01/08/2026
„In jener Zeit hörte der Tetrárch Herodes, was man von Jesus erzählte!“ (Matthäus 14, 1) Herodes hört von Jesus und wird nervös, die Taten seiner Vergangenheit holen ihn ein, sein Unrecht wird ihm zum Fluch, sein Tun wird zum Urteil über ihn uns sein Haus. Kein Wunder, schließlich hat er Johannes den Täufer enthaupten lassen, ist so zum Prophetenmörder geworden. Nun wähnt er, Johannes sei zurückgekommen, sei von den Toten auferstanden, um ihn zu richten, und das macht ihn Angst. Aber Jesus ist mehr als Johannes, obwohl sie das gleiche Schicksal teilen werden. Sein Wirken beunruhigt die, die etwas zu verbergen haben, die Schuld auf sich geladen haben, die schuldig geworden sind, gegenüber anderen und gegenüber Gott. Sie fürchten die Konsequenzen ihres Handelns, haben Angst vor dem Urteil, aber sie verändern dennoch nichts an ihrem Verhalten. Sie wollen und werden die Gefahr aus der Welt schaffen, die sie anklagt. Sie denken, damit sind sie auf der sicheren Seite, wenn der Ankläger weg ist, dann gibt es auch kein Urteil. Sie irren sich, wie viele, die genau so denken. Die Geschichte der Menschheit ist voll von solchen Verirrungen derer, die sich für groß und mächtig genug halten, alles aus dem Weg zu schaffen, was ihnen ärger bereiten könnte. Auch heute ist es nicht anders. Gegner werden verleumdet, mundtot gemacht, weggesperrt, sollen aus der Öffentlichkeit verschwinden, um in Vergessenheit zu geraten. Dann kann man weiter machen, wie bisher, denn es gibt ja keinen Ankläger mehr. Jeder wird einmal, die einen früher, andere später, für sein Leben, sein Tun und Lassen, für die Motive seiner Taten vor Gott auch Rechenschaft ablegen müssen. Dann werden die Entrechteten, die Verleumdeten, die Diffamierten und jene, denen man Unrecht getan hat, als Zeugen auftreten. Nichts bleibt geheim, nichts bleibt verborgen, vor Gott wird nichts vergessen und seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer. Heute, Hier und Jetzt hat aber auch jeder die Möglichkeit, sein Leben zu ändern, umzukehren, zu bereuen, und ein neuer Mensch zu werden. Wie lange diese Chance besteht, weiß nur Gott!