Aleviten in der Türkei leben etwa 60.000 Aleviten, so wird geschätzt, derzeit in Österreich. In ihrem Herkunftsland, der Türkei, konnten die Aleviten über lange Zeit ihren Glauben nur im Geheimen praktizieren und wurden vom herrschenden sunnitischen Islam verfolgt. Das Alevitentum ist ein humanistischer, philosophischer, aufgeschlossener und sozialer Glaube. Einer der bedeutendsten Grundgedanken d
er zentralen Werte der alevitischen Gemeinschaft ist: Einheit und das Einvernehmen der Gesellschaft, das Solidaritätsgefühl und Verhältnis zu den Mitmenschen. Aleviten sind grundsätzlich säkular, sie schätzen die Menschenrechte, sind für die Gleichberechtigung der Geschlechter und stellen den Mensch in den Mittelpunkt. Deren Glauben besteht aus Überzeugung und Liebe zu Gott statt Angst und Dogma
Alevitischer Glaube ermöglicht freie Auslegung des Glaubens nach Ethik, Logik und Wissenschaft. Nach alevitischer Vorstellung ist der Mensch ein Geschöpf vom Gott der unabgängig ist von seiner ethnischen, religiösen, kulturellen oder geschlechtlichen Zugehörigkeit. Wenn Mann/Frau denn Mensch liebt, liebt er somit gleichzeitig den Gott. Aus diesen Aspekten ist die alevitische Gemeinde und seine Jugend eine besonders wichtige gesellschaftliche Institution in Österreich und Europa. Für die 2. Generation sind Demokratie, Säkularismus und europäische Grundwerte eine Selbstverständlichkeit, welche sich mit den religiösen Überzeugungen der alevitischen Glaubenslehre decken. Alevitische Jungendliche die in Österreich geboren und aufgewachsen sind, verfügen über die deutsche Sprache, haben Österreichische Schulbildung und haben Lust an individuellen und sozialen Aufstieg in der Gesellschaft. Gerade heute wird von Ghettobildung, Radikalisierung der Religionen und ähnlichen Phänomenen diskutiert. Die Alevitische Jugend könnte eine Brücke zw. den alevitischen MigrantInnen und der Mehrheitsgesellschaft sein. Wer sind Wir?:
Der Verein AAGT ist eine Plattform für die „Neue Generation“
Bund der Alevitische Jugendlichen in Österreich (AAGT) begann mit seinen Projekten im Jahre 1998 als Jugendsektion der Alevitischen Föderation in Österreich und wurde im Jahr 2002 selbständig. Der Verein AAGT wurde mit dem Ziel gegründet, Jugendliche der 2 und 3 Generation in ihrem freiwilligen und bewussten Integrationsprozess zu unterstützen. Dahinter stand die Absicht, die generelle Lebensqualität der alevitischen Jugend in Österreich zu verbessern und sie vor Rassismus, Ausgrenzung, Nationalismus, Fundamentalismus oder ähnlichen gefährlichen Einflüssen zu bewahren. Der Verein will gegen Ghettoisierung und gegen soziale Isolation Projekte aufbauen. AAGt will auch jungen Menschen bei alltäglichen Problemen wie zum Beispiel Jugendarbeitslosigkeit, Schulprobleme, Elternkonflikte eine Hilfe anbieten.