Ich bin am Ende.

Am Ende meines Berufslebens.
Am Ende des Pfarramt für Industrie und Wirtschaft BS/BL

Es fühlt sich nicht an wie das Ende.
Hunderte Male wurde ich in den letzen Monaten gefragt, was das mit mir macht.
Tut es dir nicht weh, macht es dich nicht traurig, macht es dich wütend, macht es dein ganzes Leben nicht sinnlos?

Nein.
Um Himmels willen:
Nein.

Ich bin so dankbar.
Wirklich.
All die Menschen, die ich kennen gelernt habe.
Viele im wirklichen Leben.
Manche im virtuellen.
Was für ein Privileg.

Nicht wenige wurden zu Freundinnen und Freunden.

Am Freitag werde ich ein letztes Mal die Türe abschliessen am Peterskirchplatz 8.

Macht dir nichts weh?
Nein.

Doch.
Ich werfe einen grossen Stapel Visitenkarten in den Abfall.
Eine fliegt daneben.
Ich klaube sie auf.
Es ist die meines verstorbenen Freundes Josef Zindel.
Der Schmerz überfällt mich hinterrücks.

Ich habe die Trauerfeiern gehalten für einige meiner Freunde in den letzten Jahren.
Pierro, Stephan, Josef, Thomas, Hans und so viele andere.

Zu viele.

Mir fallen meine kaum lesbaren Notizen von Gesprächen beim Aufräumen in die Hände.
So viele Lehrlinge.
So viele junge Mütter, die nicht mehr können.
So viele in der Mitte des Lebens, die ausgebrannt sind.

Und auch:
So viele junge Menschen, die mutig Neues wagen.
So viele, die ausgetretene Pfade verlassen.
So viele, die als Senioren neue Wege gehen.

Tut es mir weh?

Nein.
Ja.
Weil ich mir Sorgen mache um unsere Welt.
Die Welt meiner Kinder.
Meine Enkelkinder.

Was hinterlasse ich ihnen?

Was bleibt?

Das:

Tu das, was du aus tiefster Überzeugung und Liebe tust.
Tu es gegen alle Widerstände.

Lass dich nicht aufhalten von den "Aberabern".
Sie sind geprägt von Angst, sie wollen keine Fehler machen.

Mach, was dein Herz dir sagt.
Ja, du kriegst Ärger dafür und Gegenwind.
Weil es ganz viele gibt, die nur den aktuellen Zustand aufrecht und zementiert erhalten wollen.
Sie gehen unter und wollen es nicht wahr haben.
Sie sind die Musiker, die auf der Titanic tapfer weitergespielt haben, als alles verloren war.

Motto:
Lieber der geordnete Untergang als eine unsichere, fantasievolle, nie dagewesene, kreative Gegenwart und vor allem Zukunft.

Lass dich nicht beirren.
Du bist die Gegenwart.
Du bist die Zukunft.

Ich wünsche dir den Segen Gottes, den liebevollen Atem des geistreichen Geistes, die herzberührende Nähe aller Engel.

Wir sehen uns.
Weil am Anfang und am Ende nur das zählt:
Dass wir uns begegnen.

Heute und morgen.Und alle Tage.

B'hiet di.

Adresse

Peterskirchplatz 8
Basel
4051

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