Katholisch-Reformierte-Kirche

Katholisch-Reformierte-Kirche Wir verstehen uns als eine vollgültige Verwirklichung und 100%ige Nachfolgerin der EINEN, HEILIGEN, KATHOLISCHEN und APOSTOLISCHEN Kirche. an.

Wir sind eine katholische Frei-Kirche und gehören NICHT den Groß-(Amts)kirchen (römisch-katholisch, altkatholisch, evangelisch-lutherisch, protestantisch, etc.) Wir haben keine Mitgliedsbeiträge (Kirchensteuer) und verlangen auch keine Gebühren, Taxen oder Tarife für unsere Dienste. Wer eine freiwillige Spende zum Aufbau und Erhalt unser Kirche geben möchte, ist herzlich dazu eingeladen! Wir sind

eine "Denomination", staatlich NOCH nicht anerkannt, im theologischen Sinne Kirche. Eine Unterstützung zum ersten Schritt (staatlich anerkannte Bekenntnisgemeinde) unserer Anerkennung, ist ganz einfach möglich. Informationen für einen Beitritt sind auf unserer Homepage angeführt!

„Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter!“ (Matthäus 9, 37b) Die Aussage Jesu war nicht nur auf seine Zeit b...
14/06/2026

„Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter!“ (Matthäus 9, 37b) Die Aussage Jesu war nicht nur auf seine Zeit begrenzt, sondern geht seitdem durch jede Zeit der Kirche. Immer noch ist die Ernte groß, viele Menschen warten auf das Heil, auf ihre Erlösung, auf ihre Befreiung von den Fesseln der Angst, auf Gerechtigkeit, Liebe und inneren wie äußeren Frieden. Die Welt braucht Menschen, die sich rufen und senden lassen, die bereit sind, alles hinter sich zu lassen und aufzubrechen, den Weg in der Nachfolge zu gehen, Gesandte im Namen Jesu zu werden. Mit der Taufe sind wir in die große Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen und haben einen Auftrag erhalten, nämlich die Welt zu verändern, Gottes Wort bis an die Grenzen der Erde zu tragen, die frohe Botschaft der Welt zu verkünden und alle Menschen zu Jüngern zu machen. Wir sind als Getaufte also auch Gerufene und Gesendete. Zwar ist die Welt eine Spur zu groß, aber in unserem Umfeld, in unserem Leben, dort wo wir gerade sind, uns bewegen, leben, ist alles möglich. Jeder von uns hat Anteil an der Sendung Jesu und hat auch gleichzeitig seine eigene Berufung. Die Berufung mag von einigen als persönliches Privileg verstanden werden, aber sie ist Verpflichtung zum Dienst als Arbeiter in der Ernte und Auftrag zur Nächstenliebe. Erntezeit ist überall da, wo das Wort Gottes verkündet und glaubwürdig gelebt wird. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ Die Verkündigung wiederum ist Gottes Angebot, zu seiner Liebe umzukehren. Ob dieses Angebot angenommen oder abgewiesen wird, daran scheiden sich die Wege.

13/06/2026

„Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen!“ (Lukas 2, 51b) Jesus ist mit seinen Eltern auf den Weg zum Paschafest nach Jerusalem. Es ist eine jährliche Pilgerreise, die sie unternehmen, diesmal ist aber alles etwas anders als gewohnt. In eigener Verantwortung eines 12jährigen, verlässt Jesus den Weg des Gewohnten und Selbstverständlichen, nicht um sich gegen seine Eltern aufzulehnen, wie es nun einmal heranwachsende tun, sondern um drei Tage im Haus „seines Vaters“ zu sein, im Zempel, mitten unter den Lehrern. Es ist schon eine Aussicht auf seine Passion, auf seinen Tod, und seine Auferstehung am dritten Tag. Er hört den Lehrer zu und stellt auf seine Weise, mit einer übermenschlichen Weisheit Fragen. Die Lehrer sind „beunruhigt“, erstaunt über sein Verständnis und seine Fragen. Mit erst 12 Jahren wächst er bereits über sie hinaus, aber noch ist seine Zeit nicht gekommen, nicht jetzt, nicht heute. Es wird noch Jahre dauern, bis sich erfüllen wird, was verheißen wurde. Aber menschliche Zeit spielt für Gott keine Rolle, er hat alles im Blick und in seinem Plan ist alles gut aufgehoben. Nicht nur Maria wird sich daran erinnern, auch die Lehrer im Tempel werden, wenn dann die Zeit gekommen ist, sich an jene Tage erinnern, und an das Kind, das zuhörte, Fragen stellte und ein Verständnis der Schrift hatte, wie keiner davor oder danach. Die Sorge seiner Eltern war schon begründet, auch wenn letztlich nichts dramatisches Geschehen ist. Es wird eine Zeit kommen, da werden sie ihn schmerzlich vermissen, suchen gehen, und ihre Erlösung finden. So lange wird Maria alle Worte im Herzen bewahren und sie, wenn die Zeit reif ist, weitergeben. Alles hat seine Zeit und Gott bestimmt das Wann und Wie. Er hat einen Plan für jedes Leben, darauf dürfen wir uns auch heute verlassen. Wenn wir ihm vertrauen und seine Worte im Herzen tragen, wird am Ende alles gut, und ist es noch nicht gut, dann ist es auch noch nicht das Ende!

12/06/2026

„Denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele!“ (Matthäus 11, 29b) In Jesus verschenkt sich Gott selbst und gibt seine Liebe im Übermaß an alle, die sich von ihm beschenken lassen wollen und können. Er stellt dafür keine Bedingungen und an ihm zu glauben, bedeutet nicht Anstrengung oder gar Leistung zu erbringen, sondern einfach auf seine Liebe zu antworten und selbst auch zu lieben, wie man von ihm geliebt ist. Es ist ganz einfach, aber wir Menschen tun uns mit den einfachen Dingen oft am schwersten. In unseren Gedanken schwebt noch immer die Vorstellung: „was nichts kostet, kann auch nichts Wert sein!“ – eine fatale Fehlinterpretation die Menschen daran hindert, sich beschenken zu lassen. Wer etwas geschenkt bekommt, meint es durch ein Gegengeschenk ausgleichen zu müssen; wer etwas verschenkt, erwartet sich eine Gegenleistung dafür. Man möchte einander nicht schuldig bleiben und schuldet doch einander die Liebe, die von Gott stammt und sich bedingungslos gibt. Offensichtlich haben wir auch nach 2000 Jahren Christentum Gott noch nicht wirklich erkannt. Er will Güte, Barmherzigkeit und Liebe, keine Opfer, keinen Zehent, keine Steuern, oder unerfüllbare Bedingungen. Gott ist die Liebe und er will, dass wir einander lieben, die Liebe leben, einander annehmen und so lieben, wie wir selbst von ihm geliebt sind. Den „Weisen und Klugen“, die mit sich, ihrer Auffassung von Gerechtigkeit und ihrer Form der religiösen Ausübung des Glaubens zufrieden sind, können das nicht verstehen und sie werden Gott auch nicht erkennen, selbst wenn er vor ihnen steht. Jesus kennt die Absicht Gottes; er wendet sich den Armen zu, den hungrigen und müden Menschen gilt seine Einladung und seine Verheißung, denn sie können sich beschenken lassen, sind offen für die Liebe Gottes, und können annehmen im Wissen, nichts dafür als Gegenleistung erbringen zu können. Wen wir Gott erkannt haben, uns von Jesus ansprechen haben lassen, und uns dem Heiligen Geist wahrhaftig geöffnet haben, dann können wir gar nicht anders, als zu lieben, wie wir geliebt sind!

11/06/2026

„Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer!“ (Matthäus 5, 20a) Den Schriftgelehrten und Pharisäern, war es ernst mit dem Thema „Gerechtigkeit“ und dem rechten Tun des Menschen vor Gott, aber sie hatten ihre „eigene“ Interpretation von Gottes Gerechtigkeit. Die Menschen sollten tun, was sie ihnen geboten, und lassen, was sie ihnen verboten hatten, die haben den Zaun um die Gebote Gottes engmaschig geknüpft, und Gottes Liebe war darin wie eingesperrt. Jesus fordert nicht mehr der weniger, aber er gibt den Gesetzen und Geboten einen Sinn, indem er die Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes über alles stellt, und die Menschen auffordert, es Gott gleich zu tun. Der Volksmund sagt schon: „währet den Anfängen“, und das ist auch die Weisung Jesu. Gott richtet nicht nach der äußeren Tat, sondern nach der Entscheidung des Herzens. Krieg beginnt nicht einfach so, sondern wird durch Missverständnisse erzeugt, durch Hass geschürt, bis er eskaliert. Liebe und Vergebung sind da die besten Verhüter. Provokateure leben von solchen Eskalationen und gewinnen durch kriegerische Auseinandersetzungen. Das betrifft auch das eigene Umfeld. In den sozialen Medien werden Möglichkeiten dafür geboten, gezielt darauf hingewiesen, Menschengruppen werden diffamiert, Lebensweisen verurteil, sexuelle Orientierungen an den Pranger gestellt. Dagegen geht Jesus vor und er fordert von uns ein entsprechendes Umsetzen seiner Worte. Wenn Gott die Liebe und der Mitmensch unser Geschwister ist, können wir eigentlich gar nicht anders handeln. Wir sollten unsere Gerechtigkeit mit den Augen Gottes betrachten und dann rasch eine Änderung unserer Vorgehensweisen angehen!

10/06/2026

„Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen!“ (Matthäus 5, 17b) Jesu ist in diese Welt gekommen, um den Willen Gottes zu erfüllen, wie Gott es den Propheten gegenüber geäußert hat und wie er den Willen seines Vaters kennt. Er ist nicht dazu gekommen, menschliche Gesetze und Normen, Regeln und Anweisungen zu erfüllen, die gegen Gottes Willen verstoßen. Der Wille Gottes ist Gerechtigkeit und Güte, Barmherzigkeit und Liebe, nicht Opfer, keine Zwangsabgaben oder Steuern für Leistungen und Handlungen, die in seinem Namen eingefordert werden. Das haben die Menschen irgendwie missverstanden. Gottes Gesetz bzw. sein Gebot heißt Liebe und die Umsetzung dieser Liebe im täglichen Leben. Dafür ist Jesus gekommen, und er hat es vorgelebt. Darin ist er uns bis heute Vorbild und Beispiel. Daran sollen seine Jünger erkannt werden. Nur so kann die göttliche Ordnung wieder hergestellt, und so kann der Hass der Menschen gegeneinander besiegt werden. Wir müssen wohl erst noch lernen, was Gottes Willen tatsächlich bedeutet. Traditionen sind gut, aber nur weil man etwas schon immer so gemacht hat, heißt nicht gleichzeitig, dass es immer auch schon richtig gewesen ist. Einander zu verurteilen oder auszugrenzen, weil sie „anders“ sind, als die Norm es vorgibt, als die Tradition es verlangt, oder Gesetze es so bestimmen, entspricht sicher nicht dem Willen Gottes. Wer mit dem Finger auf die Fehler anderer zeigt, vergisst meist, dass dabei vier Finger auf einen selbst gerichtet sind. Wir sollen einander nicht ausschließen, sondern annehmen; nicht verurteilen, sondern vergeben; nicht „anpatzen“, sondern helfen „sauber“ zu bleiben. Das ist der Wille Gottes, und wir erfüllen ihn, wenn wir einander Lieben, wie wir selbst von ihm geliebt sind!

09/06/2026

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt!“ (Matthäus 5, 13a, 14a) Die Jünger Jesu sind das Salz der Erde und das Licht der Welt. Eine große Aufgabe und eine große Verantwortung, nicht nur für die Jünger damals, sondern auch für uns, die wir uns heute Jesu Jünger nennen. Wenn man sich die Welt so ansieht, dann fehlt es an allen Ecken und Enden an der gewissen Würze, es wirkt fade, schal, farblos und in vielen Bereichen geschmacklos. Da braucht es Salz, um wieder diesen „Pepp“ zu bekommen, oft reicht nur eine Prise, aber die ist entscheidend. Es muss wieder mehr Elan hineinkommen, mehr Perspektive, mehr an Begeisterung und mehr an „gutem“ Geschmack, sonst wird das mit der Zukunft nichts. Ebenso ist es mit dem Licht der Welt. Es ist so viel Dunkelheit und Finsternis vorhanden, man kann kaum die Hand vor Augen sehen, geschweige denn das Ende des Tunnels, in dem wir uns gerade befinden. Menschen irren herum, sind verwirrt, planlos und ziellos, und sie steuern mit offen Augen den Abgrund entgegen, weil sie nichts mehr erkennen können. Die Dunkelheit hat alle Bereiche des Lebens erfasst, Hass, Gewalt, Inakzeptanz, purer Egoismus, wohin man schaut, Unfreundlichkeit und Lieblosigkeit, wohin man auch schaut. Es braucht das Licht der Hoffnung, der Liebe, der Zuversicht, um aus dem Labyrinth herauszukommen, eine Perspektive zu haben, ein Ziel vor Augen, auf das man zugehen kann. Dafür hat Jesus seine Jünger ausgewählt und auch uns in die Nachfolge gerufen. Wir Christenmenschen sind prädestiniert Licht in die Dunkelheit zu bringen und dem Leben eine frische Würze zu geben. Wir müssen uns nur trauen, unserem Auftrag anzunehmen und umzusetzen. Jeder kann das tun, dort, wo er ist, lebt, sich bewegt, auf andere trifft, sein Umfeld beeinflusst. Das geht am besten mit Liebe im Herzen, mit sichtbarer Freude am Glauben, mit glaubwürdiger Hoffnung, in zuversichtlicher Sprache und in guten Werken. Die Welt braucht die Jünger Jesu, die Erde hat seine Boten dringend notwendig. Wer, wenn nicht wir; wann, wenn nicht jetzt; wo, wenn nicht hier!

08/06/2026

„Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel!“ (Matthäus 5, 12a) Die Seligpreisungen klingen fast wie „Vertröstungen“, aber sie haben auch etwas wie „Glückwünsche“ an sich, obwohl sie auch wie „Einlassbedingungen“ (wenn man vom Reich Gottes überhaupt davon reden kann). Grundlegend aber gilt, Jesus nimmt die aktuelle Situation der Menschen ernst, er versteht ihre Anliegen, ihre Suche nach der Lösung ihrer Probleme, ihren Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, Liebe und Güte. Deshalb erklärt er ihnen auch anhand von gegenwärtigen Ereignissen, wie Gott ist und er deutet die Zukunft, wie es Gottes Willen entspricht. Es ist das ungebrochene Vertrauen, das alles einen Sinn hat, auch wenn man ihn nicht immer gleich sieht oder versteht. Aber das JETZT ist nicht der Dauerzustand, keine unveränderliche oder endgültige Entscheidung, sondern eine Momentaufnahme, die sich mit Gottes Hilfe schon morgen verändern kann. Man muss aber auch dran bleiben, nicht die Flinte ins Korn werfen, aufgeben, oder den Glauben verlieren. Die „Armen“ und „Hungrigen“ sind nicht nur eine wirtschaftlich-soziale Gruppe, es sind die Menschen, die wissen und bejahen, dass sie nichts haben und ganz auf Gott angewiesen sind. Und dieses Wissen verurteilt nicht zur Untätigkeit, sondern animiert aktiv zu werden, anzufangen und loszugehen. Man sieht vielleicht nicht das Ergebnis, aber jedes Tun bewirkt auch etwas. Wer heute noch einen Baum pflanzt, im Bewusstsein vielleicht nie in seinem Schatten sitzen zu können, hat trotzdem die Welt nachhaltig verändert. Wer sich im Hier und Heute für Frieden, Gerechtigkeit, Akzeptanz und das Recht zu leben und zu lieben einsetzt, auch wenn er selbst anderes erfahren hat, hat für die Zukunft schon etwas Wesentliches geleistet!

„Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!“ (Matthäus 9, 13a) Die Aussage Jesu ist eigentlich ...
07/06/2026

„Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!“ (Matthäus 9, 13a) Die Aussage Jesu ist eigentlich an die Pharisäer gerichtet, die sich darüber mokieren, dass er mit Zöllner und Sündern gemeinsam am Tisch sitzt und Mahl hält, aber sie ist nicht nur für sie bestimmt. Auch uns ist es ins Gewissen geschrieben zu lernen, was schon der Prophet Hosea gesagt: Gott will Liebe, Güte und Barmherzigkeit, an Opfer hat er keinen Gefallen. Für die gesetzestreuen Pharisäer, die sich für fromm und als gerecht vor Gott betrachten, ist es ein Dorn im Auge, wie Jesus sich im Umgang mit den Sündern verhält. Es ist in ihren Augen nicht nur ein Ärgernis, sondern fast schon Sünde gegenüber Gott. Sie, die glauben zu wissen, was Gott will, sind ja davon voll und ganz überzeugt, „gut“ zu sein, weil sie regelmäßig im Tempel sind, Opfergaben geben, und sich in der Öffentlichkeit von allem fern halten, was sie „unrein“ machen könnte. Doch ihr Innerstes ist unrein! Ihr Herz und die Motive ihrer Handlungen sind kälter und dunkler als jeder Sünder. Außen hui, aber innen pfui! Jesus aber beruft sich auf seine Sendung und auf den tatsächlichen Willen Gottes, deshalb können hier auch keine Reinheitsvorschriften gelten, und seine Tischgemeinschaft mit den Sündern ist ein wirklicher Gottesdienst. Das, was die Pharisäer nur vorspielen, lebt er mit voller Hingabe. Die Menschen brauchen Zuwendung, Liebe, Respekt und vor allem Akzeptanz. Keine Vorurteile, keine Urteile, keine Stäbe, die über sie gebrochen werden, keinen Ausschluss, sondern Inklusion. Wir alle sind dazu aufgerufen von ihm zu lernen und zu erkennen, was der Wille Gottes ist, und uns nicht darauf versteifen, was wir denken, was er sein könnte. Erbarmen und helfende, dienende Liebe ist der Dienst, den Gott will. Alles andere ist nur Schein, Schauspiel, Heuchelei, und die ist Gott bekanntlich eine Gräuel!

06/06/2026

„Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie fressen die Häuser der Witwen auf und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete.“ (Markus 12, 38a. 40a) Bevor Jesus das Scherflein der armen Witwe lobt, warnt er die Menschen vor den Gefahren der Schriftgelehrten und Pharisäer. Aber er meint damit nicht nur die Gelehrten und die religiöse Elite seiner Zeit, sondern es klingt fast so, als hätte er seinen Blick bis in unsere Gegenwart gerichtet. Die großen der Kirchen gefallen sich in frommen Reden und mächtigen Gesten, in Ehrenrängen und Vorsitzen, aber ihre Scheinheiligkeit ist nicht zu übersehen. Wie oft wurden Menschen buchstäblich um Haus und Hof, um ihr Erbe gebracht, um angeblich „Gottes Werk“ auf Erden fortzusetzen, aber meist nur um die eigene Gier zu befriedigen. Viel zu oft haben die Mächtigen der Kirchen zu „heiligen Kriegen“ gegen die Ungläubigen aufgerufen, um angeblich den Glauben in der Welt zu verbreiten, aber meist nur um die eigene Macht zu sichern, Allianzen zu bilden, Ansprüche geltend zu machen und sich an fremden Gut zu bereichern. Viel zu oft verteufeln die Prediger Lebensweisen als „Gräuel“, aber leben selbst in Schimpf und Schande, ohne Reue, ohne Skrupel, ohne den Hauch von Demut, nur um die eigene Lust zu leben. Überall, wo Menschen Macht haben, sind sie in Versuchung, sie zu missbrauchen. Das gilt nicht nur von der weltlichen Macht. Wenn aber eine religiöse Vorrangstellung für Sonderinteressen ausgenützt wird, ist das vor Gott und den Menschen abscheulich. Vielleicht ist es gut, die „Berufenen“ immer wieder daran zu erinnern, wozu sie berufen sind, was ihr Auftrag in der Welt ist, und wofür die mit ihrem Leben stehen. Wo Menschen benutzt oder ausgenutzt werden, wenden sie sich ab. Es ist an der Zeit, dass nicht nur die „Eisheiligen“ gehen, sondern vor allem die „Scheinheiligen“!

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